Entlarve falsche Ziele

Ein Haus am Meer.”
Ich wunderte mich ein wenig darüber, dass dieser Lebenstraum mehrfach von uns Kursteilnehmerinnen genannt wurde.

“Na ja”, dachte ich damals “ das ist ja auch etwas Schönes! Kein Wunder will das jeder haben.”

Scheinbilder des Glücks

Heute bin ich kritischer.
Das Haus am Meer könnte eine Art Fatamorgana sein:
Wenn Du näher ran gehst an die vermeintliche Oase, ist da nichts.
Keine Oase, die Dich mit Wasser versorgt.
Kein Haus, das automatisch das Glück mit sich bringt.

In Deinem Kopf war eine Vorstellung davon was glücklich macht.
Mit der Realität hat das nichts zu tun.

Niemand ist gefeit, gegen romantisch-verklärte Idealbilder, die ihr Versprechen vom guten Leben nicht halten.
Auch die nicht, die Filme von Rosamunde Pilcher und Co. belächeln.
Wer glaubt denn nicht, sein Leben werde ideal sein, wenn man…

  • sich um Geld keine Sorgen zu machen braucht
  • möglichst nicht mehr arbeiten muss
  • gertenschlank und fit ist
  • ein Haus in einer traumhaft schönen Umgebung hat
  • mit dem richtigen Partner zusammen lebt?

Nein nein, ich will die Rosamunde Pilcherfilme nicht schlecht reden.
Eines bringen sie ganz sicher auf den Punkt:
wie wunderschön Südengland ist 🙂 .

Schau Dir die Filme an und geh hin – es lohnt sich.
Aber vergiss, was Dir über das Glück erzählt wird.
Oder noch besser: entlarve die Scheinbilder des Glücks ein für allemal, indem Du herausfindest was Dich wirklich glücklich macht.

Scheinbilder sind Fallen

Wir müssen genau wissen, was wir wirklich brauchen um glücklich zu sein.
Sonst laufen wir Dingen nach, die verhindern, dass wir unser wahres Ziel erreichen.

Angenommen Dein persönlicher Wegweiser zeigt, dass Dir Ruhe, Frieden, Sicherheit, Verbundenheit viel bedeuten.
Du wünscht Dir

  • ein friedliches, stressfreies Leben
  • eine Aufgabe, die für Dich Sinn macht und Deine Existenz sichert und
  • Zeit für die Menschen die Du magst, die Dich mögen und denen Du etwas wert bist.

Wenn Dir nicht ganz klar ist, wie wichtig diese vier Werte für Dich sind und wie Du sie erreichst, kommst Du da nie an.

Denn Du machst es wie die meisten anderen:
Du arbeitest fleissig und versuchst Deine Freizeit zu geniessen.
So sorgst Du für Deine sichere Zukunft.
Ruhe zu finden und Zeit für Deine Liebsten zu haben – das hingegen ist schwieriger.
Warum?
Weil die meisten Menschen dauerbeschäftigt und in Eile sind.

Die wenigsten wollen das.
Die meisten wollen Zeit haben und verhindern gleichzeitig, dass es dazu kommt.
Nur scheinbar sorgen wir für Ruhe:
 

  • mit Ferien an besondere schöne Orte, an denen wir Zeit mit den Liebsten geniessen wollen
  • mit einem eigenen Haus oder einer ausgesuchten Wohnungseinrichtung in dem wir Zeit haben wollen  vielleicht leisten wir uns sogar ein Haus am Meer.

Schein-Ziele.
Falsche Versprechen.
Irrwege.

Gewollt hast Du ein friedliches Leben gemeinsam mit Deinen Liebsten.
Doch was passiert?
All das was Ruhe und Zeit-haben in Dein Leben bringen sollte, frisst Deine Geld- und Zeitressourcen auf

  • Reise organisieren, Reise finanzieren, Gepäck packen, Anreisen, Ankommen …
  • Baupläne machen, Wünsche definieren, tausend Materialien bestimmen von Küche bis zum Bad…
  • noch mehr Arbeiten oder gar Karriere machen, um all dies bezahlen zu können.

Und das nur, weil

  • Dir nicht klar war WAS Du wirklich willst 
  • Du nicht wusstest WIE Du das Gewünschte in Dein Leben bringst und
  • Du deshalb dem Weg gefolgt bist, den die Menschen in Deinem Umfeld gehen.

 

Die Falle umgehen: echte Bedürfnisse erkennen, passende Wege finden

Wenn Dir klar ist, welche Bedürfnisse hinter dem Haus am Meer stehen und wenn Du den richtigen Dreh raus hast und erlebst, wie Du sie erfüllen kannst, dann bist Du immun gegen die leeren Scheinziele und Glücksversprechen.
Du weisst wo es sich lohnt Zeit und Energie zu investieren und was nur den Anschein von Glück hat.: 

  • Es ist leicht auf ein Haus am Meer zu verzichten, wenn Du spürt, dass Du es nicht braucht, weil “Mikroabenteuer” mit  Deinen Liebsten schöne, ruhige Momente der Entspannung und Gemeinsamkeit in Deinen Alltag bringen.
  • Es wird noch leichter, wenn Du merkst, dass diese Abenteuer Dir Zeit geben und wenig Geld brauchen.
    Plötzlich wird Dir klar, dass ohne die teuren und zeitaufwändigen Scheinziele eine Reduktion Deines Arbeitspensums machbar wäre. Noch mehr Zeit für Dich und Deine Liebsten…
  • Es ist leicht sich vom Scheinbild zu lösen, dass Nichts-tun und vor dem Fernseher sitzen glücklich macht, wenn man immer wieder erlebt, wie erfüllend die Abenteuer vor der Haustür und wirklich herausfordernde Lebensziele sind. Also verzichtest Du auf den Flachbildschirm im Sonderangebot.

Willst Du liebe Leserin, lieber Leser ganz sicher sein, dass Du Deine echten Ziele verfolgst?
Ich zeige Dir zwei Übungen die Dir helfen, das was Dir wirklich wichtig ist bewusst zu machen.

Mir haben sie vor 2 Jahren deutlich gemacht, dass ich das was ich will in meinem Job nicht verwirklichen kann.
Es wurde so glasklar, dass ich auf diesem Weg NIE erreichen werde was ich will, dass ich den Mut hatte meinen Job aufzugeben.
Das war für mich selbst beeindruckend.

Auch Dir werden diese Übungen zeigen, was Du wirklich, wirklich willst und welche Wege Du ausprobieren kannst.
Glücksversprechen wirst Du nicht mehr  auf dem Leim gehen.
Vielleicht kaufst Du Dir ein Haus am Meer.
Aber nur, weil Du weisst, dass Du damit genau das erreichst, was Du wirklich willst.

 

Übung 1: Ein Gedankenspiel

Schreibe auf, was Du in Deinem Leben tun, sehen und erleben möchtest, wenn

  1. Zeit und Geld keine Rolle spielen würden und
  2. du wüsstest, alles was Du anpackst gelingt.

Schreibe mindestens(!!!) 12 Dinge in ca. 15 Minuten auf.
Grüble nicht, schreibe einfach auf was
auftaucht.
Im Moment geht es nicht darum zu überlegen, ob etwas realistisch ist, sondern die Wünsche in Deinem Herzen zu entdecken.
Sei ruhig ein bisschen verrückt!

Mache diese Übung möglichst sofort.
Greife rasch zum Schreibzeug und nimm Dir die 15 Minuten – oder plane sie in den nächsten 72 Stunden ein.
Wenn Du frisch inspiriert bist, geht es am leichtesten.

Diese Übung ist genial, weil sie Ziele und Wege aus Dir herauskitzelt, die Du normalerweise nicht nennen würdest, weil Du

  • zu lange nachdenkst (deshalb die Zeitbegrenzung)
  • Angst um Dein finanzielles Überleben oder
  • Angst vor Misserfolg hast oder
  • weil Du meinst nicht genug Zeit und Können mitzubringen.

Lege diese Notizen zur Seite und nimm sie später – vielleicht erst in einer Woche wieder zur Hand. Du wirst noch prüfen müssen, ob Du das was da steht wirklich tun willst – ob es Deinen Werten entspricht.
Deshalb ist es gut die nächste Übung zu machen, bevor Du mit dem Tun beginnst.

 

Übung 2: Werte bestimmen

Suche eine Liste mit Werten, wie es viele im Internet gibt zum Beispiel auf diesen “Wertekarten”
Wähle zuerst 14 Werte aus und filtere dann die 7 wichtigsten heraus.
Frage Dich dafür “Wenn ich zwischen beiden wählen muss, was ist dann wichtiger? 

Fülle für diese 7 Werte eine Werte-Karte nach dem folgenden Muster aus:

  1. Bezeichnung des Wertes – Name
  2. Definiere was Du (nicht man!) darunter verstehst. Jeder verbindet mit einem Wert etwas anderes. Freiheit ist für den einen, dass er jederzeit losreisen und überall arbeiten kann, während jemand anderes sich frei fühlt, wenn er Fallschirm springt.
  3. Notiere warum Dir das wichtig ist. Diese Antwort zeigt Dir worum es wirklich geht. Vielleicht hast Du bisher von einem Ferienhaus am Meer geträumt. Doch beim “warum” erkennst Du, dass es vor allem um eines geht: ungestört die Seele baumeln zu lassen.

Im Alltag verankern

Die Arbeit ist nun fast getan. WAS Dir warum wichtig ist, hast Du für den Moment definiert.
Wie bekommst Du das nun in Dein Leben?
Und wie bleibst Du auf Kurs und von Scheinzielen verschont?

Ein konkrete Verankerung im Alltag ist nötig.
Eine Notiz, die Dich erinnert, wo Du wirklich hin willst. Denn wir haben die fatale Neigung uns danach zu bewerten was uns wichtig ist, gleichzeitig (!) das Gegenteil davon zu leben und die Umsetzung auf den Sanktnimmerleinstag zu verschieben:
“Wenn ich dann mal das und das erledigt habe, werde ich keinen Stress mehr haben…. ”
Das kann man ein ganzes Leben glauben.
Zeit nehmen für Deine Ziele kannst Du Dir nur jetzt.

Ich schlage vor: nimm Deine Big Five zur Hand (siehe Blogartikel ) und prüfe, ob die 7 Werte irgendwo bei diesen Herzenswünschen vorkommen.
Das ist nicht so?
Gratuliere, Deine Big Five bekommen nun eine neue Schärfung!
Das wird immer wieder mal nötig sein.
Ich bin unterdessen bei Version 11 – und ich habe nicht von Beginn an gezählt 🙂
Freue Dich darüber, dass Deine Lebensziele sich schärfen und wachsen!

Seine Ziele zu bestimmen, wieder zu überprüfen, ob sie noch stimmen und ob die eingeschlagenen Wege Dich da hin bringen wo es hingehen soll, ist ein wunderbarer Weg, der niemals aufhört!


Strategie 7 um Deine echten Lebensziele zu finden heisst:

Entlarve falsche Lebensziele!


Erlaube Dir das Sinnlose

Du bist wohl verrückt geworden!”
so antwortet das Huhn als das hässliche Entlein erzählt wie sehr es das Schwimmen und Tauchen liebt
Als Beweis dafür wie unsinnig, dieser Wunsch ist, verweist es auf die Katze und die Bäuerin, die seiner Ansicht äusserst klug sind:
Niemals würden die beiden schwimmen oder tauchen wollen.
In den Augen des Huhnes ist Schwimmen sinnlos.Sinnvoll hingegen erscheint ihm das Eierlegen.

Ähnlich wertete auch einer der grauen Herren, der Coiffeur Fusi besuchte. (Buch “Momo” von Michael Ende)
Er teilte Herr Fusis Alltagsbeschäftigungen in “nützlich” und “nutzlos” ein und kam zu Schluss: “Sie schlagen ihre Zeit mit nutzlosen Dingen tot…”
Drei Stunden täglich hätte Herr Fusi in den letzten Jahren einsparen und auf die Zeitsparkasse übertragen können.
Diese Guthaben hätte sich dank Zinsen innerhalb von 5 Jahren verdoppelt.
Herr Fusi  hätte viel Zeit “für später einmal” ansparen können.
Weil er das Zeitsp
aren versäumte, stand sein Guthaben nun auf null.

Herr Fusi ging den Argumenten des grauen Herrn auf den Leim.Ihm war nicht klar, dass die “nutzlosen” Dinge einen Sinn für sein Leben haben. Also strich er sie aus seinem Leben:

  • Beim ersten Kunden des Tages entdeckte er, dass er den Haarschnitt statt in 30 Minuten in 20 erledigen kann, wenn er mit dem Kunden nicht plaudert und “alles Überflüssige” weglässt.
  • Er verkaufte den Wellensittich, der in den Augen des grauen Herrn nur Zeit frass.
  • Er brachte seine Mutter ins Pflegeheim. Mit ihr hatte Herr Fusi jeden Abend eine Stunde lang gesprochen, obwohl sie fast taub war. “Das ist verlorene Zeit!”, erklärte der graue Herr und Herr Fusi sparte sie nun ein.
  • Auch den wöchentlichen Kinobesuch und den Gesangsverein gab er auf, genau so, wie die Gewohnheit jeden Abend 15 Minuten am Fenster zu stehen, um auf den Tag zurück zu blicken.

Seine Arbeit und sein Leben machten ihm so zwar keinen Spass.
Er wurde geradezu missmutig.
Aber er sparte Zeit.

Nach und nach ging es allen Menschen der Stadt so.Doch keiner wollte wahrhaben, dass sein Leben immer ärmer, gleichförmiger und kälter wurde.

Die Folgen der Nutzenorientierung

“Was ist für die Gesundung Deiner Patienten wichtig?” fragte ich vor einigen Wochen Jeannette Desebrock, meine Netzwerkkollegin, die als Homöopatin Krebskranke und chronisch Kranke begleitet.“
Meine Patienten” antwortete sie, “müssen etwas finden, das nutzlos, aber sinnvoll ist.Es
ist alles so nutzenorientiert. Das macht uns krank.”

Nutzloses ist also nicht sinnlos?
Natürl
ich nicht! Das erkennen wir, sobald wir darüber nachdenken.
Denn wir brauchen Oasen.

 

1. Nutzenorientierung zerstört die Lebensqualität und führt in die Sucht

All die Dinge, die Herr Fusi aus seinem Leben strich, schienen ihm nicht besonders wertvoll zu sein.
Doch als er sie einsparte, verschwand auch die Freude aus seinem Leben.
Zwar erhöhte sich d
er Lebensstandard in der Stadt, so zeigt die Geschichte von Momo:
Die Menschen konnten sich mehr leisten.
Die Kinder hatten mehr Spielzeug.
Die Erwachsenen konnten teurere Autos und Häuser kaufen.
Doch gleichzeitig litten sie unter dem grau-gewordenen Alltag.
“Und in der Stadt…” so stellte Momo eines Tages fest “in der Stadt wird es kalt”.

Die Menschen hatten keine Augenblicke für ein paar nette Worte mehr.
Sie konzentrierten sich vorallem auf ihr Tempo und vergassen dabei die Liebe zu ihrer Arbeit.
Plötzlich ging es nur noch darum die Arbeit so schnell wie möglich zu erledigen.
Durch die eigene Eile trieb nun jeder den andern zur Eile an.
Der Umgang miteinander wurde ruppig und herzlos.

Das kommt Dir liebe Leserin, lieber Leser sicher bekannt vor.
Auch uns hat die “Zeitsparkasse” fest im Griff.
Auch wir spüren, dass es uns nicht gut geht mit der ständigen Eile, dem Mangel an Zeit für das Leben und füreinander.
Es fühlt sich nicht gut an als” menschliches Batteriehuhn” zu leben, das auf seine Produktivität reduziert wird.

Der Weg aus diesem Gefängnis ist einfach.Wir müssten wieder lernen, dass das Glück darin liegt Zeit zu HABEN und sich Zeit zu NEHMEN oder sich Zeit zu LASSEN, statt darin Zeit zu sparen.
Doch wer lehrt uns das schon?

Weil wir diese einfache “Therapie” nicht erkennen, verirren wir uns auf der Suche nach dem was uns gut tut.
Statt Glücksmomente zu schaffen, statt uns das ins Leben zu holen, was sich unser Herz im Tiefsten wünscht,
statt zu geniessen und wieder zu erleben, wie die Zeit vergeht, holen wir uns Dinge ins Leben, die uns anregen und (scheinbar) füllen:

  • Wir erwarten Erfüllung vom Erreichen beruflicher Höchstleistungen und dem damit verbundenen Einkommen.
  • Wir “verschönern” unser Leben mit Alkohol und Essen und oder
  • wir versetzen uns mit Filmen oder Zukunftsträumen in ein Morgen, das niemals kommen wird, weil wir vom guten Leben träumen, statt es zu leben.

2. Wir setzen falsche Lebensziele

Wenn wir den Sinn des scheinbar “Nutzlosen” nicht sehen, schieben wir unsere Wünsche beiseite und ignorieren sie.
Ja, wir bezeichnen sie gar als nicht realistisch, nicht so wichtig, unsinnig, kindisch oder blöd.

Vielleicht taucht in einer ruhigen Minute die Erinnerung daran auf,

  • dass man längst von einem “verrückten Vorhaben” träumt,
  • dass man etwas von der Welt sehen oder
  • mehr Zeit mit seinen Liebsten und Freunden verbringen möchte.

Doch wir schauen uns den Wunsch nur kurz an und schieben ihn beiseite, weil wir mehrer Gründe finden warum dafür jetzt gerade keine Zeit ist.
In Wirklichkeit aber, tun wir das, weil uns nicht klar ist, dass genau diese Wünsche Farbe und Lebendigkeit in unser Leben bringen.

Der Impuls seinen Bedürfnissen zu folgen, ist beim Kind noch stark weil es sich nicht hinterfragt.
Man denke nur an das Geschrei eines Zweijährigen, wenn es seinen Willen nicht bekommen!

Doch viele von uns lernten als Kind, dass die eigenen Wünsche und Bedürfnisse bei den Eltern schlecht ankommen.
Streit, Strafe und Ablehnung war die Folge, weil die Eltern nicht wussten, wie sie friedlich die eigenen Bedürfnisse mit denen des Kindes in Einklang bringen können.
Also lernten wir als Kind “zu funktionieren”, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse beiseite zu schieben und uns dem Tempo und den Bedürfnissen anderer anzupassen.
Mit der Zeit spürten wir die Impulse in uns, also das was in uns lebendig ist, immer weniger. Sie verblassten.
Was wir wirklich wollen, wird zu einem leisen Geräusch im Hintergrund.
Deshalb können wir als Erwachsener unsere inneren Impulse, durch rationale Argumente, mit Leichtigkeit beiseite schieben.

Doch wie sollen wir nun Lebensziele setzen?
Mit dem Verstummen unseres Inneren ist uns auch der innere Kompass abhanden gekommen!

Ersatzweise orientieren wir uns an unseren Gedanken, setzen unsere Ziele mit dem Kopf und glauben damit zu wissen, was wir wollen.
Zu den wahren Wünschen dringen wir nicht mehr durch.
Jahrzehntelang können wir so die Bedürfnisse des Körpers nach Bewegung und der Seele nach Leichtigkeit, Verspieltheit und Sinn ignorieren.

Doch je grösser die KLuft zwischen unserem wahren Selbst und dem was wir leben wird,desto mehr steigt das Risiko, dass es uns nicht mehr gut geht in unserem Leben.
Von mieser Stimmung bis zu Burnout, Essstörungen, Depression und körperlichen Krankheiten ist alles möglich.

Wir können nicht verstehen, warum uns das Erreichen unserer “Kopfziele” nicht erfüllt, sondern Leere mit sich bringt.
Manchmal müssen wir arbeitslos, körperlich oder psychisch krank werden bevor wir merken, dass das Leben auf diesem Kurs ins Nichts führt.

Den Weg zu seinem Herzen wieder finden

Im Buch “Ich und mein Essverhalten” habe ich erzählt, wie ich selbst lange Zeit nicht wahrnahm, welche Bedürfnisse ich wirklich habe.
Sie wieder auszugraben war ein längerer Prozess. Aber im Grunde lässt er sich auf zwei Massnahmen reduzieren.

Sehnst Du Dich nach mehr Lebensqualität?Möchtest Du Deine Herzenswünsche finden, statt Zielen zu folgen, die Dich leer zurücklassen?
Dann tu zwei Dinge:

1. ein bewertungsfreies Umfeld schaffen

Nachdem ich als junge Frau von zu Hause wegging, traten Menschen in mein Leben die es interessierte, was ich wirklich will.
Sie fühlten sich nicht berufen mir zu sagen, was richtig und was falsch ist (auch wenn sie selbst ihre Vorstellungen hatten).
Sie konnten “etwas stehen lassen”.

Ich begann diese Haltung zu üben.
Ich lernte es zu akzeptieren, dass ich ein unerklärliches Interesse an Bibliotheken und Büchern habe.
Ob es Sinn macht oder nicht, ich “liess es stehen”, analysierte es nicht, akzeptierte es einfach als gegeben.
“Es ist wie es ist” wurde einer meiner Lieblingssätze.
Mein Umgang mit mir wurde freundlicher und aufmerksamer.
“Aha, so ist das”, sagte ich sachlich und freundlich zu dem was ich an Gedanken, Wünschen und Bedürfnisse in mir wahrnahm.
Das half mir vor immer ehrlicher zu meinen wirklichen Wünsche zu stehen.

So wie die Wünsche und Bedürfnisse verblassen, wenn sie negativ bewertet oder ignoriert werden,so werden sie wieder deutlicher, wenn wir sie beachten ohne sie zu beurteilen.

2. ausprobieren

Wenn wir auf das was wir wirklich wollen eingehen und unsere Bedürfnisse nach Möglichkeit erfüllen – auch wenn es sinnloses Zeug zu sein scheint – bringen wir Freude ins unser Leben und entdecken das Gefühl der Lebendigkeit wieder.
Die Wünsche nicht mehr negativ zu bewerten (siehe oben) ist der erste Schritt.Handeln ist der zweite.

Doch Achtung, bleibe mit Deinen Wünschen nicht im Kopf!
Analysiere nicht, ob etwas für dich gut sein wird oder nicht.
Analyse ist Theorie.Erleben ist konkret und gibt Dir ein unmittelbares Feedback, ob Dir etwas gut tut oder nicht.Dein Kopf sagt vielleicht, dass Sandburgenbauen sinnlos ist – vor allem wenn es Erwachsene tun.
Aber wenn Du Dir – als Alibi – eines Deiner (Nachbarkinder) schnappst und es zum Sandburgenbauen mit Dir (eigentlich wegen Dir) einlädtst, wirst Du spüren, ob Du unendlich gelangweilt oder müde und glücklich nach Hause zurückkehrst.

Schau’ das Leben als Dein Betätigungsfeld an, das Dir zur Verfügung steht.
Es ist wie ein Spielplatz auf dem Du alles ausprobieren kannst.
Du brauchst nichts zu wiederholen, wenn es Dir nach einem ersten Versuch nicht gefällt.
Aber probiere es aus – alles!
Lass Dich nicht von Ansichten anderer oder Deinen eigenen Gedanken dazu verleiten Dinge, die Dich reizen nicht zu tun.Lerne auf deine “kleinen Verrücktheiten” einzugehen.


Der Schwan in uns hat in den Augen eines Huhnes, wirklich absurde Interessen. In meinem Fall:

  • nichts-tuend auf einer Bank sitzen und die Gegend betrachten
  • im Gras liegend in das Lichtspiel zwischen Sonnenstrahlen und Bäumen schauen
  • dem Rauschen des Windes oder eines Gewässert zuhören
  • Fotos machen
  • ständig neue Bücher lesen
  • Büchern die weggeworfen werden sollen ein zweites Leben zu geben
  • die Welt anschauen und 
  • Rezepte ausprobieren.

Andere sammeln Briefmarken, reisen jedem Oltimer-Rennen nach, zeichnen Stammbäume und recherchieren alles über ihre Vorfahren oder den Ort an dem sie wohnen. Sie schreiben Gedichte oder ihre Biografie, flicken Autos oder Velos, gründen einen Verein, erlernen eine Therapieform, obwohl sie keinen Klienten haben oder studieren Russisch.

Wenn wir diesen Interessen mit Begeisterung nachgehen, wird darüber nicht selten gelächelt.
Wir werden als ein bisschen verrückt wahrgenommen. Tatsache ist: jeder von uns hat Interessen, denen er gerne nachgeht oder nachgehen würde, die auf den ersten Blick keinen Nutzen haben, sondern nur einem unerklärlichen Interesse entspringt.

Lerne wieder die Zeit für solche nutzlosen Dinge zu haben, denn Zeit haben und Wünsche zu verwirklichen macht glücklich, nicht Zeit sparen.

Schaue nach einer gewissen Zeit, was passiert.
Sind nun mehr oder weniger gute Museumstage in Deinem Leben?
Gibt Dir das eine Inspiration dazu, wohin Du mit Deinem Leben in Zukunft willst?

Die Ausprobier-Liste

Wie würde Dir eine Liste gefallen, die Dir 75 Ideen gibt, was Du Ausprobieren könntest, um

  • Farbtupfer in Dein Leben zu bringen und
  • wieder deutlicher zu spüren was Du wirklich willst?

Es gibt sie.
Sie ist kostenlos.
Im e-Book “Glücksmomente schaffen, statt nur vom Glück zu träumen”.

Nach einigen einleitenden Worten, die Du vorerst überspringen kannst, findest Du eine lange Tabelle mit Vorschlägen.
Viele kosten kaum Zeit und Geld und bringen doch Farbe ins Leben und lassen Dich erleben, was Dir gefällt.


Eine wichtige Strategie um seinen Lebenszielen auf die Spur zu kommen ist: “Pflege das Nutzlose “.


 

Bestelle im Feld oben rechts die Ideenliste!

 

Wir sind alle Lebensgärtner – Interview von “Herzenswunsch-Podcast”

Liebe Leserin, lieber Leser
genau in der Mitte der Blogserie hat mich Yvonne Simone für ihren “Herzenswunsch-Podcast” interviewt. Sie wollte mehr darüber wissen, was durch meine Big Five in den letzten zwei Jahren in meinem Leben passiert ist.

Also gibt es diese Woche nichts für die Augen, sondern etwas für die Ohren 🙂



Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst Deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, obwohl Du nicht weisst, wie Du anfangen sollst.

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtige Frage

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Eine inspirierende Lesezeit wünsche ich Dir

Lebe lebendiger!

Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Panama ist das Land unserer Träume!”
Der Bär war begeistert. Er hatte am Morgen eine Holzkiste aus dem Fluss gezogen, die herrlich nach Bananen durftete.
Darauf stand “Panama”.

Dort ist alles noch viel schöner”, schwärmte er dem Tiger beim Abendessen vor. “Viel grösser – und…
…Panama riecht von oben bis unten nach Bananen!”.

Der Tiger liess sich von dieser Begeisterung anstecken. obwohl sie beide sehr glücklich waren in ihrem kleinen Paradies.
Am nächsten Morgen standen sie besonders früh auf, um nach Panama zu gehen.

“Wenn man den Weg nicht weiss,” sagte der Bär
“braucht man zuerst einen Wegweiser.”

Deshalb holte er sein Werkzeug und bastelte einen aus dem Holz der angeschwemmten Bananenkiste.
“Panama” schrieb er darauf, stellte ihn auf und schon liefen sie los!”

“Wenn das nur gut geht!”, denkt man als Leser.
Denn wohin der Wegweiser zeigte, war natürlich Zufall.
Aber wer die Geschichte aus Janosch’s Traumstunde kennt, weiss: es kam alles gut.

Die beiden hatten keinerlei Ängste.
“Schliesslich sind wir stark wie ein Bär und stark wie ein Tiger,” fanden sie.
Zudem fragten sie jeden den sie trafen nach dem Weg, um am richtigen Ort anzukommen.

Diese Geschichte zeigt:
Steht erst mal etwas auf dem Wegweiser, dann schlägt man sich schon durch.

 

Was passiert, wenn nichts auf Deinem Wegweiser steht

In unserem Leben  gibt es oft aber keinen Wegweiser, dem wir folgen können.

Uns ist klar: dies und das gefällt uns nicht im Leben.
Wir beschweren uns innerlich oder gar laut über manches in unserem Leben, so wie die Teilnehmer in den Bewerbungskursen in denen ich vor Jahren als Jobcoach arbeitete.
Die Teilnehmenden sagten: “Ich will einfach wieder einen Job. Arbeitslos zu sein ist furchtbar. Die Sorgen um die Zukunft und das Gefühl nicht gebraucht und nicht mehr eingebunden zu sein ist zermürbend. Bloss raus aus der Arbeitslosigkeit!”

Fragte ich: “Okay, was für einen Job möchtest du?”, dann definierten sie kein Traumziel. Jetzt wo sie Zukunftssorgen hatten, fiel es ihnen schwer mehr als das Nötigste vom Leben zu verlangen. Sie sagten: “irgendeinen” oder “so einen wie bisher”. Und das obwohl sie im bisherigen Job gar nicht glücklich gewesen waren.
Allerdings erschien ihnen der alte Job, nun da sie sich mit den Konsequenzen der Arbeitslosigkeit herumschlugen, in einem positiven Licht.
Beinahe vergassen sie, wie viel Ärger und Frustration er in ihrem Leben verursacht hatte.

Bei Menschen die einen Job haben, ist es nicht viel anders. In der Tagesschau wird manchmal bekannt gegeben, wieviele Schweizer, gemäss einer Umfrage, über einen Jobwechsel nachdenken.
Es sind immer überraschend viele. Nicht nur ein paar. Im September 2017 soll jeder 4. unzufrieden gewesen sein (gemässUmfrage transfer plus)
Wenn ich am Montag früh in einen Zug oder Bus steige – was ich nach Möglichkeit meiner guten Stimmung zuliebe vermeide – schlägt mir eine bedrückende Stimmung entgegen.
Und doch gehen alle an diesem Montag und am nächsten Montag wieder an ihren Arbeitsplatz.

Logisch, so sichern die meisten von uns unser Einkommen.
Wie ich, so beklagen sich viele über Jahre über Dinge mit denen sie unzufrieden sind, sie quälen sich durch Frust, Demotivation, ertragen dass andere bestimmen was wichtig ist und sie Dinge tun “müssen”, die sinnlos sind…

Und warum das alles?
Vermutlich gibt es unterschiedlichste Gründe. Ich kann Dir von meinen erzählen:

Einerseits hatte ich Angst kein gesichertes Einkommen mehr zu haben.
Andererseits wusste ich eher, was ich nicht will, als was ich will.
Auf meinem Wegweiser stand, wohin es NICHT gehen soll
und so ging ich – nirgendwo hin.

Ich störte mich an Dingen, rieb mich innerlich auf
und doch – die aktuelle Situation war erträglich.
“Es könnte
 viel schlimmer sein,” sagte ich mir.
“Du hast e
inen tollen Job, mit interessanten Aufgaben und guter Bezahlung. Jetzt stell dich nicht so an!
Anderen geht es schlechter. Und dir ging es auch schon viel schlechter!
Man weiss nie, was kommt, wenn man etwas aufgibt.”

Dese Mischung aus Routine, Angst und falscher Genügsamkeit verhinderte, dass ich mir den Wegweiser zum Land meiner Träume bastelte.
Kein Zufall
 vermutlich. Denn die unbeantwortete Frage war ja: Was schreibe ich darauf?

So drehte ich mich über mehrere Jahre im Kreis.
Mal klagte ich, mal war ich eher zufrieden, dann wieder total frustriert.
Und doch kam ich nicht zum Schluss, wohin es gehen soll.
Das sich beklagen, gibt zwar auch eine Art von Befriedigung, aber es führt nicht weiter.

So vergeht die Zeit.
So vergeht ein Leben.

Steht auf Deinem Wegweiser klar, wohin es in Deinem Leben geht?
Wenn nicht, dann schlage ich Dir  vor: Lass uns einen Wegweiser-Workshop machen!

Der Wegweiser wird Dir noch nicht sagen, WIE Du ans Ziel kommst und WIE Du finanziell überlebst.
Aber er wird Dir sagen, WOHIN die Reise gehen soll
.
WIE Du das machen wirst, ist jetzt noch nicht die Frage.
Und es ist auch egal, wenn Der Wegweiser in die falsche Richtung zeigt. Das richtige Ziel muss darauf stehen, dann wirst Du Dich, genau wie der Tiger und der Bär zu Deinem Ziel durchfragen.

 

Vom NICHT-Ziel zur unwiderstehlichen Zukunftsvision

Klagen bringen nicht weiter, habe ich oben geschrieben.
Allerdings: Wenn wir die Klagen übersetzen, weisst Du bald was auf dem Wegweiser stehen soll.

Beginnen wir damit, was Du in Deinem Alltag tun willst, also womit Du am liebsten Geld verdienen möchtest. Denn das ist ein grosser Teil Deines Lebens.
Wenn du vorankommen willst, hole Dir einige Seiten Papier und mache die folgenden 2 Aufgaben.

 

Aufgabe 1: den Job aus der Hölle beschreiben

Beschreibe wie Deine alltägliche Arbeit sein müsste, damit Du mit Fug und Recht behaupten kannst, das sei ein “Job aus der Hölle”?
Was tust Du. Mit wem? Wo? Wann?
Krame in Deinen Erinnerungen: welche schrecklichen Jobs/Chefs/Kollegen/Umstände hattest Du schon?
Übertreibe ruhig etwas, während Du Dir Notizen machst. Geniesse das schwarz malen.

Diese Übung habe ich in Barbara Sher’s Buch “Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.” entdeckt und als Bewerbungscoach öfters mit meinen Kursteilnehmenden gemacht. Interessanterweise tut sich mit dieser Übung niemand schwer. Jeder kann sich seinen Job aus der Hölle genau vorstellen. Auch wenn die Hölle für jeden anders ist. Was der eine hasst, ist der Traum des anderen.

Schwer ist es hingegen zu sagen, was man wirklich will. Aber wenn wir nun Deine Abneigungen ins Gegenteil drehen, wirst Du Deinen Wünschen auf die Spur kommen. Denn unsere Klagen sind negativ formulierte Wünsche.

 

Aufgabe 2: auf den himmlischen Job schliessen

Notiere auf neuen Blättern was “ein himmlischer Job” sein könnte. Leite es aus dem ab, was Du in Aufgabe 1 notiert hast und suche dessen Gegenteil.

Beispiel: Wenn Dich der Lärm eines Grossraumbüros nervt, dann wäre der Traum vielleicht ein eigenes Büro.

Ja – das wäre eine Variante.
Doch ist das wirklich das Land Deiner Träume?
Vielleicht möchtest Du gar kein Büro haben.
Was wäre wirklich Deine Wunsch-Arbeitsumgebung? (Egal, ob es möglich ist oder nicht – aufschreiben – nicht nachdenken!)
Vielleicht würdest Du – zumindest eine Zeit lang – lieber als Surflehrer arbeiten oder als Kindermädchen in einer reichen Familie, die ständig unterwegs ist.
Oder als Gärtner.
Das würde Dir viel besser gefallen als die Arbeit im Büro.

Nur keine Scheu, nichts ist endgültig.
Spinne einfach mal von Herzen herum.
Wünsche nicht zu brav.
Übertreibe aber auch nicht. Versuche möglichst ehrlich festzulegen, was das gewünschte Gegenteil sein könnte, das zu Dir passt.
Auch wenn Dir der Wunsch absurd scheint und Du keine Ahnung hast, wie Du dahin kommst. Aufschreiben!
Traue Dich über den engen Rahmen des Gewohnten hinaus zu denken und zu träumen! 

Das “wo arbeiten?” hätten wir also aus Deinen Notizen abgeleitet. Gehe nun auch die anderen Fragen Schritt für Schritt durch: Was tust Du? Mit wem? Wann?

Deinen Frust, Deine Klagen in eine Vision von einem guten Leben zu entwickeln, ist gar nicht so schwer, stimmt’s?

 

Einige Beispiele aus meinem Leben

Mein Job aus der Hölle schloss Folgendes ein: “eine Stunde pro Tag zu pendeln, acht Stunden pro Tag bewegungslos auf dem Bürostuhl zu sitzen, ständig den Terminen hinterher jagen und im Stress sein.”

Mein erster scheuer Traum war es öfters im Home office zu arbeiten.
Mir war nicht klar wie wertvoll es ist Verrücktes in Betracht zu ziehen.
Ich träumte viel zu brav.

Doch diesen ersten Wunsch konnte ich mir doch erfüllen und das Pendeln reduzieren.
Also packte ich das Thema “nicht mehr lange sitzen müssen” an.
“Sich bewegen, aber nicht im Fitness-Studio, sondern im Job” war der Wunsch.
“Aber wie?” fragte ich mich.
“Und womit verdienst Du dann Geld” fragte das mein überbesorgtes Zukunfts-Ich.

Fürs erste entschied ich meinen Projektleiterjob zu kündigen (was mir den Mut gab, erzähle ich später.).
Für befristete Zeit – als Zwischenlösung und Test – arbeitete ich in der Gastronomie in den Bergen.
Das war nicht schlecht, was die Bewegung und das Draussen-sein betraf.
Aber es war nicht das, was ich die nächsten 20 Jahre tun wollte.

Im letzten Jahr wurde mir klar: wenn ich auf Entdeckungsreise gehe, bin ich aktiv.
Ob ich mir eine Stadt oder ein Museum anschaue oder im Wald nach Beeren suchen, sofort ist das Sitzen beendet.
Wenn dann noch mein Bü
ro im Rucksack mitkommt, lässt sich parallel dazu auch Geld verdienen.
Das “WIE” fand sich.

Seit einem halben Jahr ist es Realität:
Ich arbeite zu 70 % “draussen”.
Phasen zwischen Sitzen und Laufen wechseln sich ab.
Mein Büro ist mal ein Holztischchen im Wald mit Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, mal ein Café in einer fremden Stadt, dann ein geschliffener Stein auf dem ich sitze, während die Füssen in der Emme (Fluss im Emmental) für Abkühlung sorgen.
Ein klimatisiertes Büro? Ich beneide niemanden darum! Wälder und Flüsse “klimatisieren” schöner.

Wie werde ich das im Winter machen?
Bis vor 5 Tagen hatte ich keine Ahnung. Jetzt zeichnen sich Möglichkeiten ab. Kein Wunder, denn dieses Ziel bleibt auf meinem Wegweiser, nachdem ich erfahren habe wie positiv müde, aber energiegeladen ich nach Hause komme, wenn ich fast den ganzen Tag draussen war und neben der Arbeit 2-3 Stunden gelaufen bin.

 

Aufgabe 3: Freunde um Input bitten

Wenn Du schon ziemlich zufrieden bist mit der schriftlichen Verwandlung Deines Höllenjobs in einen himmlischen Job, dann zeige die beiden Texte einer Freundin die hinter Dir steht und Dich nicht beeinflussen will.
Sie soll Dir nicht sagen, was sie über Deine verrückten Visionen denkt, sondern, was ihr auffällt. Denn manchmal sehen wir das Offensichtlichste nicht.

Bei mir hat es zum Beispiel ewig gedauert, bis ich erkannte, dass in meinem himmlischen Job nirgendwo ein Chef vorkam. Im Höllenjob beklagte ich mich darüber, dass meine Chefs Entscheidungen über mich und über den Verlauf der Projekte trafen und ich manchmal wenig beeinflussen konnte.
Das entfiel im himmlischen Job natürlich.
Aber erst im Gespräch mit anderen fiel es mir auf: nirgendwo hatte ich ein Wort über meinen Chef geschrieben. Es gab keinen.
Das sind unsere “blinden Flecken”. Was uns vor Augen ist, können wir nicht sehen. Deshalb kann für uns aufschlussreich sein, was andere wahrnehmen.

Du hast die 3 Aufgaben gemacht? Dann ist der Wegweiser gezimmert und beschriftet.
Wenn Du Lust hast – und ich nicht gerade im Dutzend Anfragen bekomme – dann schaue ich mir Deine Aufgaben gerne an und schenke Dir dieses Feedback.

 


Strategie 6 um Deine Lebensziele zu finden heisst:

Wisse was Du nicht willst! – und entwickle daraus eine unwiderstehliche Zukunftsvision.


 

P.S.: Die Geschichte ist allerliebst. Wenn Du sie hören magst, hier ist der Link

Sind Deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Manche Dinge unterschätzt man.
Im Brockenhaus in dem ich ehrenamtlich arbeite, halte ich manchmal einen Gegenstand über den Abfalleimer. Zum Beispiel eine Bluse von der ich denke, sie sei zu u
nmodern und somit unverkäuflich. Oder einen Haushaltsgegenstand, der seine beste Zeit nicht vor sich, sondern hinter sich hat.

Ich warte ab bis eine der anderen Helferinnen meine Geste bemerkt.
Wir schauen uns an, ich fragend, abwartend. Interessiert, was die andere Helferin sagt, wenn ich das Ding gleich in den Abfalleimer fallen lasse.
Nickt sie oder protestiert sie?

Manchmal sind wir uns einig.
Manchmal sind wir Welten auseinander.

 

Weiss ich was im Leben Wert hat?

Am Schwersten finde ich es Bilder, die uns ins Brocki gebracht werden, einzuschätzen.
Ist dieses Gekritzel im Bilderrahmen wirklich nur ein Gekritzel oder ist es ein erster Entwurf von Picasso?
– Okay, das war jetzt auch ein bisschen Schleichwerbung, damit ihr mal vorbeikommt und euer Schnäppchen-Glück versucht 🙂 .
Im Ernst. Was ist das Kunstwerk wert, das in diesem Rahmen steckt?
15 oder 150 oder gar 15’000 Franken?
Mir fehlt jede Grundlage, um das beurteilen zu können.

Im Leben ist es manchmal genau so.
Es fehlt die Grundlage, um beurteilen zu können, ob die Energie und Lebenszeit, die man
in eine Ausbildung, ein Auto oder in einen Hausbau steckt, gut investiert ist.
Sicher, beides zeigt: es passiert etwas in Deinem Leben.
Mancher würde gar sagen: “Es geht voran!”.

Doch wie wirst Du diese Entscheidung in 10 Jahren beurteilen?
Ich fand lange: solche Fragen lassen sich kaum beantworten.

Wertvorstellungen können sich schnell ändern. Diese Erfahrung machte ich schon mit 15, als ich nach einer Wirbelsäulenoperation einige Stunden mein rechtes Bein nicht mehr spüren konnte. Schlagartig war mir klar: manche Möglichkeiten haben eine Verfallsdatum. 

Sorgt das Wichtige von heute, für das Bedauern von morgen?

  • Vielleicht hindert Dich in 3 Jahren ein Knieproblem daran Dir einen Herzenswunsch zu erfüllen, den Du auf “irgendwann später…” verschoben hast – nach der Ausbildung, nach dem Autokauf, nach dem Hausbau…

oder

  • durch den beruflichen Wechsel wirst Du zu einem Vielflieger im schwarzen Business-Anzug. Du jettest von Ort zu Ort. Das ist anfangs spannend. Doch für Freundschaften, Partnerschaft,  Familie und Hobby findet sich nur noch am Wochenende Zeit – wenn überhaupt. Musestunden? Ruhe? Zeit zum Leben? Fehlanzeige.
    Nach wenigen Jahren bedauerst Du, was in Deinem Leben alles nicht stattfindet.

Vielleicht ist diese Ausbildung aber auch das Sprungbrett in eine Tätigkeit, die Du liebst, weil du genau das tun kannst, was dir wichtig ist.
Wer weiss das schon?

 

Kriterien für die Beurteilung

Meine Suche nach dem was wirklich wichtig ist im Leben, ist nicht zu Ende.
Aber mi
t den Jahren ist sie einfacher geworden, weil ich Beurteilungskriterien fand: 

 

1. Prüfstein: gefallen mir meinen Lebens-Museumsbilder?

Schliesse die Augen,” so lernte ich es im Kurs des Hamburger Teams von John Strelecky. “Stelle Dir vor, in einem Museum werden Szenen aus Deinem Leben gezeigt: 

Hast du viel gearbeitet, hängen natürlich viele Szenen aus deinem beruflichen Alltag auf.

Warst Du oft mit Freunden unterwegs, hast Du viel gelesen, gebastelt, Sport getrieben, Zeit in der Natur verbracht? Es wird in Deinem persönlichen Museum dokumentiert.

Wann gab es Höhepunkte, Flauten, Tiefschläge?
Dein Lebens-Museum zeigt es.”

Ab und zu in Gedanken durch dieses Lebens-Museum zu gehen, stärkt das Urteilsvermögen.
Wir sehen unser Leben “von aussen”, in einer Art Überblick.
Wir müssen dem w
as war in die Augen sehen. Wir werden “gute Museumstage” finden, wie John Strelecky es nennt.
Und wir werden manches entdecken, das uns nicht gefällt.

Der Besuch im eigenen Lebens-Museum hilft auf gute Art kritischer zu sein.

 

2. Prüfstein: was in schweren Zeiten wichtig bleibt. 

Ein Vorteil des Älter-Werdens ist, dass man Erfahrungen macht.
Schwierige Erfahrungen, besonders Krisen und Schicksalsschläge lassen uns erkennen, das Vieles nicht wichtig ist.

Kennst du Menschen, die kein einfaches Leben hatten, aber nicht bitter geworden sind. Menschen die gelernt haben aus Mist das Beste zu machen?
Sie wirken gelassen, sind manchmal etwas ironisch und abgeklärt. Denn sie reiben sich nicht (mehr) daran auf, dass Dinge sind, wie sie sind.
Sie schätzen, was sie haben.
Es könnte alles viel schwerer sein. Das ist ihnen bewusst.

Fragst Du solche Menschen, wie sich ihre Werte durch schwere Zeiten verändert haben, merkst du: Viele gaben plötzlich Dinge auf, die ihnen zuvor sehr wichtig schienen.
Sie setzen neue berufliche Ziele oder kündigten ihren Job, um für anderes mehr Zeit zu haben.
Sie beenden Beziehungen.
Sie begannen Beziehungen.
Sie fragten öfters danach, was sie selbst wollen.
Die Meinung anderer wurde weniger wichtig.
Verluste hatten ihnen klar gemacht: auf Vieles kann man verzichten.
Zum Beispiel auf vermeintliche Freunde.
Auf anderes könnte man verzichten, aber man sollte es nicht. Man holt es sich besser entschlossen ins Leben.

 

3. Prüfstein: Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. 

Bonnie Ware hat in ihrer Arbeit als Sterbebegleiterin erlebt, wie Menschen Versäumtes von Herzen bedauerten.
Worüber sich ihr Patienten beklagten, erzählt sie uns in ihrem Buch. Das
gibt uns die Chance, die Fehler von Bronnie Ware’s Patienten nicht zu machen. Oder zumindest – andere  🙂 .

Versäumnis 1: sich selbst nicht treu gewesen sein
“Warum haben ich nicht einfach getan was ich wollte?” fragten die Menschen, die Bonnie in ihrer letzten Lebensphase begleitete. Sie hatten nicht den Mut gehabt, so zu leben, wie sie es wirklich wollten. Sie hatten die Erwartungen anderer erfüllt, doch zurück blieb das Gefühl sich selbst nicht treu geblieben zu sein.

Versäumnis 2: zuviel Lebenszeit der Arbeit geopfert
“Wir tun so, als hätten wir alle Zeit der Welt – dabei haben wir nichts anderes als das Leben heute,” sagten ihre Patienten. Sie waren Erfolg, Besitz und Anerkennung nachgejagt und hatten es vor sich hingeschoben, Zeit mit Menschen zu verbringen, die sie liebten und Dinge zu tun, die sie liebten. Für manches kam die “richtige Zeit” nie.
“Richte dein Leben nicht so ein, dass du am Ende bereuen musst, soviel gearbeitet zu haben”, riet ein Mann der Sterbebegleiterin.

Versäumnis 3: Gefühle verschwiegen
Menschen die man liebt zu sagen, wieviel sie einem bedeuten – das  schien mir früher nicht sehr bedeutsam fürs Leben. Doch die Sterbenden klagten darüber, dass sie hatten es versäumt hatten ihre Gefühlen auszudrücken. In ihren Beziehungen war Vieles ungesagt geblieben. Manches liess sich nachholen. Für manches war es zu spät.

Versäumnis 4: den Kontakt zu alten Freunden verloren
“Sorgen Sie dafür, dass Sie immer wissen wo Ihre Freunde gerade sind, und teilen Sie ihnen mit, dass Sie sie zu schätzen wissen, “ raten die Patienten von Bronnie.
Geschäftigkeit, Konflikte oder die Unfähigkeit den Kontakt zu halten, wenn es schlecht lief, hatte bei ihnen dazu geführt, dass Kontakte zu alten Freunden abrissen. Selbst wenn sie von anderen umgeben waren, litten Bronnies Patienten unter Einsamkeit. Es fehlten ihnen die Menschen, die ihre Geschichte kannten – das liess sich durch neue Kontakte nicht beheben.

Versäumnis 5: sich zuwenig Glück gegönnt haben
“Wenn ich die Chance hätte, noch einmal irgendetwas anders zu machen, dann würde ich mir mehr Glück und Freude gönnen”, so klagten ergebnis- und leistungsorientierte Menschen. Sie hatten vergessen, den gegenwärtigen Moment zu geniessen und der Freude einen wichtigen Platz im Leben zu geben. Glück stand für sie nicht im Vordergrund. Sie wollten dies und das erreichen und verschoben Freude und Glück von Jahr zu Jahr.

 


Die zweite Strategie, um echte Lebensziele zu finden heisst also:

Prüfe, was wirklich wertvoll ist!


 

Folgende Fragen fassen diesen Artikel zusammen. Sie helfen zu beurteilen, ob Deine Ziele nur glänzen oder ob sie Gold wert sind:

  1. Kriterium: Gefällt es mir, wenn von dem was ich jetzt tue, in meinem Lebens-Museums ein Bild hängen wird? Sind diese Bilder das, was ich wirklich in meinem Leben haben will?
  2. Kriterium: Bin ich mir selbst treu und tue ich das, was für mich wirklich wichtig ist oder lebe ich das, was andere gut finden?
  3. Kriterium: Werden meine Beziehungen zu (alten) Freunden durch mein Tun am Leben erhalten; und wissen die Menschen, die ich liebe, was sie mir bedeuten und welche Gefühle ich für sie habe?
  4. Kriterium: Gönne ich mir Glück und Freude? Ist das in den Bildern meines Lebens-Museums sichtbar?
  5. Kriterium: Wäre heute der letzte Tag meines Lebens, wie würde ich meine Museumsbilder beurteilen?

 

Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Es sind hübsche Kinder,” sagte die Ente.
Alle zusammen sind schön, bis auf das eine, das ist nicht geglückt!“
Das waren die Worte seiner Mutter.

Es ist zu gross und ungewöhnlich” sagte die eine Ente.
Es ist hässlich”, sagten alle Bewohner im Entenhof.
“Wenn du nur weit fort wärest!”, sagte die Mutter.
“Wenn die Katze dich nur fangen möchte!” sagten die Geschwister.

So erzählt Hans-Christian Andersen die Geschichte vom hässliche Entlein, das bald nicht mehr wusste, wo es stehen und gehen sollte, weil es gebissen, gestossen und vom ganzen Entenhof verspottet wurde.

Wir Leser wissen: dieses Entlein war nicht hässlich und nichts an ihm war falsch.
Es war nur keine Ente.
Es war ein Schwan, der meinte eine Ente zu sein.

 

Versuchst Du eine Ente zu sein?

Jeder wird in ein Umfeld hineingeboren,
in eine Familie, ein Land, ein Gesellschaft – einen “Entenhof”.
Und jeder versucht “Ente” zu sein,
denn es ist das, was alle anderen sind.
Es ist das Einzige, das wir kennen.

Wenn es schlecht läuft, erlebst Du wie das Entlein, dass Dein Umfeld Dich ablehnt.
Wenn Du etwas mehr Glück hast, gelingt es Dir recht gut im Entenhof zu leben.
Einziger Nachteil:
Du vergisst, dass Du ein Schwan bist und schiebst alle Hinweise darauf weg.
Diese Gefahr bestand beim hässlichen Entlein nicht.

 

Neue Ansprüche

Eines Tages flog es versehentlich über das Entengehege.
Es erschrak über diese Fähigkeit. Keine andere Ente tat das.

Was bist du für einer” fragten die wilden Enten, denen es im grossen Moor begegnete.
“Was ist das?” fragte die alte Frau, die es fand.
Beide stellten die Frage, die das Entlein zur Lösung führen könnte.
Doch weder sie, noch das Entlein erkannten, was es ist.

Das alte Drama wiederholte sich:
Die Frau steckte den jungen Schwan probehalber in den Hühnerhof.
Sie dachte, er werde Enteneier legen.
Das klappte natürlich nicht.

Das Huhn auf dem Hof verlangte von Entlein, dass es gluckst und Eier legt, wenn es seine Meinung kund tun will. Also musste es seinen Mund halten.

Die Katze weigerte sich jemanden ernst zu nehmen, der keinen krummen Buckel machen und Funken sprühen kann. Auch das war dem Entlein unmöglich.

 

Der Herzenswunsch

Es konnte all diese Ansprüche nicht erfüllen.
Schlimmer noch: in ihm tauchten absonderliche Wünsche auf.
Wünsche, die in seinem Umfeld schlecht ankamen:

“Es ist so schön auf dem Wasser zu schwimmen”, schwärmte das hässliche Entlein
“so herrlich, es über dem Kopfe zusammenschlagen zu lassen und auf den Grund niederzutauchen!”

Wir spüren es diesen Worten an: da steckt eine tiefe Sehnsucht.
Das ist ein Herzenswunsch.

 

Hey Schwan, erwarte von einem Huhn kein Verständnis!

Die Henne reagierte nicht positiv.
“Du bist wohl verrückt geworden!” sagte sie.
“Frage die Katze danach, sie ist die klügste, die ich kenne,
ob sie es liebt, auf dem Wasser zu schwimmen oder unterzutauchen….

Frage die alte Frau, klüger als sie ist niemand auf der Welt!
Glaubst Du, dass sie Lust hat, zu schwimmen?”

Es habe wohl zuwenig zu tun, wenn es solche Grillen entwickle, schimpfte die Henne.
“Lege Eier, dann geht das vorüber!”

 

Welche Träume passen nicht in Deinen Entenhof?

Weisst auch Du noch nicht recht, was Dich ausmacht und wo es in Deinem Leben hingehen soll?
Tauchen in Dir manchmal Wünsche auf, die du gleich wieder wegschiebst, weil sie nicht realistisch sind oder nicht in Dein Weltbild passen?

  • Steckt in dir vielleicht  – wie in mir – eine Weltenbummlerin, die etwas von der Welt sehen möchte, statt an einem Arbeitsplatz au den Bildschirm zu starren?
  • Bist Du eigentlich ein Schriftsteller, der das noch nicht weiss, und deshalb Sitzungsprotokolle und Offerten schreibt?
  • Oder träumt der Familienmensch in Dir davon weniger Zeit dem Beruf zu opfern und Zeit für sein Leben, seine Familie und Freunde zu haben?

 

Mein Entenhof

Die Vorstellung von morgens früh, bis abends eine Dienstleistung zu bringen, um damit mein Leben zu finanzieren war mein Entenhof.
Über Jahre und Jahrzehnte dachte ich, das sei der Weg, um zufrieden zu leben und das zu bekommen, was Sinn und Freude in mein Leben bringt.

Doch immer stärker spürte ich: etwas passt nicht.
Ich hatte Lust frei zu sein, Zeit zum Leben zu haben, meine eigenen Ziele zu verfolgen, das zu tun was für mich Sinn macht, statt für die Ziele anderer zu arbeiten.

 

Der Schuh der drückt

Wie sehr liebe ich es die Schönheit der Welt zu sehen, in Bewegung zu sein, frei über meine Zeit zu verfügen und Menschen zu inspirieren, damit sie ein gutes Leben finden!
Kein Wunder, war das Leben in einem Grossraumbüro, vor dem Bildschirm, von morgens bis abends verplant, ein Schuh der drückt.

Ich hatte es gut hinbekommen.
Beinahe wären mir Entenfedern gewachsen.
Aber immer wieder kam ich an Grenzen, wurde krank, dauererschöpft, frustriert.
Der “Schwan in mir” lies sich nicht einfach verdrängen.

Lange dachte ich, ich sei falsch gepoolt.
Schliessliche verdient jeder so sein Geld (was nicht stimmt, aber entdecke das mal in einem Pool von Dienstleistern – im “Entenhof”.)

Es kam der Moment, wo ich die Sehnsucht nicht mehr beiseite schieben wollte. Genau wie das Entlein – oder vielmehr – der Schwan.

 

Der entscheidende Schritt

Ich glaub, ich geh hinaus in die weite Welt.” sagte das hässliche Entlein, ging zum Wasser und schwamm und tauchte nach Herzenslust.
Endlich tut es das wonach sein Herz sich so sehr sehnt.

Ist das nun sein Glück?
Weit gefehlt.
Zwar geniesst es das Schwimmen und Tauchen.
Aber es ist allein.

Es sieht fasziniert, wie ein Schwarm Schwäne nach Süden fliegt, spürt den Wunsch ihnen anzugehören und erlaubt sich doch nicht, so weit zu denken.
“Es wäre schon froh gewesen,” schreibt Andersen, “wenn die Enten es unter sich geduldet hätten.”

Der Winter war hart. Beinahe wäre es erfroren.
Doch im Frühling schwimmen drei von den königlich-weissen Vögel, die das Entlein so bewundert, zu ihm hin.
Und es erkennt im spiegelnden Wasser, das es selbst ein Schwan ist und zu dieser Art gehört.

Der Wunsch zu Schwimmen hat es nach Hause geführt.

 

 


Strategie 1 um Deine Lebensziele zu finden: Sei Schwan! Versuche nicht Ente zu sein.


  • Achte auf die Dinge, die Du einfach kannst (wie fliegen über das Entengitter). Das was Dich von anderen unterscheidet, kann Dir mehr über Dich selbst verraten.
  • Achte darauf welche Wünsche in Dir stecken. Bewerte sie nicht negativ.
    Sie zeigen etwas von Deinem Naturell, zeigen was in Dir steckt und wo Du hingehörst.
  • Lass die Wünsche in Deinem Herzen zu und folge ihnen. Vielleicht durchlebst Du einen einsamen, harten Winter. Aber es wird dich dahin bringen, wo Du hingehörst.

10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden – Intro und Übersicht

Liebe LeserIn

in dieser 10-teiligen Sommer-Blogserie erfährst Du, welche 10 Strategien helfen echte – also wirklich wichtige – Lebensziele zu finden. Lebensziele, die nicht nur wie Gold glänzen, sondern auch Gold wert sind.

  • Manches Ziel für das wir unsere Lebenszeit und unsere Energie brauchen, lässt uns enttäuscht zurück.
    Was kann Dich davor bewahren?
  • Manchmal tun wir uns schwer Ziele zu finden. So viele Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung.
    Welches sind also die wirklich wichtigen Ziele?

Im Teil 1 dieser Serie lernst du 10 Strategien kennen, die Du ausprobieren und an denen Du Dich orientieren kannst. All das, was mir auf meiner eigenen Suche nach Sinn und Bedeutsamkeit geholfen hat, fliesst in diese Blogserie ein.

Ab Donnerstagnachmittag den 8.8.2019 findest Du auf diesem Blog jede Woche einen neuen Artikel.

Du kannst die Texte separat lesen oder von dieser Übersicht ausgehen:

 

Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, wenn Du nicht weisst, wo Du anfangen sollst

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtigen Fragen

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Lesen. Möge das was Du liest Dich inspirieren und Dich in der Entscheidung bestärken, LebensgärtnerIn zu sein, Deinen Lebensgarten zu gestalten.
Lebe lebendiger!

 

 

 

 

 

5 Fragen die verhindern, dass Du Dein Leben verpasst

Im Juni 2017 habe ich meinen gut bezahlten Projektleitungs-Job gekündigt. Ohne genau zu wissen, was ich danach tun werde.

Die Firma in der ich angestellt war hat “Rang und Namen” in der E-Learning-Branche, experimentiert mit modernsten Führungsmethoden (selbstverantwortliche Teams) und hat einen Anspruch, der mich fasziniert: beste digitalen Lehrmittel zu entwickeln.
Dieser Job forderte mich jeden Tag heraus mich auf neue Themen einzulassen und mein Bestes zu geben. Ich liebte es.
Doch mein Inneres liess sich nicht täuschen: ein Teil in mir litt. Etwas fehlte.

Als dann eine Beziehung zerbrach, hatte ich das unbestimmbare Gefühl, das habe auch damit zu tun, dass ich zuviele Kompromisse in meinem Leben mache. Also besuchte ich im Juni 2017 ein 2-tägiges Seminar bei John Strelecky & Friends in Hamburg, um mein Leben genauer unter die Lupe zu nehmen.
Am Tag danach schrieb ich die Kündigung.

 

Die ehrliche Antwort auf die Frage “Was will ich wirklich?”

Bisher hatte ich nur wahrgenommen, dass mir das stundenlange Sitzen vor dem Computer und die Hektik des Projektalltages nicht gut tun. Zudem fragte ich mich ständig “Macht das wirklich Sinn?”.
An diesem Seminar in Hamburg sah ich ein, dass etwas viel Grundsätzlicheres nicht stimmte: für diese Stelle verzichtete ich auf das, was mir am meisten wert war: Bewegung, Achtsamkeit, Freiheit, Abenteuer und Bedeutsamkeit.

Ich sass Tag für Tag am Bürotisch, obwohl ich etwas anderes wollte: draussen sein, in die Natur schauen statt in den Bildschirm, mich bewegen statt zu sitzen, “die Welt” entdecken und etwas tun, das für Menschen und für die Umwelt wirklich wichtig ist.

Das konnte ich in diesem Job weder finden noch integrieren. Es genügte mir auch nicht länger, diesen Dingen in meiner Freizeit nachzugehen, wie ich es bis dahin tat.

 

Der Preis des Kompromisses

Ich sah ein, welchen Preis ich zahle, wenn ich nichts ändere:
Ich würde ein Leben leben, das nicht dem entspricht, was ich wirklich will.
Ein Leben, das mich am Ende auf die Dinge zurückblicken lässt, die ich gerne getan hätte. Dinge, die hätten stattfinden können. Wie zum Beispiel “einmal wäre ich beinahe einen Marathon gelaufen….” (Julia Engelmann).

Die nicht gebannte Gefahr

In der ersten Phase nach der Kündigung nutzte ich die neue Freiheit, um drei Abenteuer anzupacken:

  • über die Weihnachtsfeiertage/Neujahr arbeitete ich in einem Grand Hotel im Frühstücksdienst
  • danach ging ich als Freiwillige ins Flüchtlingslager nach Lesbos
  • und dann ans “Ende der Welt” und arbeitete in der traumhafte Bergwelt als Allrounderin in einem Berggasthaus.

Nebenbei entwickelte ich fleissig meine selbstständige Tätigkeit.
Es gab eine Menge zu entdecken, ich nutze die Freiheit hinzugehen wo ich will und das Bewegungsprogramm war in diesen Jobs inklusive.

Soweit so gut.

Mitte März wollte ich endlich wieder zu Hause sein und mich nur auf meine Selbstständigkeit konzentrieren.

Nach einer Woche fiel es mir auf: ich verbrachte viel zuviel Zeit vor dem Computer und kam kaum aus meinem Büro raus. “Schliesslich musst Du ja Geld verdienen” diktierte der Antreiber in mir und bewirkte damit, dass ich die Dinge vernachlässigte, die nichts mit Geldverdienen zu tun haben.

So sass ich nun als Selbstständige den ganzen Tag am Bürotisch vor dem Bildschirm und vergass darüber was mir wirklich wichtig ist. Zwar machte die Arbeit Sinn. Trotzdem war es nur eine andere Art mein Leben zu verpassen.

 

Die Hilfestellung

Lange setze ich mich in meinem Lieblings-Ohrensessel, liess die Beine über die Armlehne baumeln, spielte unruhig mit meinem Schreibzeug herum und dachte nach.
“Wie kann ich besser dafür sorgen, dass das Wichtigste in meinem Leben das Wichtigste ist?”, fragte ich mich.
Praktisch. Nicht theoretisch.

Dann fiel es mir ein: wenn ich weiss, dass ich über etwas Rechenschaft abgeben muss, achte ich viel besser darauf, was ich im Alltag tue. Du kennst es vielleicht auch? Nie putze ich meine Zähne gründlicher, als die wenigen Wochen vor dem jährlichen Dentalhygienetermin 🙂
Warum sollte ich diesen Effekt nicht nutzen?

Also stellte ich  mir die Aufgabe am Ende der Woche folgende Fragen zu beantworten:

Auswertung:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Massnahmen:

  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen öfters tun, um mehr Bedeutsames in mein Leben zu bringen? Worauf will ich mich konzentrieren? (Blick auf 1. und 2. erlaubt)
  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen seltener tun, damit Unbedeutendes weniger Platz in meinem Leben hat? (Bick auf 3. erlaubt)

 

Die neue Spur

Siehe da – von da an, zog ich mir jeden zweiten Tag die Wanderschuhe an und ging auf Abenteuer-Jagd. Ich rief Menschen an  die mir wichtig sind oder traf mich mit ihnen. Ich nahm mir die Zeit zum Lesen (die ich vorher nicht hatte), übte fleissig das Filmen und Fotografieren, nahm mir Zeit für mich zu kochen und Dinge selbst zu machen, liess mir Zeit zum Nachdenken und entwickelte (endlich) das Konzept und den Inhalt für diesen Blog.

Sicher, mein Tagesplan mutiert zum Kontrastprogramm: Wenn andere ins Büro gehen, bummele ich durch den Wald und mache ein Fotoshooting mit Bäumen, Blätter, Ameisen und Schnecken oder ziehe durch die Berge. Doch genau da habe ich die Idee, wie ich den Blog aufbauen will.
Zu Hause angekommen, setze ich mich vollkommen zufrieden mit meinem Vormittag an den Schreibtisch und tue, was zu tun ist.

 

Einwände

Der Angstmacher in meinem Hirn jammerte erst, dass das so nicht geht. “Du wirst garantiert verhungern” (sein Originalton). Da vermeldeten das Steueramt und die Krankenkasse unerwartet, dass ich eine ahnsehnliche Rückzahlung erhalte. Seither lache ich über die Angstmacherei, wenn auch mit einer Spur Ernst. In den nächsten Monaten werde ich definitiv nicht “verhungern”.

Natürlich: mein Lebensstil ist riskant. Ich riskiere, dass ich mir im in einigen Monaten ein Abenteuer suchen muss, das bezahlt wird – sei es ein Temporärjob oder eine Saisonstelle. Was für eine unglaubliche Gefahr ;-).

Vorher riskierte ich mehr:
Ich riskierte, mein Leben zu verpassen.

 

Und Du?

Welche Antworten findest Du, wenn Du Dich fragst:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Und was wirst Du tun, um dem was Dir viel bedeutet mehr Raum zu verschaffen und dem Unbedeutendem “den Hahn zuzudrehen”?

Lass Dich auf die Fragen ein. Lebe lebendiger.