Drei Geschenke, die ein Leben lang Freude bereiten

Die grösste Lüge der Eltern gegenüber ihren Kindern
betrifft nicht die Existenz des Weihnachtsmanns,
sondern das stillschweigende Versprechen,
die Geschenke würden sie glücklich machen.“

aus „Der Mann der glücklich sein wollte“, Laurent Gounelle

Enttäuschendes Glück…

Aufgeregt und glücklich stellte der kleine Julien seine Weihnachtswunschliste zusammen.
Er konnte Weihnachten kaum erwarten.
Voll überschwänglicher Freude packte er am Weihnachtsabend alles aus und spielte den ganzen nächsten Tag mit dem neuen Spielzeug.
Aber schon da spürte er, dass die Begeisterung abnahm.
„Bald sehnte ich mich nach der Aufregung des Vorabends zurück und wollte sie noch einmal erleben.
Die Erwartung war genussvoller als das Ergebnis“.
So erzählt Julien*, den wir in der letzten Blogserie bereits kennengelernt haben.

Die Dinge geben uns oft nicht das, was wir von ihnen erwarten.
Das musste nicht nur Julien nach dem Weihnachtsfest feststellen. Das spüren auch wir Erwachsene immer wieder, wenn wir in einem Anflug von Aufregung etwas einkaufen, das uns wenige Wochen später mit einer inneren Leere
 zurück lässt.

…und Kollateralschäden

Doch der Schaden ist grösser, als wir im ersten Moment vielleicht annehmen. Wir sind nicht nur enttäuscht, 

  • wir haben Geld und damit unsere wertvolle Zeit in etwas investiert, das nur kurzzeitig als “Stimmungsaufheller” wirkte
  • diese Zeit hätten wir in etwas investieren können, das uns wirklich gut tut 
  • die gekauften aber nutzlosen Dinge stehen bei uns herum, brauchen Raum, Aufmerksamkeit und Pflege.

Bild von moritz320 pixabay

Der Irrtum, dass uns Dinge glücklich machen, schadet zudem anderen und der Umwelt:

  • für die Produktion von Unnötigem werden Ressourcen benötigt, die andere nötiger haben als wir.
  • Spätestens wenn die Kinder flügge werden oder wir auf unsere letzten Lebensjahre zusteuern, muss all der Überfluss kostenpflichtig entsorgt werden.
  • Wir würden im Müll versinken, hätten wir nicht so ein schweizerisch-geniales Abfallsystem und die Möglichkeit anderen (!) unsere Altlasten aufzubürden. Energie, Kosten und Altlasten fallen trotzdem an und belasten entweder unser Budget oder die Zukunft der nachfolgenden Generation.

Besser-als-zuvor schenken

Wenn Geschenke nur kurzfristig ein Glücksgefühl vermitteln das rasch wieder abflaut…
Wenn wir damit uns und andere unglücklich machen…
… was ist dann die Konsequenz?
Nichts mehr schenken?
Nein.
Anders schenken!
Besser als zuvor schenken.

Willst Du Geschenke finden, die bedeutsam sind, lange Freude machen und keinen Staub ansetzen?
Dann setze nicht mehr auf Dinge, die man nicht wirklich braucht, sondern auf drei dauerhafte und abfallfreie Geschenke: Erlebnisse, Zeit und Kompetenzen.

Erlebnisse

  • Erlebnisse sind jahrelang haltbar und hinterlassen erfreuliche Rückstände in Hirn und Herz: Erinnerungen an Glücksmomente!
  • Wie viele Dinge würden wir gerne mal ausprobieren oder wiederholen! Die einen träumen vom Fliegen lernen, die anderen vom Bogenschiessen und manche verschieben den Konzertbesuch ihres Lieblingssängers jedes Jahr neu.
  • Wenn Du Erlebnisse verschenkst, kann das viel Geld kosten und Umweltschäden verursachen. Muss es aber nicht. Mikroabenteuer können vor der Tür beginnen (kein Auto, kein Flugzeug, keine Spezialausrüstung ).
  • Angenommen die Person, die Du beschenken möchtest wünscht sich irgendwann nach Island zu reisen. Dann ist es für sie interessant einen Bericht von Menschen zu hören, die schon in diesem Land waren. Schau zum Beispiel was explora und anderen Veranstaltern bieten. Ein gemeinsamer Filmabend über Island hilft Deiner Zielperson ihren Wunsch zu konkretisieren (was will ich unbedingt sehen? wann und wie will ich reisen?)
  • Kratze den Mut zusammen und plane für das Kind, das schon lange mal das Kanufahren ausprobieren wollte, einen Schnupperkurs oder ein Kanu-Familien-Wochenende.
  • Planst Du ein gemeinsames Erlebnis verbindet das Dich und die Menschen mit denen Du das Erlebnis geniesst. Das tut uns allen gut und erfreut besonders die Menschen mit der Liebessprache Zweisamkeit
  • Plane und verschenke etwas, was Euch beiden Spass macht, wozu ihr aber nie Zeit findet. Zum Beispiel einen Mondscheinspaziergang oder ein Wochenendausflug an einen Ort, an den ihr gemeinsame schöne Erinnerungen habt.

Zeit

  • ist die wichtigste Währung in unserem Leben. Wir haben keine Ahnung wie viel davon wir besitzen.

  • Oft sind wir so im Alltagstrubel, dass wir uns nicht die Zeit  nehmen um für Glücksmomente in unserem Leben zu sorgen.
    Verschenke zeitliche Entlastung mit einem Zeit-Gutschein, damit die Zielperson sich für einen bestimmten Wunsch Zeit nimmt.
    Sei für die gestressten Eltern, die von 2 Stunden absoluter Ruhe ohne Telefon und Kindergeschrei träumen, Kinderfrau und Sekretärin: Du sammelst das Kind und das Handy ein, sorgst für ein tolles Kinderprogramm, nimmst Anrufe entgegen und versprichst, dass in 2 1/4 Stunden zurückgerufen wird.
    Alle Leute, die sich selbst wichtig sind, haben entweder einen Ausschaltknopf am Handy oder eine Sekretärin, die als Hausdrache fungiert 😉 .

  • Verschenke nicht nur schöne Momente, sondern geh auch mit.
    Nimm das (riesige 🙂 ) Opfer auf Dich und begleite Deinen Lieblingsmenschen zu seinem Line-Dance-Einführungsabend oder einem allerersten Besuch in einem Casino oder zum Malkurs. Wenn Du Dich als DilettantIn erweist, dann lacht darüber.
    Dein Lieblingsmensch hat endlich ausprobiert, was er längst schon wollte und ihr habt Bilder für Euer Lebensmuseum gesammelt, die vielleicht einen Ehrenplatz bekommen.

Kompetenzen

  • Fähigkeiten zu haben stärkt uns.
    Neues zu entdecken bringt Farbe in unser Leben, weitet den Horizont und schafft neue Möglichkeiten. Deshalb ist es eine gute Idee einem Menschen zu neuen Fähigkeiten zu verhelfen.

  • Vielleicht entsteht aus der Teilnahme am Hobbykurs ein lebenslanges Hobby, das viele Glücksmomente schafft. Neue Freunde mit ähnlichen Interessen kommen ins Leben oder neue berufliche Entwicklungen werden möglich.

  • Berücksichtige die aktuelle Lebenssituation und die Vorlieben Deines Lieblingsmenschen: Kläre, ob er gern einen Kurs besucht oder lieber einem Praktiker über die Schultern schaut.

  • Viele Träume bleiben unerfüllt, weil es Energie und Zeit braucht, das was man sich wünscht zu organisieren. Es kann ein sehr wertvolles Geschenk sein, wenn Du Deine eigenen Kontakte aktivierst, so dass Deine Zielperson einen Tag lang beim Segelflug zuschauen – und falls gewünscht auch mitfliegen – kann.

  • Ein besonderes Geschenk ist es, einem Menschen zu helfen seine Lebensziele zu schärfen oder bei der beruflichen (Neu-)Orientierung zu helfen.
    Die Hörbücher und Bücher von John Strelecky oder der Kurs bei den John Strelecky-Teams kann das nachhaltigste Geschenk sein, das Du Deinem Lieblingsmenschen je gemacht hast.

  • Verschaffe Deiner Zielperson die Zeit und Ruhe, die notwendig sind, damit sie sich mit der neuen Fähigkeit beschäftigen kann.
    Halte ihr alle Aufgaben oder Anforderungen vom Leib oder übernimm den Fahrdienst.
    Eise sie von den Kindern oder ihrem Computer los.
    Versenke ihr Handy in Deiner(!) Handtasche.
    Stell Dich bei ihr auf die Fussmatte und sage “Ich entführe Dich jetzt!”. Manchen Menschen fällt es schwer, sich etwas Gutes zu tun, aber sie lassen sich nicht ungern dazu “zwingen”, wenn man entschlossen genug auftritt 😉 . 

Einfach ausprobieren: Links zu Erlebnissen und Kompetenzen

Erlebnisse findest Du bei jochen-schweizer.ch und mydays.ch. Nutze die Seite zur Inspiration. Du musst da nichts kaufen. Noch besser ist es, wenn Du ein ähnliches Angebot in Deiner Region findest. 

Verschenke als Gotte/Götti im nächsten Jahr den 3-teiligen Rittertrail, einen Ausflug ins Puppentheater oder ein Wald-Abenteuer.

Lass Dich von den Volkshochschulen und Migros-Klubschulen inspirieren.

 

 

 

 

*aus „Der Mann der glücklich sein wollte“, Laurent Gounelle

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