Wähle gute Ratgeber

“Kritiker sind gute Freunde, die uns auf Fehler hinweisen”, so soll Benjamin Franklin gesagt haben.
Julien, der Lehrer im Buch “Der Mann der glücklich sein wollte”, sagte etwas Ähnliches, als er mit dem Heiler sprach, den er in seinen Ferien auf Bali aufgesucht hatte.
Er hatte zwei Personen aus seinem Umfeld von seinem Herzenswunsch erzählt, mit einem eigenen Fotostudio sein Geld zu verdienen.
“…und ich muss sagen”, so sagte er zum Heiler “dass sie mir ein wenig den Wind aus den Segeln genommen haben”.

Juliens frisch geweckte Hoffnung auf eine neue Zukunft, hatte sich durch die Bemerkungen seiner Bekannten eingetrübt.
Sein Mut sank.
Die Hindernisse schienen wieder unüberwindlich wie vergitterte Fenster.

“Die eine teilte mir mit, dass die Welt der professionellen Fotografie nur schwer zugänglich sei und dass es mir ohne Diplome, ohne Beziehungen nicht gelingen werde, mich dort durchzusetzen”, erzählte Julien. “Die andere hielt mir entgegen, dass man ohne über einen Kundenstamm zu verfügen, nicht von heute auf morgen solch ein Geschäft aufziehen können und dass deshalb meine Erfolgschancen praktisch null seien.”

Der Heiler rät Julien seine Projekte keinesfalls Personen anzuvertrauen, die ihn entmutigen könnten.
Doch Julien ist nicht einverstanden: “…in gewisser Hinsicht kann es auch nützlich sein, dass die Leute einem die Augen öffnen, wenn man auf dem Holzweg ist”, meint er.

 

Wie siehst Du das?

Hat der Heiler Deiner Meinung recht mit seinem Rat?
Mit wem besprichst Du Deine Herzenswünsche und Träume?
Wem erlaubst Du Dich zu beraten und Deine Ideen zu beurteilen?

Ich habe früher sehr viel darauf gegeben was die Menschen aus meinem Umfeld zu meinen Herzensprojekten sagen.
Aus meiner Kindheit bin ich erbarmungslose Kritik gewohnt.
Ich musste erst lernen, meine Herzenswünsche – vor allem anfangs – wie junge verletzliche Pflänzchen zu schützen; insbesondere vor Menschen aus meinem familiären und beruflichen Umfeld.
Mit der Zeit lernte ich, dass Konfuzius richtig lag als er sagte:
“Von denen einen Rat zu holen die nicht den gleichen Weg gehen, ist nutzlos”.

Schlechte Ratgeber

Der Heiler erklärt es Julien so: “Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis ein Projekt erörtern, das Sie verwirklichen möchten, stossen Sie auf drei unterschiedliche Reaktionen: Gleichgültigkeit, Ermutigung und Ablehnung. Die Letztere zielt darauf ab, dass Sie die ganze Sache aufgeben.

Sie dürfen sich nicht Personen anvertrauen, die Ihnen nur Bange machen wollen, um so ihre eigenen psychologischen Bedürfnisse zu befriedigen. 

  • Es gibt zum Beispiel Leute, die sich besser fühlen, wenn es Ihnen schlecht geht, und die folglich alles tun, damit es Ihnen nicht besser geht!
  • Andere wiederum könnten es nicht ertragen zu sehen, dass Sie Ihre Träume verwirklichen, weil sie so an ihren mangelnden Mut erinnert würden, die eigenen Träume zu verwirklichen.
  • Ausserdem sind da Menschen, die sich durch Ihre Probleme aufgewertet fühlen, denn diese geben ihnen die Möglichkeit, Sie zu unterstützen. Aber dann merken sie, dass sie von Ihnen und Ihren Projekten in den Schatten gestellt werden, und tun nach besten Kräften alles, um Sie davon abzubringen. Es hat jedoch keinen Sinn, ihnen das vorzuwerfen, eben weil sie es unbewusst tun.

Deshalb ist es durchaus angebracht, sich von solchen Personen fernzuhalten und mit ihnen nicht über die eigenen Pläne zu sprechen. Sonst gehört man ebenfalls zu den Millionen von Menschen, die nicht jenes Leben führen, das sie ersehnen.”

Soweit der Heiler in Laurent Gounelles Buch.

Gute Ratgeber

Doch wer ist ein guter Ratgeber?
Wem vertraust Du Dich an, wenn Du zum Beispiel planst mit dem Fahrrad, um die Welt zu radeln oder wenn Du Dich wie Julien beruflich verändern möchtest?
Wer macht Dich darauf aufmerksam wenn Du “auf dem Holzweg bist” ohne Dich zu entmutigen?
Wer lässt Dir den Ausblick auf die Verwirklichung Deiner Herzenswünsche und gönnt Dir ein gutes Leben?
Es sind drei Unterstützer-Typen:

 

Der Experte

Der Experte ist ein Fachmann, der einigermassen neutral ist.
Natürlich ist auch nur ein Mensch und hinter seiner Meinung stecken ebenfalls psychologische Bedürfnisse.
Doch er kann sie weniger leicht auf Dich übertragen, wenn Du ihn um seine fachliche Meinung bittest. Denn in den meisten Fällen besteht zwischen Euch keine nähere Beziehung. Das macht es für Dich einfach seine Meinung als seine Meinung anzusehen. Du kannst Dir von seinem Rat und von seinen Ansichten das nehmen, was Du brauchen kannst und den Rest verwirfst Du.
Allenfalls kannst Du Dir einen Sport daraus machen, einen anderen Experten zu finden, der eine andere Meinung vertritt.
So weitet sich Dein Horizont.
Nutze das Fachwissen der Experten , aber schütze Dich vor Entmutigung.
Lass Dir von seinen “Fakten” nichts ausreden.
Wenn seiner Meinung etwas “unmöglich” ist, ist das eine interessante Aussage über die Vergangenheit.
Doch – was sagt das über die Zukunft?
Nicht viel, denn wie heisst es so schön:

Alle sagten
“Das geht nicht”.
Da kam einer, der wusste das nicht
und hat es einfach gemacht.


Quelle unbekannt

 

 

Der “Wer”

“Wer tut das, was ich tun will bereits?” kannst Du Dich fragen.
Wenn Du so eine Person entdeckt hast, ist das Dein “Wer” (siehe 8. Artikel dieser Serie).
Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Person Dich eher ermutigt als entmutigt ist gross.
Sie ist den Weg, den Du gehen möchtest bereits gegangen und freut sich vielleicht sogar, Dir bei der Verwirklichung Deines Traumes zu unterstützen.

 

Ausgewählte Freunde, Familienmitglieder und Bekannte

Menschen aus Deinem persönlichen Umfeld können unterstützende Ratgeber sein oder auch nicht.
Wie entscheidest Du, wer zu den guten Ratgebern gehört?

Der Heiler aus Juliens Geschichte bringt es auf den Punkt:
Julien brauche ein oder zwei Person, die an ihn glauben, sagt er.
Menschen, die an uns glauben und uns das spüren lassen, schaffen es unsere (Selbst-)Zweifel und Ängste aufzulösen und unser Selbstvertrauen zu stärken, weil sie von unseren Fähigkeiten überzeugt sind. Das hilft uns durch die unvermeidlichen Höhen und Tiefen, die auf uns zukommen, wenn wir unsere Komfortzone verlassen und unser Herzensprojekt umzusetzen beginnen.
Menschen, die an uns glauben verhindern, dass wir aufgeben, weil wir uns alleine fühlen.
Ratschläge können sie uns vielleicht nicht geben. Doch das ist auch gar nicht notwendig, dafür sind die “Wer’s” und die Experten da.
Aber Menschen, die an Dich glauben machen Dir Mut, weil sie Deine Stärken sehen und an Dich glauben.


Strategie 11 um Deine eigenen Lebensziele zu finden und zu verwirklichen heisst:
Suche Dir 1-2  Personen, die an Dich und Dein Projekt glauben und mache Experten und Menschen, die Deinen Weg schon ein Stück gegangen sind zu Deinen Ratgebern.


 

Umgehe die Angst

Warum sind Sie nicht nach Kuta gegangen?” fragt ihn der Heiler.*
Diese Frage bringt Julien in Erklärungsnot”,

Julien hatte den Heiler aufgesucht, obwohl ihm nichts fehlte.
Nach einer kurzen Untersuchung bestätigte der Heiler, dass Julien kerngesund ist.
“Aber…”, so fuhr er fort “…Sie sind nicht glücklich.” Daher kam auch der Schmerzpunkt am Zeh, der Julien aufschreien liess, als der Heiler ihn berührte.

Am Ende dieses ersten Gespräches erhielt Julien den Auftrag nach Kuta ins Kino zu gehen.
Er solle sich einen Film mit seiner Lieblingsschauspielerin Nicole Kidman ansehen und ihr Äusseres genau so kritisch betrachten, wie er das bei sich tat.
Julien werde auffallen, so prophezeite der Heiler, dass selbst diese schöne Frau, keineswegs einen perfekten Körper hat, sondern ihren Erfolg ihrer Ausstrahlung verdankt.

Nun beim zweiten Gespräch versucht Julien zu begründen, warum er nicht ins Kino gegangen war.
Er sei müde gewesen behauptet er.
Doch der Heiler gibt sich damit nicht zufrieden und fragt ganz direkt:
“Wovor hatten Sie Angst?”
Julien fühlt sich durchschaut und staunt, dass der Heiler in ihm liest wie in einem offenen Buch.

 

Wie Angst uns steuert

Bevor der Heiler ihn nach seiner Angst fragte, hatte Julien seine Angst gar nicht bemerkt.
Er verspüre nur Unlust, die Aufgabe zu erledigen und fand eine andere Aktivitäten wichtiger und reizvoller.

Wie Julien so nehmen auch wir unsere Angst oft nicht wahr.
Vielleicht reden wir davon, dass uns etwas Sorgen macht oder missfällt.
Oder wir können uns nicht motivieren etwas zu erledigen.
Spontan überfällt uns der Impuls etwas anderes zu tun.
Wir schieben Dinge auf und lassen uns ablenken.

Als Julien dem Heiler vom Traum eines eigenen Fotostudios erzählt, fragt dieser “Was hindert Sie daran?”
Julien erzählt von seiner Befürchtung nicht die nötigen Fähigkeiten zu haben.
Wieder war ihm nicht klar, dass ihn die Angst davon abgehalten hatte seine Träume wahrzunehmen und zu verwirklichen.
Weil er die Angst nicht erkannte, steuert sie ihn.

Kernkompetenz Angstbewältigung

Die wenigsten Menschen die ich kenne geben zu vor etwas Angst zu haben.
In unserer Kultur ist es verpönt.
Es gilt als Schwäche.
Deshalb lernten wir die Angst zu verbergen.
Vor anderen und leider auch vor uns selbst.
Denn  Angst wahrzunehmen und mit ihr so umzugehen, dass sie Deiner Sicherheit dient, Dich aber nicht mutlos und handlungsschwach macht, ist meiner Ansicht eine Kernkompetenz, um die eigenen Lebensziele zu finden und zu verwirklichen.
Die gute Nachricht ist: das
 kann man lernen.

Auch Angsthasen können mutige Schritte wagen

Immer wieder sagen Menschen zu mir “Du bist mutig”.
Immer wieder irritiert mich das, weil ich mich oft unsicher fühle und meine Ängste spüre.
Weil ich mich von meinen Ängsten nicht abhalten lasse, wirke ich auf andere offenbar mutig.

Ja es stimmt, ich tue Dinge, die mir Angst machen.
Denn ich weiss, wie ich dafür sorgen kann, dass ICH die Angst habe und nicht die Angst MICH.
Die Methoden dafür will ich Dir hier gerne verraten.

 

1. Spüre Deine Ängste!

Wie bei Julien deutlich wurde: wer seine Angst nicht spürt, nicht wahrnimmt wo sie sitzt und wo sie hindrängt, kann nicht bewusst auf sie reagieren.
Nur wer die Angst HAT, kann mit ihr umgehen.
Nur wer sie HAT, kann sie umgehen und allen Ängsten zum Trotz seine Träume verwirklichen.

Auch ich war früher nicht gut darin meine Angst wahrzunehmen.
Etwas Übung ist notwendig um das wieder zu lernen:

Wahrnehmungstraining:
Notiere auf einem Notizzettel oder -block  die Worte wie “erschrocken”, “ängstlich”, “besorgt” und “panisch”.
Überprüfe einmal (wenn Du willst mehrmals) pro Tag, ob eines dieser Gefühle im Moment zutrifft.
Lass Dir ein paar Augenblicke Zeit den Gefühlen nachzuspüren.
Du findest sie im wirren Geplapper Deines Hirns, dem Klos im Hals, den zittrigen Knien, unruhigen Händen, dem pochenden Herzen.
Sei einfach aufmerksam dafür, dass Angst da sein könnte.
Anfangs ist es vielleicht etwas anstrengend, weil Du scheinbar nichts fühlst.
“Aller Anfang ist schwer”, sagt das Sprichwort “…aber nur der Anfang… ” ergänzte Vera Birkenbihl.
Recht hat sie.

 

2. Konzentriere Dich auf Aufgaben statt Fantasien

Unsere Fantasie, unsere Gedankenwelt kann sich die schlimmsten Szenarien ausmalen.
Diese Gabe sollten wir nutzen – fürs Zeichnen, Schreiben und Geschichten erzählen.
Für den Umgang mit Angst ist sie ungeeignet.
Hier sind Fakten und Realitätssinn hilfreicher.

Um mein Hirn zu hindern sich in Angstfantasien zu stürzen, muss ich es beschäftigten.
Ich muss meinen Kopf Arbeit geben.
Wenn ich ihm nicht sage, was er mir liefern soll, schaltet er bei Angst auf Autopilot und malt sich die “Gefahren” in den prächtigsten Farben aus:

  • Das Fotostudio führt ins finanzielle Desaster.
  • Freunde und Familie spotten oder machen mir Vorwürfe.
  • Ja, die ganze Welt wird mir sagen wollen, wie dumm meine Entscheidung war.

So die Angstfantasien.
Bei solchen Gedanken wird meine Angst so intensiv, dass ich mich nicht mehr aus dem Haus traue, geschweige denn einen Traum verwirkliche und mir – zum Beispiel – ein Fotostudio einrichte.

Also gebe ich meinem Hirn einen Auftrag. Es soll

  • echte Gefahren wahrnehmen
  • konkrete Risiken einchätzen und 
  • mögliche Lösungsvorschläge entwickeln.

 

Beschäftige Dein Hirn mit Arbeit – ein Beispiel vom Trans Swiss Trail

Ich war Ende September am späten Nachmittag von Emmetten unterwegs zur Risletenschlucht.
Nach einem herrliche Blick in die Schlucht entschied ich nicht nach Emmetten zurück zu kehren, sondern weiter Richtung Seelisberg zu laufen.
Doch es wurde viel rascher dunkel als ich es erwartet hatte.
Bald  ahnte ich: Ich würde es nicht vor Einbruch der Dunkelheit bis nach Seelisberg schaffen.
Das war kritisch, denn auf dem schmalen Pfad, im steilen Gelände durch die Schlucht hinauf, würde ich bei Dunkelheit keinen Schritt mehr weitergehen können. Die Absturzgefahr wäre zu gross.
Das bedeutet: eine Nacht im Wald verbringen. Ohne Taschenlampe, Feuer und warme Kleidung und Schlafsack.
Frieren war garantiert.

“Beeil Dich! Beeil Dich!” trieb mich die Angst an.
Angst ist ein guter Antreiber aber ein schlechter Ratgeber. Deshalb zwang ich mich stehen zu bleiben um in Ruhe nachzudenken.
“Sag mir was Sache ist”, sagte ich zu meinem Hirn.
Es lieferte folgende Fakten:

  • Nach Beckenried abzusteigen, wäre vor einer halben Stunde noch möglich gewesen. Doch nun war ich davon zu weit entfernt.
  • Emmetten war nicht weit entfernt, aber den gleichen Weg zurück zu gehen war ausgeschlossen. Garantiert würde ich auf diesem Weg im dunklen Wald stecken bleiben.
  • auf der Wanderkarte war keine andere Abzweigung nach Emmetten eingezeichnet. Trotzdem könnte es auf meinem aktuellen Weg eine geben. Vielleicht könnte ich oberhalb der Schlucht auch querfeldein gehen. 

Soweit die Risikoanalyse.
Die wichtigste Erkenntnis war:
die Zeit gut nutzen und Ruhe bewahren sind im Moment die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

  • je rascher ich voran kam, um so höher war die Chance auf einen breiteren Weg zu kommen auf dem ich auch im Dunkeln weitergehen kann.
  • Liess ich mich von der Angst hetzen, könnte ich stolpern, mich verletzten oder abrutschen.

Ab und zu sendete mein Hirn trotz klarem Arbeitsauftrag ein paar Angst-Fantasien. Es malte mir aus, wie ich 

  • am Boden des Waldhanges sitze und zitternd vor Kälte den Morgen abwarte
  • von einer Rettungsmannschaft aufgegabelt werde und eine Lungenentzündung diagnostiziert wird
  • aus Angst vor den unbekannten Geräuschen im Wald durchdrehe.

Zwar werde ich nicht vom Wolf gefressen, aber vom Fuchs zu Tode erschreckt. Das ist ungefähr dasselbe 🙂 .

“Nicht dahin schauen”, ordnete ich an. “Ich will nur Fakten!”.
Fakten?
Fakt ist: es ist möglich, dass ich abrutsche, abstürze, mich verletzte oder – wenn es ganz dumm geht – mein Leben verliere.
Hier in der Risletenschlucht.
Das kann mir aber auch zu Hause auf der Strasse oder im Badezimmer passieren.

 

Blicke in den Abgrund der tiefsten Angst

Früher meinte ich, wenn ich ausblende, dass mir wirklich etwas passieren könnte, helfe das bei der Angstbewältigung.
Doch b
ei Hanne Baar lernte ich im Psychologie-Studium:
wir bringen uns vor allem dann in Schwierigkeiten, wenn wir etwas um jeden Preis vermeiden wollen.

Will ich um jeden Preis vermeiden, dass ich im dunklen Wald eine Nacht ohne passende Ausrüstung verbringen muss oder dass ich abrutsche oder mich verletzten oder Schlimmeres, dann bin ich in der Abwehr.
Das ist eine Position der Schwäche.
Das ist wie Herumfuchteln gegen einen unsichtbaren Gegner.

Wenn ich akzeptiere, dass etwas passieren kann, bin ich auf dem Boden der Tatsachen.
Darauf kann ich stehen.
Ich akzeptiere dass das kommen wird, was kommen wird.
Dagegen brauche ich nicht anzukämpfen.
Das ist Stärke.
Denn nun muss ich nicht kämpfen, sondern kann loslassen und mein Bestes tun, um die Situation so gut wie möglich zu meistern.

Ich schlage vor:
Gewöhne Dich an den Blick in den Abgrund und akzeptiere, dass es keine Garantie dafür gibt, dass Dir nichts passiert.
Sei Dir aber auch im Klaren: mit Ruhe und entschlossenem Handeln lässt sich vieles meistern.

Bestimme den Preis des Vermeidens

Es gibt noch einen Fakt:
Risiken einzugehen ist gefährlich.
Aber Risiken zu vermeiden ist tödlich.

Hören wir zu sehr auf unsere Ängste, schränken wir unseren Radius ein.
Wenn wir zu oft ausweichen, weil uns etwas Angst macht, erleben wir keine Abenteuer mehr.
Dann sind wir vielleicht sicher. Aber auch unglücklich.

Stell Dir vor, Du bist 98 Jahre alt und hast in den letzen 50 Jahren in Deinem sicheren Hafen gelebt und nichts mehr riskiert.
Wie fühlt sich das an?

Also frage Dich: welchen Preis zahle ich, wenn ich das was ich will aus Angst nicht tue? Was werde ich mit 98 bedauern?

3. Gehe entschieden und achtsam voran

Die Fakten im Fall Emmetten liegen nach der Hirn-Arbeit klar vor mir.

Jetzt brauche ich den Rat meines Bauchgefühls, denn meine Intuition weiss mehr als mein Hirn.
Noch schwanke ich zwischen Absteigen und weiter gehen.
Doch dann entscheide ich: “
Ich laufe weiter Richtung Seelisberg. Ich habe Hoffnung, dass ich eine Abzweigung und einen Weg aus dem Wald finde.”
Jetzt heisst es schnell sein.
Aber nicht zu schnell.
Ich muss mich an ein Tempo halten, dass ich für eine Stunde durchhalten kann.
Und ich muss sicher voran gehen.
Mein Hirn muss für Konzentration und Sicherheit sorgen.
Keine Hektik.
Keine Schusseligkeit.
Kein Dramatisieren schlimmster Szenarien.
Konzentriertes rasches Aufwärtssteigen. Das ist der Fokus.

Angst ist immer zukunftsbezogen.
Also muss ich mich gedanklich im Jetzt halten.
Ich lasse meine Gedanken nicht in die Zukunft wandern, sondern fokussiere auf meinen Körper und die Sinneseindrücke:

  • Es fühlt sich gut an mich aufwärts zu bewegen.
  • Der Waldboden ist weich
  • meine Schuhe haben guten Halt
  • die fast schon nächtlichen Stimmung ist schön.

Nur wenn ich darüber nachdenke, dass hier in kurzer Zeit das Licht ausgeht, übersehe ich das.

Nach 30 Minuten steht plötzlich ein Wegweiser vor mir. “Emmetten 50 Minuten” steht da.
Mein Bauchgefühl hatte recht: es gibt die Abzweigung, die ich erhofft hatte.
Schon nach 20 Minuten lichtet sich der Wald.

Überraschung: ausserhalb des Waldes ist es noch ziemlich hell.
Hell genug um in Ruhe zur Busstation Sagendorf zu laufen, wo ich 10 Minuten später vom Postauto, das nur alle Stunden einmal fährt, mitgenommen werde.


Zentral für das Finden und Verwirklichen Deiner Lebensziele ist die Strategie 10:
Nimm Deine Ängste wahr und lerne sie zu steuern.


 

*Quelle: der Mann der glücklich sein wollte” von Laurent Gounelle

 

Zeige dem Leben wo Du hin willst!

Die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden” schreibt der russische Schriftsteller Alex Issajewitsch Solschenizyn.

Beim Finden der eigenen Lebensziele ist es genau so. Hat man entdeckt was man im Leben wirklich tun und erleben will, staunt man, dass es nichts Kompliziertes ist.
Aber eben: das sagt sich im Rückblick leicht.
Ein typischer Fall von “Gewusst wie…”

Raum für seine Lebensziele zu schaffen, so dass sie – wie ein junges Pflänzchen – sich entwickeln und konkreter werden können, ist auch leicht.
Selbst wenn man keine Zeit hat.
Wenn man die Lösung kennt…

Wie schaffe ich Raum für das wirklich Wichtige?

Viele Zeitmanagement-Ratgeber lehrten mich Ziele zu bestimmen und dafür Pläne zu machen.
Allerdings merkte ich erst Jahre später, dass ich auf unwichtige Ziele gesetzt hatte.
Es lag nicht auf der Hand welche Dinge wirklich wichtig sind und Zeit dafür zu finden.

Es half auch nur bedingt zwischen dringenden, wichtigen und unwichtigen Aufgaben zu unterscheiden, so wie es in Zeitmanagement-Seminaren gern gelehrt wird (Eisenhower-Matrix).
Ich verschob das was mein Leben wirklich schön macht all zu oft und sass viel zu lange vor dem Bildschirm.
Ich konnte zu wenig auf Entdeckungstour gehen.
Ich hatte viel zu wenig Zeit zum Lesen und Lernen.
Ständig kam etwas dazwischen.
Im Moment schien alles Berufliche wichtiger …

Noch minutiöser zu planen half nicht.
Ersten bin ich in der Lage auch minutiöse Pläne nicht einzuhalten.
Das kann ich sogar besonders gut 🙂 .
Zweitens hilft das Einhalten von Plänen nicht, wenn die Zielsetzung zu einseitig auf berufliche Ziele ausgerichtet ist.

Dieser Einseitigkeit entgegen zu steuern gelang mir erst, als ich mich jeden Tag zu einer Mini-Aufgabe verpflichtete.
Ich verlangte von mir einmal am Tag etwas von dem zu tun, was mir wirklich wichtig ist.
Die Anforderungen hielt ich absichtlich lächerlich klein, so gab es keinen Grund, warum ich die Aufgabe innerhalb eines Tages nicht erledigen konnte.

  • Ein (!) Abschnitt in einem Buch lesen
  • 2 Minuten spazieren gehen
  • 5 Minuten alles tun ausser auf einen Bildschirm zu schauen.

War ich schon mal am Lesen, las ich meist noch etwas länger.
War ich draussen, kehrte ich nicht so schnell zurück – obwohl nach 2 Minuten die Aufgabe erfüllt war und ich “die Erlaubnis” dazu gehabt hätte.

Im Lauf der Zeit bekamen meine persönlichen Interessen immer mehr Platz.
Irgendwie geschah es automatisch.
Ich wurde ungehalten, wenn ich Dinge zu erledigen hatte, die ich nicht wirklich wollte.
Mein Arbeitspensum als Angestellte reduzierte ich von Jahr zu Jahr.

Je mehr die wichtigen Dinge Platz hatten, um so mehr wollte ich davon in mein Leben bringen.
Wieso fanden sie nun Platz in meinem Leben?
Ich hätte es nicht erklären können und schob es darauf, dass die Technik der “minimalen Anforderung” für mich ganz gut funktioniert.

 

Warum die Dinge, die wir tun mehr werden

John Strelecky brachte mich mit einem Abschnitt aus dem Buch “Wiedersehen im Café am Rande der Welt” auf ein anderes Erklärungsmodell. Allerdings, will ich Dir diese Erklärung hier nicht einfach als richtig servieren.
Denn es ist eine ziemlich wilde Theorie!
Ich finde, wir sind es unserer Integrität schuldig, solchen Theorien zwar mit Offenheit zu begegnen und sie zu prüfen, statt sie einfach zu glauben. Deshalb meine Bitte – überprüfe zuerst, ob Du folgende Erfahrung auch kennst:

 

Fazit aus meiner Selbstbeobachtung

Es gab Phasen, da war ich ständig draussen.
Ich hatte trotz Aufträgen Zeit die Natur zu geniessen und zu wandern.
Dann geschah etwas.
In einem Projekt wurde zur Eile gedrängt.
Ein paar Nachtschichten waren angesagt.
Doch als die Eile vorbei war, kam das nächste, was sofort erledigt sein wollte und mich weiter an meinem Bürotisch hielt.
Als wäre ich in eine Spur gerutscht aus der ich nicht mehr herausfand.
Es war als halte mich ein Magnet in der “ich-sitze-ständig-am Bürotisch-Spur”.

War ich ungehalten genug, plante ich “meinen Ausbruch”, legte einen Wandertag ein und verbot mir am Morgen den Computer zu starten und das Handy anzuschalten.
Denn garantiert gab es etwas das sofort erledigt sein sollte.

Diese Art Kraftakt war notwendig, um aus dieser Spur zu kommen.
Gelang mir das Ausbrechen einmal, fand ich bald danach wieder die Gelegenheit dafür.
Liess ich mich ein paar mal aber wieder von meinen Plänen abhalten,
geriet ich wieder ins alte “Fahrwasser” und fand mich ständig vor dem Bildschirm wieder.

Machst Du ähnliche Erfahrungen?

 

Die Navi-Theorie

John Strelecky, dem Du in diesem Teil der Blogserie zum letzten mal begegnest, erklärt das mit einer Theorie, die ziemlich esoterisch wirken kann. Aber sie ist für die Praxis sehr spannend. Er sagt:

Das Universum beobachtet uns.
Es sieht was wir tun, denken und fühlen.
Und es schlussfolgert, dass das was wir tun, denken und fühlen genau das ist, was wir tun, denken und fühlen wollen.
Deshalb schickt es uns mehr davon.

Wenn wir uns jeden Tag über den Job beklagen, denkt es wir mögen das.
Es hört nicht, dass wir am liebsten kündigen möchten und einen anderen Job haben wollen.
Es sieht, dass wir jeden Morgen am Arbeitsplatz erscheinen und unser ganze Leben nach diesem Job ausrichten.
Es beobachtet, dass wir uns jeden Tag ärgern und uns aufreiben.
Offenbar ist es das was wir haben wollen, sonst würden wir etwas anderes wählen.
Also werden wir mit noch mehr Möglichkeiten uns zu ärgern beliefert.

Es reagiert also wie ein Navigationsgerät, schreibt Strelecky.
Wenn ich nach einem italienischen Restaurant suche, schlägt es mir das nächste Mal ungefragt italienische Restaurants vor.
Wenn ich jeden Tag stundenlang vor dem Bildschirm hänge, schliesst es daraus, dass ich genau das mag.
Also liefert es mir Situationen und Aufgaben, die mich weiter am Bildschirm halten.

Automatisch.

Wenn ich das so schreibe, wirkt es vielleicht, als sei das Universum dumm oder gemein.
Aber das scheint nur so, weil wir den Mechanismus nicht verstehen.
Verstehen wir ihn, ist er genial und dient uns in jeder Hinsicht.

Wenn wir etwas anderes als das Bisherige wollen, müssen wir etwas anderes wählen.
Also: Tun.
Nicht Reden.

 

Wie Du dem Leben deutlich machst, was Du wirklich willst

Das heisst:

  • Wir stellen das Navigationsgerät auf “chinesische Restaurants” ein 
  • Wir beschäftigen uns mehr mit den Aufgaben, die wir mögen und kümmern uns darum mehr davon zu bekommen.
  • Du redest nicht mehr über den Jobwechsel, sondern Du schaust Dir Stellenangebote an.
  • Falls Du das auch schon seit 6 Monaten tust ohne konkret zu werden, dann tust Du etwas Neues: schreibe eine erste Bewerbung oder melde Deine Selbständigkeit an – obwohl Du noch sehr unsicher bist und nicht recht weisst, wie das gehen wird
  • ich schaue, dass ich regelmässig Aufgaben habe, die mich nicht am Bildschirm festhalten, sondern in der freien Natur erledigt werden können.
  • in Wanderbüchern zu schnuppern, Wanderkarten organisieren und Routen im Kalender einplanen zeigen, ebenfalls in welche Richtung es gehen soll und
  • ich schalte mein Handy am Morgen nicht ein und schaue nicht in meine Mailbox bevor ich 500 Wörter geschrieben habe. Denn ich will in Zukunft fast nur noch schreiben. Das gilt es zu demonstrieren.

Vielleicht wissen wir noch gar nicht genau was wir wollen.
Egal – wenn es stimmt, dass das Leben uns zusieht, dann ist es vollkommen unwichtig den genauen Weg zu kennen.
Dann gilt es einfach ein klares, unübersehbares Zeichen in die neue Richtung zu setzen.
Das klares Signal, DASS sich etwas ändern soll ist wichtig.

Ist das Zeichen gesetzt, ist eines noch wichtig:
Sichere Dich vor “Rückfällen” ab! Sorge dafür, dass Du Deinen Plan wirklich durchziehst.

  • Blockiere in Deinem Terminplan die Zeit, die Du für die Dinge haben willst, die Dir wichtig sind. Diese Zeit ist genau so definitiv reserviert, wie ein Sitzungstermin mit Deinem Kunden, Deinem Team oder Deinem Arbeitgeber.
  • Falls Du leicht zu überreden bist, Deine eigenen Wünsche zugunsten einer “dringenden Sache” auzugeben, dann buchst Du Dir sofort das Hotel, wo sich Deine Pläne umsetzen lassen oder Du lädst jemanden ein mitzumachen. Dann wird das Verschieben schwieriger.
    Wenn Du den Termin verschiebst, wir Dir das Leben noch viele weitere Möglichkeiten geben, das wirklich Wichtige auf später zu verschieben. Denn Du scheinst das ja zu mögen.

 

Warum Du es anderen oft nicht recht machen kannst

Natürlich – ich mache mich nicht immer beliebt.
Es irritiert Menschen, wenn ich nicht mache was sie wollen.
Menschen, die durch ihr Leben hetzen, hassen es, wenn ich nicht wie sie funktionieren.
Sie wollen, dass ihre Prioritäten die Meinen sind.
Dass ihr Tempo mein Tempo ist.
Doch wenn ich versuche nach ihren Wünschen zu leben und Kompromisse zu finden, passiert immer dasselbe:
meine Ziele kommen zu kurz und mein Alltag gefällt mir nicht.
Dann muss ich mich daran erinnern: es ist MEIN Leben.
Es ist MEINE Zeit, die andere für sich beanspruchen wollen.
Es ist an MIR zu entscheiden, was in meinem Leben Priorität hat.
Es ist an DIR zu entscheiden, wer Dein Leben lebt. 

Was willst DU in Deinem Leben haben?

 


Strategie 9 um zu erleben, dass Deine Lebensziele wachsen und sich entwickeln können lautet:
Setze klar Zeichen in welche Richtung es gehen soll!


 

Stell’ die richtigen Fragen

Eine gute Frage ist die halbe Antwort”,
so wird der Autor Wolfgang Zielke zitiert.
Ebenso gilt:
eine falsche gestellte Frage verhindert, dass wir die gesuchte Antwort finden.
Im Extremfall führt sie uns in ein Gewirr an Wegen und Möglichkeiten.
In ein Labyrinth.

Auf höchst amüsante Weise zeigt dies die Geschichte vom deutschen Touristen, der von der Station Zytglogge in Bern nach Worb reisen will.
Er spricht einen Mann mit der Frage an:
Ah, eh erlaubet Sie mal. Sie sind doch sicher en Einheimische, gell?”
Der Einheimische fragt misstrauisch zurück, wie der Deutsche das meine. Ob er etwas dagegen habe, dass er ein Berner sein.

So kommt er nicht zur Information die er haben will, erkennt der deutsche Tourist.
Er fragt also: “Sie könne mir doch sicher sage: Wann fährt der nächschte Omnibus nach Worb?”.
“Nie!” antwortet der Einheimische.
Der Deutsche erfährt, dass es keinen Omnisbus nach Worb gibt.

Ach du meine Güte! seufzt er und fragt “Ja, sage sie mal, kame nach Worb auch gehe?
“Ja we me wott cha me scho” (wenn man will kann man schon) antwortet der umständliche Schweizer ganz logisch.
Wieder ist der Deutsche keinen Schritt weiter.

“Sie verstehe mich falsch”, versucht er es erneut “ wie lang geht me denn da?
“Ja gäuet,” antwortet der Schweizer “je nach däm wie eine geit. We eine langsam geit de het dä natürlech e chli lenger weder eine wo gleitiger geit.”
(wenn einer langsam geht, geht er natürlich etwas länger, als einer der schnell geht)
.

Das ergebnislose Gespräch lässt den Touristen fast verzweifeln.
Entnervt fragt er: “
Gesetzt der Fall: Sie müessten nach Worb gehe. Wie würde Sie gehen?”
Ja, da würde ich nicht gehen, da würde ich…fahren” antwortet der Einheimische und erklärt dem verblüfften Deutschen, dass zwar kein Omnibus nach Worb fährt, dafür aber ein Tram, genannt “das blaue Bähnli”.
Das sei allerdings gerade vor 2 Minuten abgefahren.
Ah. Das sage sie mir erscht jetzt, dass des Blaue Bahnli fährt!” ruft der Deutsche konsterniert aus.”
“Ja, dir heit mi o gar nid derna gfragt!” (Sie haben mich nicht danach gefragt) wehrt sich der Einheimische.

 

Fragen, die Dir den Weg zu Deinen Lebenszielen öffnen

Wenn Du Deine ersten Herzenwünsche bestimmt hast, stellst Du Dir eine Menge Fragen.
Die Antwort ist möglicherweise nicht schwieriger als die Frage, wie man vom Zytglogge nach Worb kommt.
Aber wenn Du die Frage “falsch herum” stellst, wie der deutsche Tourist, bekommst Du nicht die Antwort, die Dich weiter bringt.
Du stehst vor einer verschlossenen Türen – oder hochgezogenen Treppen.

Angenommen

  • Du möchtest mit dem Fahrrad um die Welt fahren oder
  • Du möchtest eine erfolgreiche Unternehmerin sein oder
  • wie ich viele viele Menschen ermutigen ihr Leben in die Hand zu nehmen und es zu gestalten, statt zu ertragen.

Dann fragst Du Dich “Wie soll das gehen? Wie mache ich das?”

Dies scheint eine gute Frage zu sein.
Ist es aber nicht.

Bei vielen Menschen löst diese Art zu fragen eine Art Black-out aus.
1000 Herausforderungen stürmen auf uns ein.
Besonders die Frage danach woher das nötige Kleingeld kommt und wie der Traum mit einem Job kombinierbar ist, löst unlösbare Fragen aus.
Wir haben keine Idee.
Oder wir sehen (theoretisch) tausend Möglichkeiten, wissen aber nicht, wie (konkret) anfangen.
Das entmutigt uns.

Wenn wir nicht gleich aufgeben, erzählen wir vielleicht Freunden und Bekannten von unserem Wunsch und erhoffen von Ihnen Ideen zu bekommen.
In der Regel funktioniert das nicht besonders gut.
Tipps und Ratschläge können wir oft nicht auf uns selbst übertragen.
“Das funktioniert bei mir nicht”, denken wir, noch während unser Gegenüber uns Ideen liefert, weil wir unsere eigenen Rahmenbedingungen, Voraussetzungen und erlernte Strategien haben.

Der Weg der anderen ist ihr Weg.
Er lässt sich meist nicht kopieren.
Wir müssen unseren eigenen Weg finden.

ABER. Es gibt eine gute Nachricht.
Es gibt etwas Besseres als Tipps, Ratschläge und Anleitungen zur Frage “wie?”

Es gibt zwei gute Fragen.
Sie sind etwas vom Wertvollsten, das ich von John Strelecky gelernt habe*.
Sie wirken wie eine Zauberformel beim Finden von Lösungen.
Sie bringen Dich weiter, inspirieren und ermutigen Dich dran zu bleiben und das scheinbar “Unmögliche” zu verfolgen.

Du willst diese Fragen haben?
Okay – Trommelwirbel

Die Fragen beginnen mit dem kleinen entscheidenden Wort: “Wer…?”

 

Die erste Frage: Wer tut das bereits?

Wenn wir nicht fragen “Wie mache ich das?” sondern

  • Wer ist mit dem Fahrrad schon um die Welt gefahren?
  • Wer ist ein erfolgreicher Unternehmer?
  • Wer ermutigt Menschen?

bringt uns das in Kontakt mit Menschen, die uns eine Vorlage für unser Projekt liefern oder gar unsere Vorbilder sein können.
Von ihnen erfahren wir, dass sie auch einmal mit ihren ersten Schritten angefangen haben.
Wir begegnen einem Menschen, der uns ziemlich “normal” scheint.
Ohne Zauberkräfte.
Dass er oder sie so ein Abenteuer geschafft hat, macht Mut, selbst wenn wir spüren, dass wir anders vorgehen möchten.
Auch diese Person hatte keine Sieben-Meilen-Stiefel an.
Sie ist Schritt für Schritt gegangen,
hatte erste Erfolgserlebnisse,
hatte sich geirrt oder verirrt,
fiel auf die Nase und –
fand den Dreh raus.

Das – so wird Dir klar – kannst Du auch: Schritt für Schritt Dein Ziel verfolgen.

Die Chancen stehen gut, dass

  • es Dich inspiriert ähnlich oder gerade anders als diese Person vorzugehen
  • Du gute Tipps bekommst, was Du berücksichtigen solltest
  • diese Person jemanden kennt, der Dir bei bestimmten Fragestellungen helfen kann oder Dir Adressen zum Übernachtung nennen kann und… und… und…

Gangbare Wege werden sichtbar. Türen öffnen sich.

Der Unterschied zwischen der Frage: “Wie fange ich an?” und der Frage “Wer tut das bereits?” scheint genau so minimal, wie der Unterschied zwischen der Frage: “Wann fährt der nächste Omnibus nach Worb” zur Frage: “Gesetzt der Fall: Sie müessten nach Worb… wie würden Sie…?”
Und doch ist in beiden Fällen das Resultat ein völlig anderes:

Wenn ein Mensch Dir erzählt, wie er seinen Traum angepackt hat, dann entstehen in Deinem Kopf nicht 1000 Aufgaben, die angepackt werden müssten, sondern

  • Bilder, wie so etwas gehen kann,
  • Hoffnung, dass auch Deine kleinen Schritte Dich weiterbringen und
  • Ideen, wie Du mit Deinen Voraussetzungen, Befindlichkeiten und Rahmenbedingungen weiterkommen kannst.

 

Die zweite Wer-Frage

Meine eigene “Wer-Frage” führte mich vor kurzem zu einem Buch von Christine Thürmer, der meistgewanderten Frau der Welt.
Als ich von ihren Wanderungen von Mexiko nach Kanada las, merkte ich bald, dass ich nicht wie sie 20-30 km am Tag laufen möchte.
Ich will laufen, um die Welt zu entdecken,
um die Eindrücke in mir aufzunehmen,
um mich inspirieren zu lassen von all dem Schönen und Erstaunlichen, von dem ich umgeben bin.
Ein 20km-Ziel hält mich davon ab, mich für 1-2 Stunden im Wald auf die Bank zu setzen, ihn anzuschauen und seine Geräusche, Farben und Gerüche zu geniessen.

Als ich diese Erkenntnis mit einer Freundin teilte, antwortete sie mir, als hätte ich ihr die zweite Version der “Wer-Frage” gestellt:
“Kennst Du jemanden, der das tut, was ich tun möchte…?”

Sie erzählte sie mir von Erling Kagge der das Buch “Gehen. Weitergehen. Eine Anleitung” geschrieben hat. Der Autor packe das Gehen ganz anders an als Christine Thürmer, sagte meine Freundin.

  • Wir alle sind geborene Entdecker” las ich bald schon in Erling Kagges Buch und
  • “zu gehen verschafft ein Gefühl von Freiheit. Es ist das Gegenteil von “schneller, höher, weiter” und
  • Jeder glaubt zu wissen, dass Zeit gespart wird, wenn man von einem Ort zum anderen statt acht nur zwei Stunden unterwegs ist. Ja, mathematisch ist das sicher korrekt, aber meine Erfahrung ist eine andere: die Zeit vergeht rascher, wenn ich das Tempo erhöhe”.

Mein Herz hüpfte vor Freude. Erling Kagge fasste in Worte, was ich gerade zun entdecken begann.
Da hatte ich also wieder einmal einen “Wer” gefunden, einen Vorbild.

 

Die Folgen von Wer-Fragen

Kagge liess mich daran teilhaben wie er zum Nordpol und zum Südpol ging und wie er im Alltag das Gehen pflegt:
Manchmal geht er einfach ziellos vor die Haustüre, manchmal von A nach B, dann wieder stundenlang durch Städte, durch Museen…

Prompt löste sich durch seine Berichte meine dränge Frage “Wie mache ich das mit dem Wandern im Winter?”.
Ich begriff, es ist gar nicht so relevant wohin ich gehe.
Das Gehen an sich ist wichtig. Und das Entdecken.
“Gehen gibt dem Kopf Bodenhaftung” schreibt Kagge und zitiert wenig später Hippokrates, der vor den falschen Medikamenten der Ärzte warnte und betonte, dass kein Medikament besser sei, als einen Fuss vor den anderen zu setzen:
“Gehen ist des Menschen beste Medizin.
Diese Hinweise waren ein Geschenke für mich.

Wenn Du andere fragst, ob sie Menschen kennen, die etwas Ähnliches tun wie Du es willst, fällt Freunden und Bekannten ein, dass sie “um 7 Ecken” jemanden kennen.
Vielleicht rufen sie Dich ein paar Tage nach eurem Gespräch an, weil ihnen plötzlich einfällt, dass ihre Freundin eine Freundin hat, die eine Freundin hat, die eine Arbeitskollegin hat, die vor einem halben Jahr mit dem Fahrrad um die halbe Welt gefahren ist oder sie sind “zufällig” auf einen Blog oder ein Buch eines Rad-Weltreisenden gestossen.

Wenn Du einen Wer gefunden hast, versuche nicht sofort aus seinen Erlebnissen abzuleiten WIE Du selbst vorgehen könntest.
Lass seine Erfahrungen auf Dich wirken.
Beobachte ihn/sie.
Folge ihm/ihr.
Finde die Ähnlichkeiten zwischen Euch und die Unterschiede.
Das schärft Deine Vorstellung davon, wie Du vorgehen willst.

 


Die Strategie 8 um Deine Lebensziele zu finden – und nicht vorzeitig aufzugeben lautet:

Frage nicht “Wie kann ich meine Herzenswünsche verwirklichen”, sondern “Wer tut das was ich tun will bereits?” und “Kennst Du jemanden, der etwas Ähnliches tut, wie ich es tun möchte?”


 

* in John Strelecky, Wiedersehen im Café am Rande der Welt, S.84ff

Wir sind alle Lebensgärtner – Interview von “Herzenswunsch-Podcast”

Liebe Leserin, lieber Leser
genau in der Mitte der Blogserie hat mich Yvonne Simone für ihren “Herzenswunsch-Podcast” interviewt. Sie wollte mehr darüber wissen, was durch meine Big Five in den letzten zwei Jahren in meinem Leben passiert ist.

Also gibt es diese Woche nichts für die Augen, sondern etwas für die Ohren 🙂



Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst Deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, obwohl Du nicht weisst, wie Du anfangen sollst.

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtige Frage

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Eine inspirierende Lesezeit wünsche ich Dir

Lebe lebendiger!

Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Panama ist das Land unserer Träume!”
Der Bär war begeistert. Er hatte am Morgen eine Holzkiste aus dem Fluss gezogen, die herrlich nach Bananen durftete.
Darauf stand “Panama”.

Dort ist alles noch viel schöner”, schwärmte er dem Tiger beim Abendessen vor. “Viel grösser – und…
…Panama riecht von oben bis unten nach Bananen!”.

Der Tiger liess sich von dieser Begeisterung anstecken. obwohl sie beide sehr glücklich waren in ihrem kleinen Paradies.
Am nächsten Morgen standen sie besonders früh auf, um nach Panama zu gehen.

“Wenn man den Weg nicht weiss,” sagte der Bär
“braucht man zuerst einen Wegweiser.”

Deshalb holte er sein Werkzeug und bastelte einen aus dem Holz der angeschwemmten Bananenkiste.
“Panama” schrieb er darauf, stellte ihn auf und schon liefen sie los!”

“Wenn das nur gut geht!”, denkt man als Leser.
Denn wohin der Wegweiser zeigte, war natürlich Zufall.
Aber wer die Geschichte aus Janosch’s Traumstunde kennt, weiss: es kam alles gut.

Die beiden hatten keinerlei Ängste.
“Schliesslich sind wir stark wie ein Bär und stark wie ein Tiger,” fanden sie.
Zudem fragten sie jeden den sie trafen nach dem Weg, um am richtigen Ort anzukommen.

Diese Geschichte zeigt:
Steht erst mal etwas auf dem Wegweiser, dann schlägt man sich schon durch.

 

Was passiert, wenn nichts auf Deinem Wegweiser steht

In unserem Leben  gibt es oft aber keinen Wegweiser, dem wir folgen können.

Uns ist klar: dies und das gefällt uns nicht im Leben.
Wir beschweren uns innerlich oder gar laut über manches in unserem Leben, so wie die Teilnehmer in den Bewerbungskursen in denen ich vor Jahren als Jobcoach arbeitete.
Die Teilnehmenden sagten: “Ich will einfach wieder einen Job. Arbeitslos zu sein ist furchtbar. Die Sorgen um die Zukunft und das Gefühl nicht gebraucht und nicht mehr eingebunden zu sein ist zermürbend. Bloss raus aus der Arbeitslosigkeit!”

Fragte ich: “Okay, was für einen Job möchtest du?”, dann definierten sie kein Traumziel. Jetzt wo sie Zukunftssorgen hatten, fiel es ihnen schwer mehr als das Nötigste vom Leben zu verlangen. Sie sagten: “irgendeinen” oder “so einen wie bisher”. Und das obwohl sie im bisherigen Job gar nicht glücklich gewesen waren.
Allerdings erschien ihnen der alte Job, nun da sie sich mit den Konsequenzen der Arbeitslosigkeit herumschlugen, in einem positiven Licht.
Beinahe vergassen sie, wie viel Ärger und Frustration er in ihrem Leben verursacht hatte.

Bei Menschen die einen Job haben, ist es nicht viel anders. In der Tagesschau wird manchmal bekannt gegeben, wieviele Schweizer, gemäss einer Umfrage, über einen Jobwechsel nachdenken.
Es sind immer überraschend viele. Nicht nur ein paar. Im September 2017 soll jeder 4. unzufrieden gewesen sein (gemässUmfrage transfer plus)
Wenn ich am Montag früh in einen Zug oder Bus steige – was ich nach Möglichkeit meiner guten Stimmung zuliebe vermeide – schlägt mir eine bedrückende Stimmung entgegen.
Und doch gehen alle an diesem Montag und am nächsten Montag wieder an ihren Arbeitsplatz.

Logisch, so sichern die meisten von uns unser Einkommen.
Wie ich, so beklagen sich viele über Jahre über Dinge mit denen sie unzufrieden sind, sie quälen sich durch Frust, Demotivation, ertragen dass andere bestimmen was wichtig ist und sie Dinge tun “müssen”, die sinnlos sind…

Und warum das alles?
Vermutlich gibt es unterschiedlichste Gründe. Ich kann Dir von meinen erzählen:

Einerseits hatte ich Angst kein gesichertes Einkommen mehr zu haben.
Andererseits wusste ich eher, was ich nicht will, als was ich will.
Auf meinem Wegweiser stand, wohin es NICHT gehen soll
und so ging ich – nirgendwo hin.

Ich störte mich an Dingen, rieb mich innerlich auf
und doch – die aktuelle Situation war erträglich.
“Es könnte
 viel schlimmer sein,” sagte ich mir.
“Du hast e
inen tollen Job, mit interessanten Aufgaben und guter Bezahlung. Jetzt stell dich nicht so an!
Anderen geht es schlechter. Und dir ging es auch schon viel schlechter!
Man weiss nie, was kommt, wenn man etwas aufgibt.”

Dese Mischung aus Routine, Angst und falscher Genügsamkeit verhinderte, dass ich mir den Wegweiser zum Land meiner Träume bastelte.
Kein Zufall
 vermutlich. Denn die unbeantwortete Frage war ja: Was schreibe ich darauf?

So drehte ich mich über mehrere Jahre im Kreis.
Mal klagte ich, mal war ich eher zufrieden, dann wieder total frustriert.
Und doch kam ich nicht zum Schluss, wohin es gehen soll.
Das sich beklagen, gibt zwar auch eine Art von Befriedigung, aber es führt nicht weiter.

So vergeht die Zeit.
So vergeht ein Leben.

Steht auf Deinem Wegweiser klar, wohin es in Deinem Leben geht?
Wenn nicht, dann schlage ich Dir  vor: Lass uns einen Wegweiser-Workshop machen!

Der Wegweiser wird Dir noch nicht sagen, WIE Du ans Ziel kommst und WIE Du finanziell überlebst.
Aber er wird Dir sagen, WOHIN die Reise gehen soll
.
WIE Du das machen wirst, ist jetzt noch nicht die Frage.
Und es ist auch egal, wenn Der Wegweiser in die falsche Richtung zeigt. Das richtige Ziel muss darauf stehen, dann wirst Du Dich, genau wie der Tiger und der Bär zu Deinem Ziel durchfragen.

 

Vom NICHT-Ziel zur unwiderstehlichen Zukunftsvision

Klagen bringen nicht weiter, habe ich oben geschrieben.
Allerdings: Wenn wir die Klagen übersetzen, weisst Du bald was auf dem Wegweiser stehen soll.

Beginnen wir damit, was Du in Deinem Alltag tun willst, also womit Du am liebsten Geld verdienen möchtest. Denn das ist ein grosser Teil Deines Lebens.
Wenn du vorankommen willst, hole Dir einige Seiten Papier und mache die folgenden 2 Aufgaben.

 

Aufgabe 1: den Job aus der Hölle beschreiben

Beschreibe wie Deine alltägliche Arbeit sein müsste, damit Du mit Fug und Recht behaupten kannst, das sei ein “Job aus der Hölle”?
Was tust Du. Mit wem? Wo? Wann?
Krame in Deinen Erinnerungen: welche schrecklichen Jobs/Chefs/Kollegen/Umstände hattest Du schon?
Übertreibe ruhig etwas, während Du Dir Notizen machst. Geniesse das schwarz malen.

Diese Übung habe ich in Barbara Sher’s Buch “Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.” entdeckt und als Bewerbungscoach öfters mit meinen Kursteilnehmenden gemacht. Interessanterweise tut sich mit dieser Übung niemand schwer. Jeder kann sich seinen Job aus der Hölle genau vorstellen. Auch wenn die Hölle für jeden anders ist. Was der eine hasst, ist der Traum des anderen.

Schwer ist es hingegen zu sagen, was man wirklich will. Aber wenn wir nun Deine Abneigungen ins Gegenteil drehen, wirst Du Deinen Wünschen auf die Spur kommen. Denn unsere Klagen sind negativ formulierte Wünsche.

 

Aufgabe 2: auf den himmlischen Job schliessen

Notiere auf neuen Blättern was “ein himmlischer Job” sein könnte. Leite es aus dem ab, was Du in Aufgabe 1 notiert hast und suche dessen Gegenteil.

Beispiel: Wenn Dich der Lärm eines Grossraumbüros nervt, dann wäre der Traum vielleicht ein eigenes Büro.

Ja – das wäre eine Variante.
Doch ist das wirklich das Land Deiner Träume?
Vielleicht möchtest Du gar kein Büro haben.
Was wäre wirklich Deine Wunsch-Arbeitsumgebung? (Egal, ob es möglich ist oder nicht – aufschreiben – nicht nachdenken!)
Vielleicht würdest Du – zumindest eine Zeit lang – lieber als Surflehrer arbeiten oder als Kindermädchen in einer reichen Familie, die ständig unterwegs ist.
Oder als Gärtner.
Das würde Dir viel besser gefallen als die Arbeit im Büro.

Nur keine Scheu, nichts ist endgültig.
Spinne einfach mal von Herzen herum.
Wünsche nicht zu brav.
Übertreibe aber auch nicht. Versuche möglichst ehrlich festzulegen, was das gewünschte Gegenteil sein könnte, das zu Dir passt.
Auch wenn Dir der Wunsch absurd scheint und Du keine Ahnung hast, wie Du dahin kommst. Aufschreiben!
Traue Dich über den engen Rahmen des Gewohnten hinaus zu denken und zu träumen! 

Das “wo arbeiten?” hätten wir also aus Deinen Notizen abgeleitet. Gehe nun auch die anderen Fragen Schritt für Schritt durch: Was tust Du? Mit wem? Wann?

Deinen Frust, Deine Klagen in eine Vision von einem guten Leben zu entwickeln, ist gar nicht so schwer, stimmt’s?

 

Einige Beispiele aus meinem Leben

Mein Job aus der Hölle schloss Folgendes ein: “eine Stunde pro Tag zu pendeln, acht Stunden pro Tag bewegungslos auf dem Bürostuhl zu sitzen, ständig den Terminen hinterher jagen und im Stress sein.”

Mein erster scheuer Traum war es öfters im Home office zu arbeiten.
Mir war nicht klar wie wertvoll es ist Verrücktes in Betracht zu ziehen.
Ich träumte viel zu brav.

Doch diesen ersten Wunsch konnte ich mir doch erfüllen und das Pendeln reduzieren.
Also packte ich das Thema “nicht mehr lange sitzen müssen” an.
“Sich bewegen, aber nicht im Fitness-Studio, sondern im Job” war der Wunsch.
“Aber wie?” fragte ich mich.
“Und womit verdienst Du dann Geld” fragte das mein überbesorgtes Zukunfts-Ich.

Fürs erste entschied ich meinen Projektleiterjob zu kündigen (was mir den Mut gab, erzähle ich später.).
Für befristete Zeit – als Zwischenlösung und Test – arbeitete ich in der Gastronomie in den Bergen.
Das war nicht schlecht, was die Bewegung und das Draussen-sein betraf.
Aber es war nicht das, was ich die nächsten 20 Jahre tun wollte.

Im letzten Jahr wurde mir klar: wenn ich auf Entdeckungsreise gehe, bin ich aktiv.
Ob ich mir eine Stadt oder ein Museum anschaue oder im Wald nach Beeren suchen, sofort ist das Sitzen beendet.
Wenn dann noch mein Bü
ro im Rucksack mitkommt, lässt sich parallel dazu auch Geld verdienen.
Das “WIE” fand sich.

Seit einem halben Jahr ist es Realität:
Ich arbeite zu 70 % “draussen”.
Phasen zwischen Sitzen und Laufen wechseln sich ab.
Mein Büro ist mal ein Holztischchen im Wald mit Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, mal ein Café in einer fremden Stadt, dann ein geschliffener Stein auf dem ich sitze, während die Füssen in der Emme (Fluss im Emmental) für Abkühlung sorgen.
Ein klimatisiertes Büro? Ich beneide niemanden darum! Wälder und Flüsse “klimatisieren” schöner.

Wie werde ich das im Winter machen?
Bis vor 5 Tagen hatte ich keine Ahnung. Jetzt zeichnen sich Möglichkeiten ab. Kein Wunder, denn dieses Ziel bleibt auf meinem Wegweiser, nachdem ich erfahren habe wie positiv müde, aber energiegeladen ich nach Hause komme, wenn ich fast den ganzen Tag draussen war und neben der Arbeit 2-3 Stunden gelaufen bin.

 

Aufgabe 3: Freunde um Input bitten

Wenn Du schon ziemlich zufrieden bist mit der schriftlichen Verwandlung Deines Höllenjobs in einen himmlischen Job, dann zeige die beiden Texte einer Freundin die hinter Dir steht und Dich nicht beeinflussen will.
Sie soll Dir nicht sagen, was sie über Deine verrückten Visionen denkt, sondern, was ihr auffällt. Denn manchmal sehen wir das Offensichtlichste nicht.

Bei mir hat es zum Beispiel ewig gedauert, bis ich erkannte, dass in meinem himmlischen Job nirgendwo ein Chef vorkam. Im Höllenjob beklagte ich mich darüber, dass meine Chefs Entscheidungen über mich und über den Verlauf der Projekte trafen und ich manchmal wenig beeinflussen konnte.
Das entfiel im himmlischen Job natürlich.
Aber erst im Gespräch mit anderen fiel es mir auf: nirgendwo hatte ich ein Wort über meinen Chef geschrieben. Es gab keinen.
Das sind unsere “blinden Flecken”. Was uns vor Augen ist, können wir nicht sehen. Deshalb kann für uns aufschlussreich sein, was andere wahrnehmen.

Du hast die 3 Aufgaben gemacht? Dann ist der Wegweiser gezimmert und beschriftet.
Wenn Du Lust hast – und ich nicht gerade im Dutzend Anfragen bekomme – dann schaue ich mir Deine Aufgaben gerne an und schenke Dir dieses Feedback.

 


Strategie 6 um Deine Lebensziele zu finden heisst:

Wisse was Du nicht willst! – und entwickle daraus eine unwiderstehliche Zukunftsvision.


 

P.S.: Die Geschichte ist allerliebst. Wenn Du sie hören magst, hier ist der Link

Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, obwohl Du nicht weisst, wie Du anfangen sollst.

Ich gebe es zu.
Ich bin ein Schreibsuchti-Fan.
Die Blogbeiträge und Newsletter des Autors (www.schreibsuchti.de) öffne ich selbst dann, wenn ich mit Arbeit überladen bin.
Walter Epp’s Texte sind kurz, knackig und so voller Überraschungen und Provokationen, dass das Lesen ein Genuss ist. Zudem sind seine Tipps und Tricks zum Thema “Bloggen und damit Geld verdienen” durchdacht und bestehen den Praxistest.

Logisch, dass ich vor Kurzem seinen neuen Online-Kurse gekauft habe.
Interessiert notierte ich welche Massnahmen er vorschlägt, damit mein Blog mehr Leser findet:

  • eine Landingpage und eine Salespage machen
  • mit bestimmten Plugin für eine schöner Darstellung sorgen
  • .
  • .
  • die Website nach einem bestimmten Strickmuser aufbauen.

Meine Pendenzenliste wurde grösser und grösser: Bald war mir klar: wenn ich Walter Epps Strategie umsetzen will, braucht meine Website eine Rundum-Renovation.

Oh Mann, wo fange ich nur an!”, fragte ich mich mit Blick auf die lange Liste – und tat wochenlang nichts.
Ich war ratlos. Überfordert.
Also habe ich Walter genau das gefragt: ”Mann, wo fang ich an…?!”
Na, ja – etwas eleganter habe ich es schon formuliert 🙂 .

Als ich seine Antwort gelesen hatte, lachte ich lauthals.
Ich war fassungslos.
Walter schrieb, dass er seine Website Schritt für Schritt entwickelt und seine Artikel fortlaufend verbessert habe. Eine “Renovation” wie ich es vorhabe, habe er nie gemacht.

Mir ging ein Licht auf.
Ich hatte mich total verheddert!
Mich, die “Erfinderin” der Veränderungsformel musste er daran erinnern, wie man eine Veränderung anpackt!.
Genau so gut hätte eine gute Köchin fragen können, wie man Zwiebel hackt oder einer versierten Schneiderin, wie man einen Faden einfädelt.
Doch durch meine To-do-Liste (- ich denke schon länger, dass die gefährlich sind) hatte sich die Aufgaben zu einem hohen Berg aufgetürmt.
Unbewusst hatte ich mir das Ziel gesetzt, eine ganz tolle Website zu haben – so wie im Kurs gezeigt wurde – und zwar möglichst rasch (also sofort). Dadurch wurde die Herausforderung so gross, dass ich vor dem Start schon kapitulierte.

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Wenn unser Lebenstraum uns entmutigt

In diese Form von “Aufschiberits” können wir auch geraten, wenn wir unsere Lebenszielen und Träume ernst nehmen und umsetzen wollen. Denn sofort stellt sich eine grosse Anzahl von Fragen. Jede für sich ist eine Herausforderung.

Bist auch Du dabei Deine unwiderstehliche Zukunftsvision zu verwirklichen? Dann kennst Du diese Fragen bereits:

  • Was für eine Art von Leben würde ich am allerliebsten leben?
  • Was will ich wirklich?
  • Kann ich erreichen, was ich will?
  • Wie bringe ich meinen ideales Leben mit den Anforderungen des Alltags zusammen?
  • Kann ich mit dem was ich tun will Geld verdienen? Wenn nicht: nie bekommt mein Traum trotzdem genügend Platz in meinem Leben?

Diese Herausforderung sind auf olympischen Niveau.
Kein Wunder, dass die Überforderung unseren Handlungswillen gelegentlich plattwalzt.
Sich diese Frage nicht zu stelllen, würde allerdings heissen, das zu verpassen, was man im Leben wirklich will. Wie ist diese Dilemma zu lösen?

 

1. Bewusstheit

Mit der Veränderungsformel ist die Antwort leicht gefunden. Deshalb war ich so verwundert, dass ich vor Walters Antwort nicht gecheckt hatte was los ist, als mich die To-do-liste überforderte.
Mein Beispiel zeigt: Wesentlich ist, dass ich mir bewusst bin, dass ich mir eine grosse Herausforderung ausgesucht habe.
Dank dieser Erkenntnisse konnte ich sofort meine Vorgehensweise ändern. Ich wechselt vom Modus “To-do-Liste-abarbeiten” in den Modus “eine Veränderung anpacken”:

  1. Ich schaute von den vielen Aufgaben und Zwischenzielen weg.
  2. Ich definierte, in welche Richtung ich gehen will (hier: eine Seite so aufbauen, wie ich es im Kurs gelernt habe) und
  3. ich begann mir Mini-Aufgaben aufzutragen, um jeden Tag kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen.

Was ist anders?” fragst Du vielleicht, wenn Du mit der Veränderungsformel nicht so vertraut bist.
Hier will ich es nur kurz mit einer Frage an Dich erklären:
Welche Vorsatz kannst Du leichter anpacken und erledigen? “Ich will sportlicher werden und beginne vorerst mit 1 Liegestütze pro Tag, weil das schon 100% mehr ist als zuvor” oder “Ich gehe ab sofort jede Woche einmal ins Fitness-Studio”?

Für sehr viele Menschen ist die erste Aufgabe leicht umzusetzen.
Trotz dieser Leichtigkeit gelingt es ihnen im Jahr mindestens 365 Liegestützen machen.
Am zweiten Vorsatz scheitern viele nach wenigen Monaten. Der frisch trainierte Muskel verliert seine Kraft wieder, der Wunsch nach Fitness erfüllt sich nicht.

Oft denken wir kurzfristig, packen ein Ziel mit Elan an und müssen dann feststellen, dass es zu viel ist. Wir können länger durchhalten und kommen dadurch weiter, wenn wir das langfristige Ziel im Auge behalten und regelmässig kleine Schritte tun.

 

2. Lebensziele wachsen lassen

Auch wenn Du Deine Lebensziele finden willst, ist es viel einfacher eine Richtung zu definieren, statt zu versuchen konkrete Ziele aus dem Boden zu stampfen.
Natürlich kannst Du spontan sagen: ich wäre gerne reich, möchte ein schönes Haus am Meer haben und den ganzen Tag tun können wozu ich Lust habe.
Doch sind das echte Lebensziele oder sind es Bilder in Deinem Kopf, die nur vorgaukeln, dass dies die Erfüllung aller Träume ist?
Sind das Lebensziele, die so gut zu Dir passen wie ein massgeschneidertes Kleidungsstück?
Wohl kaum.

Abstand

Wie sich aus Herzenswünschen Lebensziele herausschälen

Bevor Du nun krampfhaft eine Richtung für Dein Leben suchst, lass mich zuerst die Idee der “Big Five” von John Strelecky erklären. Du wirst gleich sehen, dass sich aus Deinen Big Five mit der Zeit Lebensziele, ja sogar Dein Lebenssinn herauslesen lässt.

Safaritouristen, so erfährt man in John Strelecky’s Buch “Safari des Lebens”, haben meist eine klare Vorstellung davon, was eine gelungene Safari ist  Sie zählen die Tiere auf, die sie gesehen haben wollen:  Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden, Büffel… Oft sind es genau diese fünf. Daher werden sie in Afrika die “Big Five” genannt.
Wenn Du nun Dein Leben als Safari ansiehst, so Strelecky, welche 5 Dinge möchtest Du in Deinem Leben getan, gesehen oder erlebt haben, damit du sagen kannst, “es war ein Leben, ganz wie ich es mir erträumt habe?”.

Welche fünf Wünsche erwählst Du nun zu Deinen Big Five?
Ganz ehrlich: es ist am Anfang nicht so wichtig.
Es geht zuerst darum

Dir klar zu werden

  • was Dir für Dein Leben wichtig ist
  • aus den ganzen Dingen, die Du könntest, solltest und müsstest, die heraus zu filtern, die Dein Herz höher schlagen lassen
  • Deinen “Wunschmuskel” zu trainieren.

Du hast 5 Herzenswünsche notiert? Gratuliere: ein wichtiger erster Schritt ist gemacht! Du beginnst festzulegen, was in Deinem Leben wirklich wichtig ist.
Ob das Deine Lebensziele sind?
Ob damit erfasst ist, warum Du auf diesem Planeten bist und welchen Sinn Dein Leben hast. Vermutlich noch nicht.
Aber es ist ein erster Entwurf auf dem Du aufbauen kannst. Zerbrich Dir über deren Richtigkeit nicht den Kopf, sondern gehe erste Schritte. 

  • Du wirst feststellen, dass manche Träume Schäume sind – sie schienen Dir wertvoll, aber Du stellst fest, dass Du sie gar nicht magst.
    Meine anfängliche Begeisterung für digitales Nomadentum schlug zum Beispiel völlig um, als mir klar wurde, wieviele digitale Nomaden stundenlang in den Bildschirm starren, obwohl sie sich in einer wunderschönen Umgebung befinden.
  • Du wirst aber auch erfahren, dass manche Träume sich auch in der Realität traumhaft anfühlen.
    Der Wunsch nach Dänemark zu gehen, die Lavendelfelder in der Provence zu erleben und ein Buch zu schreiben, all das hat mein Herz im Vorfeld angesprochen und war dann tatsächlich ein Erlebnis mit einer wichtigen Bedeutung für mich.

Herzenswünsche umsetzen – ohne Überforderung

Die fünf Wünsche hast Du also vor Dir. Was sind nun “erste Schritte”?
Wie oben anhand der Veränderungsformel bereits gezeigt: Du beginnst mit dem was leicht ist (minimale Anforderung). Es ist nicht wichtig, dass Du schnell bist, sondern dass Du die Richtung hältst und konstant kleine Schritte gehst. Hochleistungssportler-Allüren wie ich sie im Zusammenhang mit meiner Website an den Tag gelegt habe, sind nicht gefragt.

Wenn Du davon träumst ein Buch zu veröffentlichen, dann

  • beginne damit jeden Tag 10 Minuten zu lesen, wie man gut schreibt oder

  • besuche einmal in der Woche ein Schreibseminar

  • oder gewöhne dir an Dein Handy erst einzuschalten wenn du am Morgen 500 Wörter geschrieben hast

was immer Du mit Leichtigkeit in Deinem Alltag schaffst.
Wenn Du 10 Minuten lesen nicht schaffst, reduziere die Anforderung noch stärker: Liess nur 1 Minute pro Tag. Diese eine Minute ist mehr wert als einmal 10 Minuten lesen und 10 Tage Lesepause machen, denn mit einem Mini-Schritt pro Tag bleibst Du im Thema drin, hältst Dich damit auf dem Kurs Deiner Träume und trainierst das Umsetzen Deiner Wünsche. Das ist für den Anfang wichtiger, als das Wissen und Können, das Du Dir in den paar Minuten Lesen aneignest.

 

Aus Herzenswünsche zeigen sich Lebensziele

Setzt Du Deine Herzenwünsche um, passiert etwas erstaunliches: Die Lebensthemen kristalisieren sich immer mehr heraus.

Anfangs notierte ich als Herzenswünsche:

  • die Loireschlösser sehen
  • nach Liége gehen, um den Spuren von Maigret zu folgen
  • nach Dänemark reisen
  • Belgien entdecken
  • die Tulpenfeldern in Holland bewundern

Alles wunderschöne “Safari-Ziele”.

Doch mit der Zeit begann mir zu dämmern, dass diese Liste endlos ist. Denn das eigentliche Ziel sind nicht all diese Entdeckungsreisen. Nein, das Unterwegs-sein, das Entdecken von Neuem ist das massgeschneidertes Ziel für mich ist. Etwas in mir will Bewegung, Dinge entdecken und die Natur spüren – am liebsten mit möglichst wenig Gepäck.

Und so formulierte ich stellvertretend für alle meine Entdecker-Ziele einen Big Five, der mir wohl den Rest meines Lebens erhalten bleibt:

“Mit einfachen Mitteln nach Lust und Laune unterwegs sein, die Welt entdecken und alles Mögliche und Unmögliche lernen.”

 

Von den Herzenswünschen zur Antwort “Darum bin ich hier”

Heute weiss ich: das unterwegs sein nährt und inspiriert mich. Das macht mich reich, gibt mir das Gefühl wirklich zu leben.

Nachdem ich viele Herzenswünsche in diese Richtung verwirklicht hatte, begann ich zu verstehen: dieser Reichtum in meinem Leben ist nicht nur für mich wichtig. Die Menschen denen ich begegne bekommen einen Teil davon ab. Ich gebe ihn weiter, ohne es richtig zu merken. Andere werden dadurch inspiriert ihr Leben wirklich zu leben. Heute ist mir klar: Genau dafür bin ich da.

Das bestätigt sich auch durch meine bisherige Lebensgeschichte. Vom ersten Tagen an, ging es darum um mein Leben zu kämpfen. Zuerst ging es um meine Gesundheit. Später, als Kind ging es um mein inneres Überleben. Als Teenager war ich bereit mein Leben wegzuwerfen, weil sich in meinem Inneren so viel Schmerz angesammelt hatte. Später lief ich in Gefahr mir von anderen diktieren zu lassen, wie ich leben soll. Zu guter Letzt hätte der Alltagstrott mich beinahe erwischt.
Es macht einfach Sinn, dass genau ich den “Job” habe Menschen zum wirklichen Leben zu ermutigen. 

 


Wenn Du das Gefühl hast, es ist eine Herkulesaufgabe die eigenen Lebenziele oder den Sinn für das eigene Leben zu finden, unterstützt Dich Strategie 5:

Definiere Herzenswünsche und verfolge sie. Tu das was einfach ist zuerst.


 

Wie Du mutiger wirst Deinen Weg zu gehen

Ach, würde nur ein Brief vom Himmel fallen!
Einer in dem steht, was ich tun soll.”
So hörte ich meine Klientinnen seufzen, die zu mir in die Beratung kamen.
So dachte ich selbst oft.

Auf der Suche nach dem Richtigen

Manche Menschen gehen unbeschwert an die Aufgabe heran ihr Leben zu gestalten.
Sie machen sich nicht zu viele Gedanken.
Aber viele Gewissenhafte, Idealisten oder spirituell-philosophisch veranlagte Menschen wollen wissen:
Was ist richtig und was ist falsch?”
Was ist mein Weg? Wie soll ich leben?

Selbst wenn sie wissen, was sie wollen,
wenn sie Lust verspüren einen bestimmten Weg einzuschlagen –
sie bleiben kritisch.
Schliesslich hätten sie manchmal auch gute Lust, dem Verträger der Gratiszeitung ans Bein zu treten, wenn er wieder alle übrig gebliebenen Zeitungen einer Tour in ihren Briefkasten gesteckt hat.

Hinderliches Gestrüpp

Doch hinter dem sehnsuchtsvollen Wunsch nach einem Briefchen von Himmel
steckt manchmal noch mehr:
Ein Gewirr aus Angst, Verpflichtungs- und Schuldgefühlen, das die eigenen Wünsche erstickt.
Wie bei der Aline, die es seit Jahren erträgt von ihrem Mann ins Gesicht geschlagen und mit Worte und Blicken abgewertet zu werden.
Der Schmerz ist gross – vor allem der emotionale . Aber sie bleibt.
Sie hält aus.
Sie handelt nicht.
Warum?
Weil sie verstrickt ist in Schuld, Verpflichtung und Angst.

“In guten, wie in schlechten Zeiten – das hast Du ihm versprochen”, sagt das Verpflichtungsgefühl.
“Wärst du eine bessere Partnerin, würde er nicht so ausrasten” flüstert ihr die Schuld zu.
“Sicher wird alles noch Schlimmer, wenn Du etwas unternimmst!” prophezeit die Angst.

Das ist eine verzweifelte Situation.
Jemand der einem sagt, was man tun soll …. kann … darf…- das wäre hilfreich, beruhigend und tröstlich.

Vielleicht findest Du dieses Beispiel extrem.
Doch genau darin liegt seine Kraft:
Der Konflikt von Aline ist so offensichtlich.

Jede gute Freundin würde zu Aline sagten “Du musst etwas tun”.
Doch wer eine Aline zur Freundin hat weiss, sie kann (noch) nicht.
Wir verstehen nicht warum, denn wir können die Einflüsterungen der Pflicht, Angst und Schuld nicht hören, die sie gefangen halten.
Selbst Alline nimmt sie kaum wahr.

Deine Situation ist vielleicht nicht so dramatisch.
Aber ich behaupte: Jedem von uns rauben Ängste, Verpflichtungs- und Schuldgefühle den Mut zu handeln.

Wir alle schlagen uns mit diesem Gestrüpp herum, wenn es darum geht den eigenen Lebenszielen zu folgen:
Das Leben das wir führen, tut uns nicht gut.
Doch wir verweisen auf unser Verpflichtungen.
Wir finden Gründe, warum wir unserem Herzen nicht folgen können.
In Wirklichkeit kämpfen wir mit der Angst zu scheitern, mit der Angst unsere Existenzgrundlage zu verlieren oder die Wertschätzung unseres sozialen Netzes.
Schon beim Gedanken einige Verpflichtungen nicht länger zu erfüllen, damit wir unsere Ziele verfolgen können, tauchen leise Ängste und Schuldgefühle auf.

 

Der Kompromiss

Was passiert also, wenn der Dschungel an Angst, Pflicht und Schuldgefühlen uns keinen Raum zum Wünschen und Handeln lässt und kein Briefchen vom Himmel kommt?
Im schlimmsten Fall: nicht viel.

Aus Angst bleiben wir bescheiden:
Wir geben uns mit einem kleinen Lebens-Radius zufrieden.
Da fühlen wir uns sicher. Da glauben wir Fehler vermeiden zu können.
Wir bleiben im sicheren Hafen.
Wir schleichen durchs Leben.
Wir geben uns mit einer Nebenrolle im Theater des Lebens zufrieden.

Sich voll ins Leben zu stürzen und dem Leben das abzuverlangen, was möglich ist?
Was für eine verrückte Idee!

Vielleicht liebäugeln wir mit Herzenswünschen, aber wir preschen nicht vor, um sie zu verwirklichen.
So kann uns niemand vorwerfen können, wir hätten Dummheiten gemacht.
Wir haben uns nie zu weit hinaus gewagt.
Wir haben nie ein zerfetztes Segel kassiert.
Wir haben nie Schiffbruch erlitten.

Wie Du das wohl am Ende deines Lebens beurteilen wirst – das Leben im sicheren Hafen?

wolke

Schritte in die Freiheit

Doch was kannst Du tun, wenn Dich Ängste, Schuld- und Verpflichtungsgefühle davon abhalten, Deine Lebensziele zu finden und zu verwirklichen?
Lass Dich zu den ersten Schritten inspirieren, während Du liest, wodurch sich mein Leben geändert hat.

1. Erkenne das wahre Problem!

Je mehr ich begriff, dass mich die Abwertung, Dominanz und Manipulation aus meiner Kindheit in das Gewirr von Schuldgefühlen, Unfreiheit und Angst geführt hatten, um so mehr verstand ich:

  • das sind Altlasten aus meiner Familie
  • das ist emotionaler Missbrauch
  • das sind NICHT die Regeln des Lebens.

So verloren das Geflüster der Angst, Verpflichtungs- und Schuldgefühle an Autorität.
Ich begann mich für Besseres zu öffnen.

 

2. Schmeiss’ Deine Brille weg!

Meine Ängste, Verplfichtungs- und Schuldgefühle legten sich, wie die Farbe einer getönten Brille, auf meine Einstellung zum Leben:
“Handle erst, wenn Du sicher bist, welches der richtigen Weg ist!” das war eine meiner Regeln.
Das bedeutet – ich wartete.
Denn oft sah ich den richtigen Weg nicht.

Doch eines Tages stiess ich auf eine Passage des neuen Testamentes und erlebte eine heilige, beziehungweise eine heilsame Irritation. Frei übersetzt stand da:
Wenn ihr Pläne macht und sagt “Morgen werde ich in die und die Stadt gehen und das und das tun, so wäre es angemessen, dem einen Satz beizufügen. Den Satz ”Wenn Gott will und ich das Leben habe”.

Ich stutzte.
Das entsprach überhaupt nicht den Lehren meines damals sehr christlich geprägten Umfeldes, in dem es galt das Richtige zu machen.
In diesem Text kritisierte Gott nicht, DASS diese Menschen Pläne machten.
Er bemängelte nur, dass sie ihre Pläne für absolut hielten.

Diese Einsicht war ein Wendepunkt.
Meine “warte-ab-Regel” war Mist.
Sie war das Resultat meiner Angst-Schuld-Pflichtgefühl-Brille.

Ich warf sie weg – die Regel und die Brille.
Ich lernte darauf zu hören was ich will und genoss die Erlaubnis Pläne zu machen.

Ich liess mir nicht mehr einreden, dass ich zuerst wissen muss, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dann erst handeln darf.
Heute sagen mir Menschen, ich sei mutig.
Das mag so wirken, wenn man mir zusieht, wie ich kleine und grosse Abenteuer wage.
Ich finde mich nicht sehr mutig.
Ich habe nur viel Freiheit.

 

3. Grabe Deine Wünsche aus!

Kinder wissen genau was sie wollen.
Erst wenn sie für ihr Wünschen oft genug beschimpft oder bestraft wurden, schütten sie den Zugang zu dem was sie wirklich wollen zu.
Doch verschüttete Zugänge können wieder entdeckt werden.
Jedes Pflänzchen, dem man genügend Schutz und Nahrung bietet, kann wieder wachsen.
Auch das Wünschen und Wollen.

Ich lernte das Wünschen zuerst beim Essen wieder.
“Was will ich wirklich?”, fragte ich mich, wenn ich zum Einkaufen ging. Und kaufte in der ersten Zeit all das, was ich mir seit Jahren verboten hatte.
Im Restaurant:
“Gefällt mir was in der Speisekarte steht oder wünsche ich mir vom Kellner eine “Eigenkreation”?

Essen ist ein Lebensbereich, in dem Du das Hören auf Deine Wünsche gefahrlos trainieren kannst.
Du kannst aber auch vor einem Schaufenster all die Dinge, die Dir gefallen in eine Wunschtüte stecken oder aus einem Ferienkatalog die Destinationen auswählen, die Dich reizen.
Du kannst auf den Einkaufzettel oder die Wochenendplanung gucken und Dich fragen:

  • Was will ich wirklich?

Wenn Du darauf die Antwort kennst, dann gehe einen Schritt weiter.
Erlaube Dir über Deine Herzenswünsche nachzudenken.

 

4. Umarme die Verantwortung!

Als Schwester sehr viel jüngerer Geschwister habe ich schon früh Verantwortung für andere übernommen und sie beschützt.
Für mich selbst aber, übernahm ich lange keine V
erantwortung.
Mich selbst schützte ich viel zu wenig.
Ich liess geschehen.
Bis mir klar wurde, dass auch Nicht-Handeln ein Handeln ist.
Auch mit der Entscheidung nichts zu entscheiden, hatte ich meine Entscheidung getroffen.

Wir werden die Verantwortung für uns nie los.

Frage Deine Freunde und Bekannten, was Du tun sollst.
Die einen sagen A. Die anderen sagen B.
Was zeigt Dir das?
Entscheidungen trägst Du immer allein.
Selbst wenn Du einem Rat Deiner Freunde oder dem Tageshoroskop folgst: Es ist Deine Entscheidung diesem Rat zu folgen.
Niemand anderes als Du selbst, hast dafür die Verantwortung.

Am Besten, Du und die Verantwortung werdet Freunde.
Beginne mit kleinen Schritten:

Streiche alles aus Deinen Worten und Gedanken, das Dich als hilfloses, “unschuldiges” Opfer seiner Umstände dastehen lässt. Sätze wie

  “… ich kann nichts tun…”
“Ich musste …”
“Es ging nicht anders…”

Hinterfrage alles, was Dir Ansprüche auferlegt

“Du solltest…”
“Du musst…”
“Hättest Du nur…”

Wähle Worte, die Dich zum Akteur Deines Lebens machen:

“Ich will… Ich habe entschieden… Ich werde…”

Anfangs meinst Du es sei eine Last, für alles was Du tust, denkst und lässt, die volle Verantwortung zu übernehmen.
Du wirst aber merken: Dein Leben ganz in die Hand zu nehmen, ist eine Lust.


Hier also die Strategie 4 um echte Lebensziele zu finden:

Sei LebensgärtnerIn! – Lerne (wieder) zu wollen, lerne zu entscheiden, zu handeln und Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen


 

P.S.: Du möchtest mehr über Verpflichtungsgefühle, Ängste und Schuldgefühle erfahren und in eine neue Freiheit kommen?
Tipp 1: Lies Susanne Forward’s Buch “Vergiftete Kindheit” . Es ist in meinen Augen eines der Besten zum Thema.
Tipp 2: anfangs Jahr 2020 wird mein Buch zum Thema “Emotionaler Missbrauch” erscheinen. Wenn Du meinen Newsletter abonniert hast, halte ich Dich dazu auf dem Laufenden.

Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Es sind hübsche Kinder,” sagte die Ente.
Alle zusammen sind schön, bis auf das eine, das ist nicht geglückt!“
Das waren die Worte seiner Mutter.

Es ist zu gross und ungewöhnlich” sagte die eine Ente.
Es ist hässlich”, sagten alle Bewohner im Entenhof.
“Wenn du nur weit fort wärest!”, sagte die Mutter.
“Wenn die Katze dich nur fangen möchte!” sagten die Geschwister.

So erzählt Hans-Christian Andersen die Geschichte vom hässliche Entlein, das bald nicht mehr wusste, wo es stehen und gehen sollte, weil es gebissen, gestossen und vom ganzen Entenhof verspottet wurde.

Wir Leser wissen: dieses Entlein war nicht hässlich und nichts an ihm war falsch.
Es war nur keine Ente.
Es war ein Schwan, der meinte eine Ente zu sein.

 

Versuchst Du eine Ente zu sein?

Jeder wird in ein Umfeld hineingeboren,
in eine Familie, ein Land, ein Gesellschaft – einen “Entenhof”.
Und jeder versucht “Ente” zu sein,
denn es ist das, was alle anderen sind.
Es ist das Einzige, das wir kennen.

Wenn es schlecht läuft, erlebst Du wie das Entlein, dass Dein Umfeld Dich ablehnt.
Wenn Du etwas mehr Glück hast, gelingt es Dir recht gut im Entenhof zu leben.
Einziger Nachteil:
Du vergisst, dass Du ein Schwan bist und schiebst alle Hinweise darauf weg.
Diese Gefahr bestand beim hässlichen Entlein nicht.

 

Neue Ansprüche

Eines Tages flog es versehentlich über das Entengehege.
Es erschrak über diese Fähigkeit. Keine andere Ente tat das.

Was bist du für einer” fragten die wilden Enten, denen es im grossen Moor begegnete.
“Was ist das?” fragte die alte Frau, die es fand.
Beide stellten die Frage, die das Entlein zur Lösung führen könnte.
Doch weder sie, noch das Entlein erkannten, was es ist.

Das alte Drama wiederholte sich:
Die Frau steckte den jungen Schwan probehalber in den Hühnerhof.
Sie dachte, er werde Enteneier legen.
Das klappte natürlich nicht.

Das Huhn auf dem Hof verlangte von Entlein, dass es gluckst und Eier legt, wenn es seine Meinung kund tun will. Also musste es seinen Mund halten.

Die Katze weigerte sich jemanden ernst zu nehmen, der keinen krummen Buckel machen und Funken sprühen kann. Auch das war dem Entlein unmöglich.

 

Der Herzenswunsch

Es konnte all diese Ansprüche nicht erfüllen.
Schlimmer noch: in ihm tauchten absonderliche Wünsche auf.
Wünsche, die in seinem Umfeld schlecht ankamen:

“Es ist so schön auf dem Wasser zu schwimmen”, schwärmte das hässliche Entlein
“so herrlich, es über dem Kopfe zusammenschlagen zu lassen und auf den Grund niederzutauchen!”

Wir spüren es diesen Worten an: da steckt eine tiefe Sehnsucht.
Das ist ein Herzenswunsch.

 

Hey Schwan, erwarte von einem Huhn kein Verständnis!

Die Henne reagierte nicht positiv.
“Du bist wohl verrückt geworden!” sagte sie.
“Frage die Katze danach, sie ist die klügste, die ich kenne,
ob sie es liebt, auf dem Wasser zu schwimmen oder unterzutauchen….

Frage die alte Frau, klüger als sie ist niemand auf der Welt!
Glaubst Du, dass sie Lust hat, zu schwimmen?”

Es habe wohl zuwenig zu tun, wenn es solche Grillen entwickle, schimpfte die Henne.
“Lege Eier, dann geht das vorüber!”

 

Welche Träume passen nicht in Deinen Entenhof?

Weisst auch Du noch nicht recht, was Dich ausmacht und wo es in Deinem Leben hingehen soll?
Tauchen in Dir manchmal Wünsche auf, die du gleich wieder wegschiebst, weil sie nicht realistisch sind oder nicht in Dein Weltbild passen?

  • Steckt in dir vielleicht  – wie in mir – eine Weltenbummlerin, die etwas von der Welt sehen möchte, statt an einem Arbeitsplatz au den Bildschirm zu starren?
  • Bist Du eigentlich ein Schriftsteller, der das noch nicht weiss, und deshalb Sitzungsprotokolle und Offerten schreibt?
  • Oder träumt der Familienmensch in Dir davon weniger Zeit dem Beruf zu opfern und Zeit für sein Leben, seine Familie und Freunde zu haben?

 

Mein Entenhof

Die Vorstellung von morgens früh, bis abends eine Dienstleistung zu bringen, um damit mein Leben zu finanzieren war mein Entenhof.
Über Jahre und Jahrzehnte dachte ich, das sei der Weg, um zufrieden zu leben und das zu bekommen, was Sinn und Freude in mein Leben bringt.

Doch immer stärker spürte ich: etwas passt nicht.
Ich hatte Lust frei zu sein, Zeit zum Leben zu haben, meine eigenen Ziele zu verfolgen, das zu tun was für mich Sinn macht, statt für die Ziele anderer zu arbeiten.

 

Der Schuh der drückt

Wie sehr liebe ich es die Schönheit der Welt zu sehen, in Bewegung zu sein, frei über meine Zeit zu verfügen und Menschen zu inspirieren, damit sie ein gutes Leben finden!
Kein Wunder, war das Leben in einem Grossraumbüro, vor dem Bildschirm, von morgens bis abends verplant, ein Schuh der drückt.

Ich hatte es gut hinbekommen.
Beinahe wären mir Entenfedern gewachsen.
Aber immer wieder kam ich an Grenzen, wurde krank, dauererschöpft, frustriert.
Der “Schwan in mir” lies sich nicht einfach verdrängen.

Lange dachte ich, ich sei falsch gepoolt.
Schliessliche verdient jeder so sein Geld (was nicht stimmt, aber entdecke das mal in einem Pool von Dienstleistern – im “Entenhof”.)

Es kam der Moment, wo ich die Sehnsucht nicht mehr beiseite schieben wollte. Genau wie das Entlein – oder vielmehr – der Schwan.

 

Der entscheidende Schritt

Ich glaub, ich geh hinaus in die weite Welt.” sagte das hässliche Entlein, ging zum Wasser und schwamm und tauchte nach Herzenslust.
Endlich tut es das wonach sein Herz sich so sehr sehnt.

Ist das nun sein Glück?
Weit gefehlt.
Zwar geniesst es das Schwimmen und Tauchen.
Aber es ist allein.

Es sieht fasziniert, wie ein Schwarm Schwäne nach Süden fliegt, spürt den Wunsch ihnen anzugehören und erlaubt sich doch nicht, so weit zu denken.
“Es wäre schon froh gewesen,” schreibt Andersen, “wenn die Enten es unter sich geduldet hätten.”

Der Winter war hart. Beinahe wäre es erfroren.
Doch im Frühling schwimmen drei von den königlich-weissen Vögel, die das Entlein so bewundert, zu ihm hin.
Und es erkennt im spiegelnden Wasser, das es selbst ein Schwan ist und zu dieser Art gehört.

Der Wunsch zu Schwimmen hat es nach Hause geführt.

 

 


Strategie 1 um Deine Lebensziele zu finden: Sei Schwan! Versuche nicht Ente zu sein.


  • Achte auf die Dinge, die Du einfach kannst (wie fliegen über das Entengitter). Das was Dich von anderen unterscheidet, kann Dir mehr über Dich selbst verraten.
  • Achte darauf welche Wünsche in Dir stecken. Bewerte sie nicht negativ.
    Sie zeigen etwas von Deinem Naturell, zeigen was in Dir steckt und wo Du hingehörst.
  • Lass die Wünsche in Deinem Herzen zu und folge ihnen. Vielleicht durchlebst Du einen einsamen, harten Winter. Aber es wird dich dahin bringen, wo Du hingehörst.

10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden – Intro und Übersicht

Liebe LeserIn

in dieser 10-teiligen Sommer-Blogserie erfährst Du, welche 10 Strategien helfen echte – also wirklich wichtige – Lebensziele zu finden. Lebensziele, die nicht nur wie Gold glänzen, sondern auch Gold wert sind.

  • Manches Ziel für das wir unsere Lebenszeit und unsere Energie brauchen, lässt uns enttäuscht zurück.
    Was kann Dich davor bewahren?
  • Manchmal tun wir uns schwer Ziele zu finden. So viele Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung.
    Welches sind also die wirklich wichtigen Ziele?

Im Teil 1 dieser Serie lernst du 10 Strategien kennen, die Du ausprobieren und an denen Du Dich orientieren kannst. All das, was mir auf meiner eigenen Suche nach Sinn und Bedeutsamkeit geholfen hat, fliesst in diese Blogserie ein.

Ab Donnerstagnachmittag den 8.8.2019 findest Du auf diesem Blog jede Woche einen neuen Artikel.

Du kannst die Texte separat lesen oder von dieser Übersicht ausgehen:

 

Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, wenn Du nicht weisst, wo Du anfangen sollst

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtigen Fragen

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Lesen. Möge das was Du liest Dich inspirieren und Dich in der Entscheidung bestärken, LebensgärtnerIn zu sein, Deinen Lebensgarten zu gestalten.
Lebe lebendiger!

 

 

 

 

 

5 Fragen die verhindern, dass Du Dein Leben verpasst

Im Juni 2017 habe ich meinen gut bezahlten Projektleitungs-Job gekündigt. Ohne genau zu wissen, was ich danach tun werde.

Die Firma in der ich angestellt war hat “Rang und Namen” in der E-Learning-Branche, experimentiert mit modernsten Führungsmethoden (selbstverantwortliche Teams) und hat einen Anspruch, der mich fasziniert: beste digitalen Lehrmittel zu entwickeln.
Dieser Job forderte mich jeden Tag heraus mich auf neue Themen einzulassen und mein Bestes zu geben. Ich liebte es.
Doch mein Inneres liess sich nicht täuschen: ein Teil in mir litt. Etwas fehlte.

Als dann eine Beziehung zerbrach, hatte ich das unbestimmbare Gefühl, das habe auch damit zu tun, dass ich zuviele Kompromisse in meinem Leben mache. Also besuchte ich im Juni 2017 ein 2-tägiges Seminar bei John Strelecky & Friends in Hamburg, um mein Leben genauer unter die Lupe zu nehmen.
Am Tag danach schrieb ich die Kündigung.

 

Die ehrliche Antwort auf die Frage “Was will ich wirklich?”

Bisher hatte ich nur wahrgenommen, dass mir das stundenlange Sitzen vor dem Computer und die Hektik des Projektalltages nicht gut tun. Zudem fragte ich mich ständig “Macht das wirklich Sinn?”.
An diesem Seminar in Hamburg sah ich ein, dass etwas viel Grundsätzlicheres nicht stimmte: für diese Stelle verzichtete ich auf das, was mir am meisten wert war: Bewegung, Achtsamkeit, Freiheit, Abenteuer und Bedeutsamkeit.

Ich sass Tag für Tag am Bürotisch, obwohl ich etwas anderes wollte: draussen sein, in die Natur schauen statt in den Bildschirm, mich bewegen statt zu sitzen, “die Welt” entdecken und etwas tun, das für Menschen und für die Umwelt wirklich wichtig ist.

Das konnte ich in diesem Job weder finden noch integrieren. Es genügte mir auch nicht länger, diesen Dingen in meiner Freizeit nachzugehen, wie ich es bis dahin tat.

 

Der Preis des Kompromisses

Ich sah ein, welchen Preis ich zahle, wenn ich nichts ändere:
Ich würde ein Leben leben, das nicht dem entspricht, was ich wirklich will.
Ein Leben, das mich am Ende auf die Dinge zurückblicken lässt, die ich gerne getan hätte. Dinge, die hätten stattfinden können. Wie zum Beispiel “einmal wäre ich beinahe einen Marathon gelaufen….” (Julia Engelmann).

Die nicht gebannte Gefahr

In der ersten Phase nach der Kündigung nutzte ich die neue Freiheit, um drei Abenteuer anzupacken:

  • über die Weihnachtsfeiertage/Neujahr arbeitete ich in einem Grand Hotel im Frühstücksdienst
  • danach ging ich als Freiwillige ins Flüchtlingslager nach Lesbos
  • und dann ans “Ende der Welt” und arbeitete in der traumhafte Bergwelt als Allrounderin in einem Berggasthaus.

Nebenbei entwickelte ich fleissig meine selbstständige Tätigkeit.
Es gab eine Menge zu entdecken, ich nutze die Freiheit hinzugehen wo ich will und das Bewegungsprogramm war in diesen Jobs inklusive.

Soweit so gut.

Mitte März wollte ich endlich wieder zu Hause sein und mich nur auf meine Selbstständigkeit konzentrieren.

Nach einer Woche fiel es mir auf: ich verbrachte viel zuviel Zeit vor dem Computer und kam kaum aus meinem Büro raus. “Schliesslich musst Du ja Geld verdienen” diktierte der Antreiber in mir und bewirkte damit, dass ich die Dinge vernachlässigte, die nichts mit Geldverdienen zu tun haben.

So sass ich nun als Selbstständige den ganzen Tag am Bürotisch vor dem Bildschirm und vergass darüber was mir wirklich wichtig ist. Zwar machte die Arbeit Sinn. Trotzdem war es nur eine andere Art mein Leben zu verpassen.

 

Die Hilfestellung

Lange setze ich mich in meinem Lieblings-Ohrensessel, liess die Beine über die Armlehne baumeln, spielte unruhig mit meinem Schreibzeug herum und dachte nach.
“Wie kann ich besser dafür sorgen, dass das Wichtigste in meinem Leben das Wichtigste ist?”, fragte ich mich.
Praktisch. Nicht theoretisch.

Dann fiel es mir ein: wenn ich weiss, dass ich über etwas Rechenschaft abgeben muss, achte ich viel besser darauf, was ich im Alltag tue. Du kennst es vielleicht auch? Nie putze ich meine Zähne gründlicher, als die wenigen Wochen vor dem jährlichen Dentalhygienetermin 🙂
Warum sollte ich diesen Effekt nicht nutzen?

Also stellte ich  mir die Aufgabe am Ende der Woche folgende Fragen zu beantworten:

Auswertung:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Massnahmen:

  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen öfters tun, um mehr Bedeutsames in mein Leben zu bringen? Worauf will ich mich konzentrieren? (Blick auf 1. und 2. erlaubt)
  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen seltener tun, damit Unbedeutendes weniger Platz in meinem Leben hat? (Bick auf 3. erlaubt)

 

Die neue Spur

Siehe da – von da an, zog ich mir jeden zweiten Tag die Wanderschuhe an und ging auf Abenteuer-Jagd. Ich rief Menschen an  die mir wichtig sind oder traf mich mit ihnen. Ich nahm mir die Zeit zum Lesen (die ich vorher nicht hatte), übte fleissig das Filmen und Fotografieren, nahm mir Zeit für mich zu kochen und Dinge selbst zu machen, liess mir Zeit zum Nachdenken und entwickelte (endlich) das Konzept und den Inhalt für diesen Blog.

Sicher, mein Tagesplan mutiert zum Kontrastprogramm: Wenn andere ins Büro gehen, bummele ich durch den Wald und mache ein Fotoshooting mit Bäumen, Blätter, Ameisen und Schnecken oder ziehe durch die Berge. Doch genau da habe ich die Idee, wie ich den Blog aufbauen will.
Zu Hause angekommen, setze ich mich vollkommen zufrieden mit meinem Vormittag an den Schreibtisch und tue, was zu tun ist.

 

Einwände

Der Angstmacher in meinem Hirn jammerte erst, dass das so nicht geht. “Du wirst garantiert verhungern” (sein Originalton). Da vermeldeten das Steueramt und die Krankenkasse unerwartet, dass ich eine ahnsehnliche Rückzahlung erhalte. Seither lache ich über die Angstmacherei, wenn auch mit einer Spur Ernst. In den nächsten Monaten werde ich definitiv nicht “verhungern”.

Natürlich: mein Lebensstil ist riskant. Ich riskiere, dass ich mir im in einigen Monaten ein Abenteuer suchen muss, das bezahlt wird – sei es ein Temporärjob oder eine Saisonstelle. Was für eine unglaubliche Gefahr ;-).

Vorher riskierte ich mehr:
Ich riskierte, mein Leben zu verpassen.

 

Und Du?

Welche Antworten findest Du, wenn Du Dich fragst:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Und was wirst Du tun, um dem was Dir viel bedeutet mehr Raum zu verschaffen und dem Unbedeutendem “den Hahn zuzudrehen”?

Lass Dich auf die Fragen ein. Lebe lebendiger.