Zeige dem Leben wo Du hin willst!

Die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden” schreibt der russische Schriftsteller Alex Issajewitsch Solschenizyn.

Beim Finden der eigenen Lebensziele ist es genau so. Hat man entdeckt was man im Leben wirklich tun und erleben will, staunt man, dass es nichts Kompliziertes ist.
Aber eben: das sagt sich im Rückblick leicht.
Ein typischer Fall von “Gewusst wie…”

Raum für seine Lebensziele zu schaffen, so dass sie – wie ein junges Pflänzchen – sich entwickeln und konkreter werden können, ist auch leicht.
Selbst wenn man keine Zeit hat.
Wenn man die Lösung kennt…

Wie schaffe ich Raum für das wirklich Wichtige?

Viele Zeitmanagement-Ratgeber lehrten mich Ziele zu bestimmen und dafür Pläne zu machen.
Allerdings merkte ich erst Jahre später, dass ich auf unwichtige Ziele gesetzt hatte.
Es lag nicht auf der Hand welche Dinge wirklich wichtig sind und Zeit dafür zu finden.

Es half auch nur bedingt zwischen dringenden, wichtigen und unwichtigen Aufgaben zu unterscheiden, so wie es in Zeitmanagement-Seminaren gern gelehrt wird (Eisenhower-Matrix).
Ich verschob das was mein Leben wirklich schön macht all zu oft und sass viel zu lange vor dem Bildschirm.
Ich konnte zu wenig auf Entdeckungstour gehen.
Ich hatte viel zu wenig Zeit zum Lesen und Lernen.
Ständig kam etwas dazwischen.
Im Moment schien alles Berufliche wichtiger …

Noch minutiöser zu planen half nicht.
Ersten bin ich in der Lage auch minutiöse Pläne nicht einzuhalten.
Das kann ich sogar besonders gut 🙂 .
Zweitens hilft das Einhalten von Plänen nicht, wenn die Zielsetzung zu einseitig auf berufliche Ziele ausgerichtet ist.

Dieser Einseitigkeit entgegen zu steuern gelang mir erst, als ich mich jeden Tag zu einer Mini-Aufgabe verpflichtete.
Ich verlangte von mir einmal am Tag etwas von dem zu tun, was mir wirklich wichtig ist.
Die Anforderungen hielt ich absichtlich lächerlich klein, so gab es keinen Grund, warum ich die Aufgabe innerhalb eines Tages nicht erledigen konnte.

  • Ein (!) Abschnitt in einem Buch lesen
  • 2 Minuten spazieren gehen
  • 5 Minuten alles tun ausser auf einen Bildschirm zu schauen.

War ich schon mal am Lesen, las ich meist noch etwas länger.
War ich draussen, kehrte ich nicht so schnell zurück – obwohl nach 2 Minuten die Aufgabe erfüllt war und ich “die Erlaubnis” dazu gehabt hätte.

Im Lauf der Zeit bekamen meine persönlichen Interessen immer mehr Platz.
Irgendwie geschah es automatisch.
Ich wurde ungehalten, wenn ich Dinge zu erledigen hatte, die ich nicht wirklich wollte.
Mein Arbeitspensum als Angestellte reduzierte ich von Jahr zu Jahr.

Je mehr die wichtigen Dinge Platz hatten, um so mehr wollte ich davon in mein Leben bringen.
Wieso fanden sie nun Platz in meinem Leben?
Ich hätte es nicht erklären können und schob es darauf, dass die Technik der “minimalen Anforderung” für mich ganz gut funktioniert.

 

Warum die Dinge, die wir tun mehr werden

John Strelecky brachte mich mit einem Abschnitt aus dem Buch “Wiedersehen im Café am Rande der Welt” auf ein anderes Erklärungsmodell. Allerdings, will ich Dir diese Erklärung hier nicht einfach als richtig servieren.
Denn es ist eine ziemlich wilde Theorie!
Ich finde, wir sind es unserer Integrität schuldig, solchen Theorien zwar mit Offenheit zu begegnen und sie zu prüfen, statt sie einfach zu glauben. Deshalb meine Bitte – überprüfe zuerst, ob Du folgende Erfahrung auch kennst:

 

Fazit aus meiner Selbstbeobachtung

Es gab Phasen, da war ich ständig draussen.
Ich hatte trotz Aufträgen Zeit die Natur zu geniessen und zu wandern.
Dann geschah etwas.
In einem Projekt wurde zur Eile gedrängt.
Ein paar Nachtschichten waren angesagt.
Doch als die Eile vorbei war, kam das nächste, was sofort erledigt sein wollte und mich weiter an meinem Bürotisch hielt.
Als wäre ich in eine Spur gerutscht aus der ich nicht mehr herausfand.
Es war als halte mich ein Magnet in der “ich-sitze-ständig-am Bürotisch-Spur”.

War ich ungehalten genug, plante ich “meinen Ausbruch”, legte einen Wandertag ein und verbot mir am Morgen den Computer zu starten und das Handy anzuschalten.
Denn garantiert gab es etwas das sofort erledigt sein sollte.

Diese Art Kraftakt war notwendig, um aus dieser Spur zu kommen.
Gelang mir das Ausbrechen einmal, fand ich bald danach wieder die Gelegenheit dafür.
Liess ich mich ein paar mal aber wieder von meinen Plänen abhalten,
geriet ich wieder ins alte “Fahrwasser” und fand mich ständig vor dem Bildschirm wieder.

Machst Du ähnliche Erfahrungen?

 

Die Navi-Theorie

John Strelecky, dem Du in diesem Teil der Blogserie zum letzten mal begegnest, erklärt das mit einer Theorie, die ziemlich esoterisch wirken kann. Aber sie ist für die Praxis sehr spannend. Er sagt:

Das Universum beobachtet uns.
Es sieht was wir tun, denken und fühlen.
Und es schlussfolgert, dass das was wir tun, denken und fühlen genau das ist, was wir tun, denken und fühlen wollen.
Deshalb schickt es uns mehr davon.

Wenn wir uns jeden Tag über den Job beklagen, denkt es wir mögen das.
Es hört nicht, dass wir am liebsten kündigen möchten und einen anderen Job haben wollen.
Es sieht, dass wir jeden Morgen am Arbeitsplatz erscheinen und unser ganze Leben nach diesem Job ausrichten.
Es beobachtet, dass wir uns jeden Tag ärgern und uns aufreiben.
Offenbar ist es das was wir haben wollen, sonst würden wir etwas anderes wählen.
Also werden wir mit noch mehr Möglichkeiten uns zu ärgern beliefert.

Es reagiert also wie ein Navigationsgerät, schreibt Strelecky.
Wenn ich nach einem italienischen Restaurant suche, schlägt es mir das nächste Mal ungefragt italienische Restaurants vor.
Wenn ich jeden Tag stundenlang vor dem Bildschirm hänge, schliesst es daraus, dass ich genau das mag.
Also liefert es mir Situationen und Aufgaben, die mich weiter am Bildschirm halten.

Automatisch.

Wenn ich das so schreibe, wirkt es vielleicht, als sei das Universum dumm oder gemein.
Aber das scheint nur so, weil wir den Mechanismus nicht verstehen.
Verstehen wir ihn, ist er genial und dient uns in jeder Hinsicht.

Wenn wir etwas anderes als das Bisherige wollen, müssen wir etwas anderes wählen.
Also: Tun.
Nicht Reden.

 

Wie Du dem Leben deutlich machst, was Du wirklich willst

Das heisst:

  • Wir stellen das Navigationsgerät auf “chinesische Restaurants” ein 
  • Wir beschäftigen uns mehr mit den Aufgaben, die wir mögen und kümmern uns darum mehr davon zu bekommen.
  • Du redest nicht mehr über den Jobwechsel, sondern Du schaust Dir Stellenangebote an.
  • Falls Du das auch schon seit 6 Monaten tust ohne konkret zu werden, dann tust Du etwas Neues: schreibe eine erste Bewerbung oder melde Deine Selbständigkeit an – obwohl Du noch sehr unsicher bist und nicht recht weisst, wie das gehen wird
  • ich schaue, dass ich regelmässig Aufgaben habe, die mich nicht am Bildschirm festhalten, sondern in der freien Natur erledigt werden können.
  • in Wanderbüchern zu schnuppern, Wanderkarten organisieren und Routen im Kalender einplanen zeigen, ebenfalls in welche Richtung es gehen soll und
  • ich schalte mein Handy am Morgen nicht ein und schaue nicht in meine Mailbox bevor ich 500 Wörter geschrieben habe. Denn ich will in Zukunft fast nur noch schreiben. Das gilt es zu demonstrieren.

Vielleicht wissen wir noch gar nicht genau was wir wollen.
Egal – wenn es stimmt, dass das Leben uns zusieht, dann ist es vollkommen unwichtig den genauen Weg zu kennen.
Dann gilt es einfach ein klares, unübersehbares Zeichen in die neue Richtung zu setzen.
Das klares Signal, DASS sich etwas ändern soll ist wichtig.

Ist das Zeichen gesetzt, ist eines noch wichtig:
Sichere Dich vor “Rückfällen” ab! Sorge dafür, dass Du Deinen Plan wirklich durchziehst.

  • Blockiere in Deinem Terminplan die Zeit, die Du für die Dinge haben willst, die Dir wichtig sind. Diese Zeit ist genau so definitiv reserviert, wie ein Sitzungstermin mit Deinem Kunden, Deinem Team oder Deinem Arbeitgeber.
  • Falls Du leicht zu überreden bist, Deine eigenen Wünsche zugunsten einer “dringenden Sache” auzugeben, dann buchst Du Dir sofort das Hotel, wo sich Deine Pläne umsetzen lassen oder Du lädst jemanden ein mitzumachen. Dann wird das Verschieben schwieriger.
    Wenn Du den Termin verschiebst, wir Dir das Leben noch viele weitere Möglichkeiten geben, das wirklich Wichtige auf später zu verschieben. Denn Du scheinst das ja zu mögen.

 

Warum Du es anderen oft nicht recht machen kannst

Natürlich – ich mache mich nicht immer beliebt.
Es irritiert Menschen, wenn ich nicht mache was sie wollen.
Menschen, die durch ihr Leben hetzen, hassen es, wenn ich nicht wie sie funktionieren.
Sie wollen, dass ihre Prioritäten die Meinen sind.
Dass ihr Tempo mein Tempo ist.
Doch wenn ich versuche nach ihren Wünschen zu leben und Kompromisse zu finden, passiert immer dasselbe:
meine Ziele kommen zu kurz und mein Alltag gefällt mir nicht.
Dann muss ich mich daran erinnern: es ist MEIN Leben.
Es ist MEINE Zeit, die andere für sich beanspruchen wollen.
Es ist an MIR zu entscheiden, was in meinem Leben Priorität hat.
Es ist an DIR zu entscheiden, wer Dein Leben lebt. 

Was willst DU in Deinem Leben haben?

 


Strategie 9 um zu erleben, dass Deine Lebensziele wachsen und sich entwickeln können lautet:
Setze klar Zeichen in welche Richtung es gehen soll!


 

Entlarve falsche Ziele

Ein Haus am Meer.”
Ich wunderte mich ein wenig darüber, dass dieser Lebenstraum mehrfach von uns Kursteilnehmerinnen genannt wurde.

“Na ja”, dachte ich damals “ das ist ja auch etwas Schönes! Kein Wunder will das jeder haben.”

Scheinbilder des Glücks

Heute bin ich kritischer.
Das Haus am Meer könnte eine Art Fatamorgana sein:
Wenn Du näher ran gehst an die vermeintliche Oase, ist da nichts.
Keine Oase, die Dich mit Wasser versorgt.
Kein Haus, das automatisch das Glück mit sich bringt.

In Deinem Kopf war eine Vorstellung davon was glücklich macht.
Mit der Realität hat das nichts zu tun.

Niemand ist gefeit, gegen romantisch-verklärte Idealbilder, die ihr Versprechen vom guten Leben nicht halten.
Auch die nicht, die Filme von Rosamunde Pilcher und Co. belächeln.
Wer glaubt denn nicht, sein Leben werde ideal sein, wenn man…

  • sich um Geld keine Sorgen zu machen braucht
  • möglichst nicht mehr arbeiten muss
  • gertenschlank und fit ist
  • ein Haus in einer traumhaft schönen Umgebung hat
  • mit dem richtigen Partner zusammen lebt?

Nein nein, ich will die Rosamunde Pilcherfilme nicht schlecht reden.
Eines bringen sie ganz sicher auf den Punkt:
wie wunderschön Südengland ist 🙂 .

Schau Dir die Filme an und geh hin – es lohnt sich.
Aber vergiss, was Dir über das Glück erzählt wird.
Oder noch besser: entlarve die Scheinbilder des Glücks ein für allemal, indem Du herausfindest was Dich wirklich glücklich macht.

Scheinbilder sind Fallen

Wir müssen genau wissen, was wir wirklich brauchen um glücklich zu sein.
Sonst laufen wir Dingen nach, die verhindern, dass wir unser wahres Ziel erreichen.

Angenommen Dein persönlicher Wegweiser zeigt, dass Dir Ruhe, Frieden, Sicherheit, Verbundenheit viel bedeuten.
Du wünscht Dir

  • ein friedliches, stressfreies Leben
  • eine Aufgabe, die für Dich Sinn macht und Deine Existenz sichert und
  • Zeit für die Menschen die Du magst, die Dich mögen und denen Du etwas wert bist.

Wenn Dir nicht ganz klar ist, wie wichtig diese vier Werte für Dich sind und wie Du sie erreichst, kommst Du da nie an.

Denn Du machst es wie die meisten anderen:
Du arbeitest fleissig und versuchst Deine Freizeit zu geniessen.
So sorgst Du für Deine sichere Zukunft.
Ruhe zu finden und Zeit für Deine Liebsten zu haben – das hingegen ist schwieriger.
Warum?
Weil die meisten Menschen dauerbeschäftigt und in Eile sind.

Die wenigsten wollen das.
Die meisten wollen Zeit haben und verhindern gleichzeitig, dass es dazu kommt.
Nur scheinbar sorgen wir für Ruhe:
 

  • mit Ferien an besondere schöne Orte, an denen wir Zeit mit den Liebsten geniessen wollen
  • mit einem eigenen Haus oder einer ausgesuchten Wohnungseinrichtung in dem wir Zeit haben wollen  vielleicht leisten wir uns sogar ein Haus am Meer.

Schein-Ziele.
Falsche Versprechen.
Irrwege.

Gewollt hast Du ein friedliches Leben gemeinsam mit Deinen Liebsten.
Doch was passiert?
All das was Ruhe und Zeit-haben in Dein Leben bringen sollte, frisst Deine Geld- und Zeitressourcen auf

  • Reise organisieren, Reise finanzieren, Gepäck packen, Anreisen, Ankommen …
  • Baupläne machen, Wünsche definieren, tausend Materialien bestimmen von Küche bis zum Bad…
  • noch mehr Arbeiten oder gar Karriere machen, um all dies bezahlen zu können.

Und das nur, weil

  • Dir nicht klar war WAS Du wirklich willst 
  • Du nicht wusstest WIE Du das Gewünschte in Dein Leben bringst und
  • Du deshalb dem Weg gefolgt bist, den die Menschen in Deinem Umfeld gehen.

 

Die Falle umgehen: echte Bedürfnisse erkennen, passende Wege finden

Wenn Dir klar ist, welche Bedürfnisse hinter dem Haus am Meer stehen und wenn Du den richtigen Dreh raus hast und erlebst, wie Du sie erfüllen kannst, dann bist Du immun gegen die leeren Scheinziele und Glücksversprechen.
Du weisst wo es sich lohnt Zeit und Energie zu investieren und was nur den Anschein von Glück hat.: 

  • Es ist leicht auf ein Haus am Meer zu verzichten, wenn Du spürt, dass Du es nicht braucht, weil “Mikroabenteuer” mit  Deinen Liebsten schöne, ruhige Momente der Entspannung und Gemeinsamkeit in Deinen Alltag bringen.
  • Es wird noch leichter, wenn Du merkst, dass diese Abenteuer Dir Zeit geben und wenig Geld brauchen.
    Plötzlich wird Dir klar, dass ohne die teuren und zeitaufwändigen Scheinziele eine Reduktion Deines Arbeitspensums machbar wäre. Noch mehr Zeit für Dich und Deine Liebsten…
  • Es ist leicht sich vom Scheinbild zu lösen, dass Nichts-tun und vor dem Fernseher sitzen glücklich macht, wenn man immer wieder erlebt, wie erfüllend die Abenteuer vor der Haustür und wirklich herausfordernde Lebensziele sind. Also verzichtest Du auf den Flachbildschirm im Sonderangebot.

Willst Du liebe Leserin, lieber Leser ganz sicher sein, dass Du Deine echten Ziele verfolgst?
Ich zeige Dir zwei Übungen die Dir helfen, das was Dir wirklich wichtig ist bewusst zu machen.

Mir haben sie vor 2 Jahren deutlich gemacht, dass ich das was ich will in meinem Job nicht verwirklichen kann.
Es wurde so glasklar, dass ich auf diesem Weg NIE erreichen werde was ich will, dass ich den Mut hatte meinen Job aufzugeben.
Das war für mich selbst beeindruckend.

Auch Dir werden diese Übungen zeigen, was Du wirklich, wirklich willst und welche Wege Du ausprobieren kannst.
Glücksversprechen wirst Du nicht mehr  auf dem Leim gehen.
Vielleicht kaufst Du Dir ein Haus am Meer.
Aber nur, weil Du weisst, dass Du damit genau das erreichst, was Du wirklich willst.

 

Übung 1: Ein Gedankenspiel

Schreibe auf, was Du in Deinem Leben tun, sehen und erleben möchtest, wenn

  1. Zeit und Geld keine Rolle spielen würden und
  2. du wüsstest, alles was Du anpackst gelingt.

Schreibe mindestens(!!!) 12 Dinge in ca. 15 Minuten auf.
Grüble nicht, schreibe einfach auf was
auftaucht.
Im Moment geht es nicht darum zu überlegen, ob etwas realistisch ist, sondern die Wünsche in Deinem Herzen zu entdecken.
Sei ruhig ein bisschen verrückt!

Mache diese Übung möglichst sofort.
Greife rasch zum Schreibzeug und nimm Dir die 15 Minuten – oder plane sie in den nächsten 72 Stunden ein.
Wenn Du frisch inspiriert bist, geht es am leichtesten.

Diese Übung ist genial, weil sie Ziele und Wege aus Dir herauskitzelt, die Du normalerweise nicht nennen würdest, weil Du

  • zu lange nachdenkst (deshalb die Zeitbegrenzung)
  • Angst um Dein finanzielles Überleben oder
  • Angst vor Misserfolg hast oder
  • weil Du meinst nicht genug Zeit und Können mitzubringen.

Lege diese Notizen zur Seite und nimm sie später – vielleicht erst in einer Woche wieder zur Hand. Du wirst noch prüfen müssen, ob Du das was da steht wirklich tun willst – ob es Deinen Werten entspricht.
Deshalb ist es gut die nächste Übung zu machen, bevor Du mit dem Tun beginnst.

 

Übung 2: Werte bestimmen

Suche eine Liste mit Werten, wie es viele im Internet gibt zum Beispiel auf diesen “Wertekarten”
Wähle zuerst 14 Werte aus und filtere dann die 7 wichtigsten heraus.
Frage Dich dafür “Wenn ich zwischen beiden wählen muss, was ist dann wichtiger? 

Fülle für diese 7 Werte eine Werte-Karte nach dem folgenden Muster aus:

  1. Bezeichnung des Wertes – Name
  2. Definiere was Du (nicht man!) darunter verstehst. Jeder verbindet mit einem Wert etwas anderes. Freiheit ist für den einen, dass er jederzeit losreisen und überall arbeiten kann, während jemand anderes sich frei fühlt, wenn er Fallschirm springt.
  3. Notiere warum Dir das wichtig ist. Diese Antwort zeigt Dir worum es wirklich geht. Vielleicht hast Du bisher von einem Ferienhaus am Meer geträumt. Doch beim “warum” erkennst Du, dass es vor allem um eines geht: ungestört die Seele baumeln zu lassen.

Im Alltag verankern

Die Arbeit ist nun fast getan. WAS Dir warum wichtig ist, hast Du für den Moment definiert.
Wie bekommst Du das nun in Dein Leben?
Und wie bleibst Du auf Kurs und von Scheinzielen verschont?

Ein konkrete Verankerung im Alltag ist nötig.
Eine Notiz, die Dich erinnert, wo Du wirklich hin willst. Denn wir haben die fatale Neigung uns danach zu bewerten was uns wichtig ist, gleichzeitig (!) das Gegenteil davon zu leben und die Umsetzung auf den Sanktnimmerleinstag zu verschieben:
“Wenn ich dann mal das und das erledigt habe, werde ich keinen Stress mehr haben…. ”
Das kann man ein ganzes Leben glauben.
Zeit nehmen für Deine Ziele kannst Du Dir nur jetzt.

Ich schlage vor: nimm Deine Big Five zur Hand (siehe Blogartikel ) und prüfe, ob die 7 Werte irgendwo bei diesen Herzenswünschen vorkommen.
Das ist nicht so?
Gratuliere, Deine Big Five bekommen nun eine neue Schärfung!
Das wird immer wieder mal nötig sein.
Ich bin unterdessen bei Version 11 – und ich habe nicht von Beginn an gezählt 🙂
Freue Dich darüber, dass Deine Lebensziele sich schärfen und wachsen!

Seine Ziele zu bestimmen, wieder zu überprüfen, ob sie noch stimmen und ob die eingeschlagenen Wege Dich da hin bringen wo es hingehen soll, ist ein wunderbarer Weg, der niemals aufhört!


Strategie 7 um Deine echten Lebensziele zu finden heisst:

Entlarve falsche Lebensziele!


Wir sind alle Lebensgärtner – Interview von “Herzenswunsch-Podcast”

Liebe Leserin, lieber Leser
genau in der Mitte der Blogserie hat mich Yvonne Simone für ihren “Herzenswunsch-Podcast” interviewt. Sie wollte mehr darüber wissen, was durch meine Big Five in den letzten zwei Jahren in meinem Leben passiert ist.

Also gibt es diese Woche nichts für die Augen, sondern etwas für die Ohren 🙂



Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst Deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, obwohl Du nicht weisst, wie Du anfangen sollst.

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtige Frage

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Eine inspirierende Lesezeit wünsche ich Dir

Lebe lebendiger!

Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, obwohl Du nicht weisst, wie Du anfangen sollst.

Ich gebe es zu.
Ich bin ein Schreibsuchti-Fan.
Die Blogbeiträge und Newsletter des Autors (www.schreibsuchti.de) öffne ich selbst dann, wenn ich mit Arbeit überladen bin.
Walter Epp’s Texte sind kurz, knackig und so voller Überraschungen und Provokationen, dass das Lesen ein Genuss ist. Zudem sind seine Tipps und Tricks zum Thema “Bloggen und damit Geld verdienen” durchdacht und bestehen den Praxistest.

Logisch, dass ich vor Kurzem seinen neuen Online-Kurse gekauft habe.
Interessiert notierte ich welche Massnahmen er vorschlägt, damit mein Blog mehr Leser findet:

  • eine Landingpage und eine Salespage machen
  • mit bestimmten Plugin für eine schöner Darstellung sorgen
  • .
  • .
  • die Website nach einem bestimmten Strickmuser aufbauen.

Meine Pendenzenliste wurde grösser und grösser: Bald war mir klar: wenn ich Walter Epps Strategie umsetzen will, braucht meine Website eine Rundum-Renovation.

Oh Mann, wo fange ich nur an!”, fragte ich mich mit Blick auf die lange Liste – und tat wochenlang nichts.
Ich war ratlos. Überfordert.
Also habe ich Walter genau das gefragt: ”Mann, wo fang ich an…?!”
Na, ja – etwas eleganter habe ich es schon formuliert 🙂 .

Als ich seine Antwort gelesen hatte, lachte ich lauthals.
Ich war fassungslos.
Walter schrieb, dass er seine Website Schritt für Schritt entwickelt und seine Artikel fortlaufend verbessert habe. Eine “Renovation” wie ich es vorhabe, habe er nie gemacht.

Mir ging ein Licht auf.
Ich hatte mich total verheddert!
Mich, die “Erfinderin” der Veränderungsformel musste er daran erinnern, wie man eine Veränderung anpackt!.
Genau so gut hätte eine gute Köchin fragen können, wie man Zwiebel hackt oder einer versierten Schneiderin, wie man einen Faden einfädelt.
Doch durch meine To-do-Liste (- ich denke schon länger, dass die gefährlich sind) hatte sich die Aufgaben zu einem hohen Berg aufgetürmt.
Unbewusst hatte ich mir das Ziel gesetzt, eine ganz tolle Website zu haben – so wie im Kurs gezeigt wurde – und zwar möglichst rasch (also sofort). Dadurch wurde die Herausforderung so gross, dass ich vor dem Start schon kapitulierte.

<

Wenn unser Lebenstraum uns entmutigt

In diese Form von “Aufschiberits” können wir auch geraten, wenn wir unsere Lebenszielen und Träume ernst nehmen und umsetzen wollen. Denn sofort stellt sich eine grosse Anzahl von Fragen. Jede für sich ist eine Herausforderung.

Bist auch Du dabei Deine unwiderstehliche Zukunftsvision zu verwirklichen? Dann kennst Du diese Fragen bereits:

  • Was für eine Art von Leben würde ich am allerliebsten leben?
  • Was will ich wirklich?
  • Kann ich erreichen, was ich will?
  • Wie bringe ich meinen ideales Leben mit den Anforderungen des Alltags zusammen?
  • Kann ich mit dem was ich tun will Geld verdienen? Wenn nicht: nie bekommt mein Traum trotzdem genügend Platz in meinem Leben?

Diese Herausforderung sind auf olympischen Niveau.
Kein Wunder, dass die Überforderung unseren Handlungswillen gelegentlich plattwalzt.
Sich diese Frage nicht zu stelllen, würde allerdings heissen, das zu verpassen, was man im Leben wirklich will. Wie ist diese Dilemma zu lösen?

 

1. Bewusstheit

Mit der Veränderungsformel ist die Antwort leicht gefunden. Deshalb war ich so verwundert, dass ich vor Walters Antwort nicht gecheckt hatte was los ist, als mich die To-do-liste überforderte.
Mein Beispiel zeigt: Wesentlich ist, dass ich mir bewusst bin, dass ich mir eine grosse Herausforderung ausgesucht habe.
Dank dieser Erkenntnisse konnte ich sofort meine Vorgehensweise ändern. Ich wechselt vom Modus “To-do-Liste-abarbeiten” in den Modus “eine Veränderung anpacken”:

  1. Ich schaute von den vielen Aufgaben und Zwischenzielen weg.
  2. Ich definierte, in welche Richtung ich gehen will (hier: eine Seite so aufbauen, wie ich es im Kurs gelernt habe) und
  3. ich begann mir Mini-Aufgaben aufzutragen, um jeden Tag kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen.

Was ist anders?” fragst Du vielleicht, wenn Du mit der Veränderungsformel nicht so vertraut bist.
Hier will ich es nur kurz mit einer Frage an Dich erklären:
Welche Vorsatz kannst Du leichter anpacken und erledigen? “Ich will sportlicher werden und beginne vorerst mit 1 Liegestütze pro Tag, weil das schon 100% mehr ist als zuvor” oder “Ich gehe ab sofort jede Woche einmal ins Fitness-Studio”?

Für sehr viele Menschen ist die erste Aufgabe leicht umzusetzen.
Trotz dieser Leichtigkeit gelingt es ihnen im Jahr mindestens 365 Liegestützen machen.
Am zweiten Vorsatz scheitern viele nach wenigen Monaten. Der frisch trainierte Muskel verliert seine Kraft wieder, der Wunsch nach Fitness erfüllt sich nicht.

Oft denken wir kurzfristig, packen ein Ziel mit Elan an und müssen dann feststellen, dass es zu viel ist. Wir können länger durchhalten und kommen dadurch weiter, wenn wir das langfristige Ziel im Auge behalten und regelmässig kleine Schritte tun.

 

2. Lebensziele wachsen lassen

Auch wenn Du Deine Lebensziele finden willst, ist es viel einfacher eine Richtung zu definieren, statt zu versuchen konkrete Ziele aus dem Boden zu stampfen.
Natürlich kannst Du spontan sagen: ich wäre gerne reich, möchte ein schönes Haus am Meer haben und den ganzen Tag tun können wozu ich Lust habe.
Doch sind das echte Lebensziele oder sind es Bilder in Deinem Kopf, die nur vorgaukeln, dass dies die Erfüllung aller Träume ist?
Sind das Lebensziele, die so gut zu Dir passen wie ein massgeschneidertes Kleidungsstück?
Wohl kaum.

Abstand

Wie sich aus Herzenswünschen Lebensziele herausschälen

Bevor Du nun krampfhaft eine Richtung für Dein Leben suchst, lass mich zuerst die Idee der “Big Five” von John Strelecky erklären. Du wirst gleich sehen, dass sich aus Deinen Big Five mit der Zeit Lebensziele, ja sogar Dein Lebenssinn herauslesen lässt.

Safaritouristen, so erfährt man in John Strelecky’s Buch “Safari des Lebens”, haben meist eine klare Vorstellung davon, was eine gelungene Safari ist  Sie zählen die Tiere auf, die sie gesehen haben wollen:  Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden, Büffel… Oft sind es genau diese fünf. Daher werden sie in Afrika die “Big Five” genannt.
Wenn Du nun Dein Leben als Safari ansiehst, so Strelecky, welche 5 Dinge möchtest Du in Deinem Leben getan, gesehen oder erlebt haben, damit du sagen kannst, “es war ein Leben, ganz wie ich es mir erträumt habe?”.

Welche fünf Wünsche erwählst Du nun zu Deinen Big Five?
Ganz ehrlich: es ist am Anfang nicht so wichtig.
Es geht zuerst darum

Dir klar zu werden

  • was Dir für Dein Leben wichtig ist
  • aus den ganzen Dingen, die Du könntest, solltest und müsstest, die heraus zu filtern, die Dein Herz höher schlagen lassen
  • Deinen “Wunschmuskel” zu trainieren.

Du hast 5 Herzenswünsche notiert? Gratuliere: ein wichtiger erster Schritt ist gemacht! Du beginnst festzulegen, was in Deinem Leben wirklich wichtig ist.
Ob das Deine Lebensziele sind?
Ob damit erfasst ist, warum Du auf diesem Planeten bist und welchen Sinn Dein Leben hast. Vermutlich noch nicht.
Aber es ist ein erster Entwurf auf dem Du aufbauen kannst. Zerbrich Dir über deren Richtigkeit nicht den Kopf, sondern gehe erste Schritte. 

  • Du wirst feststellen, dass manche Träume Schäume sind – sie schienen Dir wertvoll, aber Du stellst fest, dass Du sie gar nicht magst.
    Meine anfängliche Begeisterung für digitales Nomadentum schlug zum Beispiel völlig um, als mir klar wurde, wieviele digitale Nomaden stundenlang in den Bildschirm starren, obwohl sie sich in einer wunderschönen Umgebung befinden.
  • Du wirst aber auch erfahren, dass manche Träume sich auch in der Realität traumhaft anfühlen.
    Der Wunsch nach Dänemark zu gehen, die Lavendelfelder in der Provence zu erleben und ein Buch zu schreiben, all das hat mein Herz im Vorfeld angesprochen und war dann tatsächlich ein Erlebnis mit einer wichtigen Bedeutung für mich.

Herzenswünsche umsetzen – ohne Überforderung

Die fünf Wünsche hast Du also vor Dir. Was sind nun “erste Schritte”?
Wie oben anhand der Veränderungsformel bereits gezeigt: Du beginnst mit dem was leicht ist (minimale Anforderung). Es ist nicht wichtig, dass Du schnell bist, sondern dass Du die Richtung hältst und konstant kleine Schritte gehst. Hochleistungssportler-Allüren wie ich sie im Zusammenhang mit meiner Website an den Tag gelegt habe, sind nicht gefragt.

Wenn Du davon träumst ein Buch zu veröffentlichen, dann

  • beginne damit jeden Tag 10 Minuten zu lesen, wie man gut schreibt oder

  • besuche einmal in der Woche ein Schreibseminar

  • oder gewöhne dir an Dein Handy erst einzuschalten wenn du am Morgen 500 Wörter geschrieben hast

was immer Du mit Leichtigkeit in Deinem Alltag schaffst.
Wenn Du 10 Minuten lesen nicht schaffst, reduziere die Anforderung noch stärker: Liess nur 1 Minute pro Tag. Diese eine Minute ist mehr wert als einmal 10 Minuten lesen und 10 Tage Lesepause machen, denn mit einem Mini-Schritt pro Tag bleibst Du im Thema drin, hältst Dich damit auf dem Kurs Deiner Träume und trainierst das Umsetzen Deiner Wünsche. Das ist für den Anfang wichtiger, als das Wissen und Können, das Du Dir in den paar Minuten Lesen aneignest.

 

Aus Herzenswünsche zeigen sich Lebensziele

Setzt Du Deine Herzenwünsche um, passiert etwas erstaunliches: Die Lebensthemen kristalisieren sich immer mehr heraus.

Anfangs notierte ich als Herzenswünsche:

  • die Loireschlösser sehen
  • nach Liége gehen, um den Spuren von Maigret zu folgen
  • nach Dänemark reisen
  • Belgien entdecken
  • die Tulpenfeldern in Holland bewundern

Alles wunderschöne “Safari-Ziele”.

Doch mit der Zeit begann mir zu dämmern, dass diese Liste endlos ist. Denn das eigentliche Ziel sind nicht all diese Entdeckungsreisen. Nein, das Unterwegs-sein, das Entdecken von Neuem ist das massgeschneidertes Ziel für mich ist. Etwas in mir will Bewegung, Dinge entdecken und die Natur spüren – am liebsten mit möglichst wenig Gepäck.

Und so formulierte ich stellvertretend für alle meine Entdecker-Ziele einen Big Five, der mir wohl den Rest meines Lebens erhalten bleibt:

“Mit einfachen Mitteln nach Lust und Laune unterwegs sein, die Welt entdecken und alles Mögliche und Unmögliche lernen.”

 

Von den Herzenswünschen zur Antwort “Darum bin ich hier”

Heute weiss ich: das unterwegs sein nährt und inspiriert mich. Das macht mich reich, gibt mir das Gefühl wirklich zu leben.

Nachdem ich viele Herzenswünsche in diese Richtung verwirklicht hatte, begann ich zu verstehen: dieser Reichtum in meinem Leben ist nicht nur für mich wichtig. Die Menschen denen ich begegne bekommen einen Teil davon ab. Ich gebe ihn weiter, ohne es richtig zu merken. Andere werden dadurch inspiriert ihr Leben wirklich zu leben. Heute ist mir klar: Genau dafür bin ich da.

Das bestätigt sich auch durch meine bisherige Lebensgeschichte. Vom ersten Tagen an, ging es darum um mein Leben zu kämpfen. Zuerst ging es um meine Gesundheit. Später, als Kind ging es um mein inneres Überleben. Als Teenager war ich bereit mein Leben wegzuwerfen, weil sich in meinem Inneren so viel Schmerz angesammelt hatte. Später lief ich in Gefahr mir von anderen diktieren zu lassen, wie ich leben soll. Zu guter Letzt hätte der Alltagstrott mich beinahe erwischt.
Es macht einfach Sinn, dass genau ich den “Job” habe Menschen zum wirklichen Leben zu ermutigen. 

 


Wenn Du das Gefühl hast, es ist eine Herkulesaufgabe die eigenen Lebenziele oder den Sinn für das eigene Leben zu finden, unterstützt Dich Strategie 5:

Definiere Herzenswünsche und verfolge sie. Tu das was einfach ist zuerst.


 

Wie Du mutiger wirst Deinen Weg zu gehen

Ach, würde nur ein Brief vom Himmel fallen!
Einer in dem steht, was ich tun soll.”
So hörte ich meine Klientinnen seufzen, die zu mir in die Beratung kamen.
So dachte ich selbst oft.

Auf der Suche nach dem Richtigen

Manche Menschen gehen unbeschwert an die Aufgabe heran ihr Leben zu gestalten.
Sie machen sich nicht zu viele Gedanken.
Aber viele Gewissenhafte, Idealisten oder spirituell-philosophisch veranlagte Menschen wollen wissen:
Was ist richtig und was ist falsch?”
Was ist mein Weg? Wie soll ich leben?

Selbst wenn sie wissen, was sie wollen,
wenn sie Lust verspüren einen bestimmten Weg einzuschlagen –
sie bleiben kritisch.
Schliesslich hätten sie manchmal auch gute Lust, dem Verträger der Gratiszeitung ans Bein zu treten, wenn er wieder alle übrig gebliebenen Zeitungen einer Tour in ihren Briefkasten gesteckt hat.

Hinderliches Gestrüpp

Doch hinter dem sehnsuchtsvollen Wunsch nach einem Briefchen von Himmel
steckt manchmal noch mehr:
Ein Gewirr aus Angst, Verpflichtungs- und Schuldgefühlen, das die eigenen Wünsche erstickt.
Wie bei der Aline, die es seit Jahren erträgt von ihrem Mann ins Gesicht geschlagen und mit Worte und Blicken abgewertet zu werden.
Der Schmerz ist gross – vor allem der emotionale . Aber sie bleibt.
Sie hält aus.
Sie handelt nicht.
Warum?
Weil sie verstrickt ist in Schuld, Verpflichtung und Angst.

“In guten, wie in schlechten Zeiten – das hast Du ihm versprochen”, sagt das Verpflichtungsgefühl.
“Wärst du eine bessere Partnerin, würde er nicht so ausrasten” flüstert ihr die Schuld zu.
“Sicher wird alles noch Schlimmer, wenn Du etwas unternimmst!” prophezeit die Angst.

Das ist eine verzweifelte Situation.
Jemand der einem sagt, was man tun soll …. kann … darf…- das wäre hilfreich, beruhigend und tröstlich.

Vielleicht findest Du dieses Beispiel extrem.
Doch genau darin liegt seine Kraft:
Der Konflikt von Aline ist so offensichtlich.

Jede gute Freundin würde zu Aline sagten “Du musst etwas tun”.
Doch wer eine Aline zur Freundin hat weiss, sie kann (noch) nicht.
Wir verstehen nicht warum, denn wir können die Einflüsterungen der Pflicht, Angst und Schuld nicht hören, die sie gefangen halten.
Selbst Alline nimmt sie kaum wahr.

Deine Situation ist vielleicht nicht so dramatisch.
Aber ich behaupte: Jedem von uns rauben Ängste, Verpflichtungs- und Schuldgefühle den Mut zu handeln.

Wir alle schlagen uns mit diesem Gestrüpp herum, wenn es darum geht den eigenen Lebenszielen zu folgen:
Das Leben das wir führen, tut uns nicht gut.
Doch wir verweisen auf unser Verpflichtungen.
Wir finden Gründe, warum wir unserem Herzen nicht folgen können.
In Wirklichkeit kämpfen wir mit der Angst zu scheitern, mit der Angst unsere Existenzgrundlage zu verlieren oder die Wertschätzung unseres sozialen Netzes.
Schon beim Gedanken einige Verpflichtungen nicht länger zu erfüllen, damit wir unsere Ziele verfolgen können, tauchen leise Ängste und Schuldgefühle auf.

 

Der Kompromiss

Was passiert also, wenn der Dschungel an Angst, Pflicht und Schuldgefühlen uns keinen Raum zum Wünschen und Handeln lässt und kein Briefchen vom Himmel kommt?
Im schlimmsten Fall: nicht viel.

Aus Angst bleiben wir bescheiden:
Wir geben uns mit einem kleinen Lebens-Radius zufrieden.
Da fühlen wir uns sicher. Da glauben wir Fehler vermeiden zu können.
Wir bleiben im sicheren Hafen.
Wir schleichen durchs Leben.
Wir geben uns mit einer Nebenrolle im Theater des Lebens zufrieden.

Sich voll ins Leben zu stürzen und dem Leben das abzuverlangen, was möglich ist?
Was für eine verrückte Idee!

Vielleicht liebäugeln wir mit Herzenswünschen, aber wir preschen nicht vor, um sie zu verwirklichen.
So kann uns niemand vorwerfen können, wir hätten Dummheiten gemacht.
Wir haben uns nie zu weit hinaus gewagt.
Wir haben nie ein zerfetztes Segel kassiert.
Wir haben nie Schiffbruch erlitten.

Wie Du das wohl am Ende deines Lebens beurteilen wirst – das Leben im sicheren Hafen?

wolke

Schritte in die Freiheit

Doch was kannst Du tun, wenn Dich Ängste, Schuld- und Verpflichtungsgefühle davon abhalten, Deine Lebensziele zu finden und zu verwirklichen?
Lass Dich zu den ersten Schritten inspirieren, während Du liest, wodurch sich mein Leben geändert hat.

1. Erkenne das wahre Problem!

Je mehr ich begriff, dass mich die Abwertung, Dominanz und Manipulation aus meiner Kindheit in das Gewirr von Schuldgefühlen, Unfreiheit und Angst geführt hatten, um so mehr verstand ich:

  • das sind Altlasten aus meiner Familie
  • das ist emotionaler Missbrauch
  • das sind NICHT die Regeln des Lebens.

So verloren das Geflüster der Angst, Verpflichtungs- und Schuldgefühle an Autorität.
Ich begann mich für Besseres zu öffnen.

 

2. Schmeiss’ Deine Brille weg!

Meine Ängste, Verplfichtungs- und Schuldgefühle legten sich, wie die Farbe einer getönten Brille, auf meine Einstellung zum Leben:
“Handle erst, wenn Du sicher bist, welches der richtigen Weg ist!” das war eine meiner Regeln.
Das bedeutet – ich wartete.
Denn oft sah ich den richtigen Weg nicht.

Doch eines Tages stiess ich auf eine Passage des neuen Testamentes und erlebte eine heilige, beziehungweise eine heilsame Irritation. Frei übersetzt stand da:
Wenn ihr Pläne macht und sagt “Morgen werde ich in die und die Stadt gehen und das und das tun, so wäre es angemessen, dem einen Satz beizufügen. Den Satz ”Wenn Gott will und ich das Leben habe”.

Ich stutzte.
Das entsprach überhaupt nicht den Lehren meines damals sehr christlich geprägten Umfeldes, in dem es galt das Richtige zu machen.
In diesem Text kritisierte Gott nicht, DASS diese Menschen Pläne machten.
Er bemängelte nur, dass sie ihre Pläne für absolut hielten.

Diese Einsicht war ein Wendepunkt.
Meine “warte-ab-Regel” war Mist.
Sie war das Resultat meiner Angst-Schuld-Pflichtgefühl-Brille.

Ich warf sie weg – die Regel und die Brille.
Ich lernte darauf zu hören was ich will und genoss die Erlaubnis Pläne zu machen.

Ich liess mir nicht mehr einreden, dass ich zuerst wissen muss, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dann erst handeln darf.
Heute sagen mir Menschen, ich sei mutig.
Das mag so wirken, wenn man mir zusieht, wie ich kleine und grosse Abenteuer wage.
Ich finde mich nicht sehr mutig.
Ich habe nur viel Freiheit.

 

3. Grabe Deine Wünsche aus!

Kinder wissen genau was sie wollen.
Erst wenn sie für ihr Wünschen oft genug beschimpft oder bestraft wurden, schütten sie den Zugang zu dem was sie wirklich wollen zu.
Doch verschüttete Zugänge können wieder entdeckt werden.
Jedes Pflänzchen, dem man genügend Schutz und Nahrung bietet, kann wieder wachsen.
Auch das Wünschen und Wollen.

Ich lernte das Wünschen zuerst beim Essen wieder.
“Was will ich wirklich?”, fragte ich mich, wenn ich zum Einkaufen ging. Und kaufte in der ersten Zeit all das, was ich mir seit Jahren verboten hatte.
Im Restaurant:
“Gefällt mir was in der Speisekarte steht oder wünsche ich mir vom Kellner eine “Eigenkreation”?

Essen ist ein Lebensbereich, in dem Du das Hören auf Deine Wünsche gefahrlos trainieren kannst.
Du kannst aber auch vor einem Schaufenster all die Dinge, die Dir gefallen in eine Wunschtüte stecken oder aus einem Ferienkatalog die Destinationen auswählen, die Dich reizen.
Du kannst auf den Einkaufzettel oder die Wochenendplanung gucken und Dich fragen:

  • Was will ich wirklich?

Wenn Du darauf die Antwort kennst, dann gehe einen Schritt weiter.
Erlaube Dir über Deine Herzenswünsche nachzudenken.

 

4. Umarme die Verantwortung!

Als Schwester sehr viel jüngerer Geschwister habe ich schon früh Verantwortung für andere übernommen und sie beschützt.
Für mich selbst aber, übernahm ich lange keine V
erantwortung.
Mich selbst schützte ich viel zu wenig.
Ich liess geschehen.
Bis mir klar wurde, dass auch Nicht-Handeln ein Handeln ist.
Auch mit der Entscheidung nichts zu entscheiden, hatte ich meine Entscheidung getroffen.

Wir werden die Verantwortung für uns nie los.

Frage Deine Freunde und Bekannten, was Du tun sollst.
Die einen sagen A. Die anderen sagen B.
Was zeigt Dir das?
Entscheidungen trägst Du immer allein.
Selbst wenn Du einem Rat Deiner Freunde oder dem Tageshoroskop folgst: Es ist Deine Entscheidung diesem Rat zu folgen.
Niemand anderes als Du selbst, hast dafür die Verantwortung.

Am Besten, Du und die Verantwortung werdet Freunde.
Beginne mit kleinen Schritten:

Streiche alles aus Deinen Worten und Gedanken, das Dich als hilfloses, “unschuldiges” Opfer seiner Umstände dastehen lässt. Sätze wie

  “… ich kann nichts tun…”
“Ich musste …”
“Es ging nicht anders…”

Hinterfrage alles, was Dir Ansprüche auferlegt

“Du solltest…”
“Du musst…”
“Hättest Du nur…”

Wähle Worte, die Dich zum Akteur Deines Lebens machen:

“Ich will… Ich habe entschieden… Ich werde…”

Anfangs meinst Du es sei eine Last, für alles was Du tust, denkst und lässt, die volle Verantwortung zu übernehmen.
Du wirst aber merken: Dein Leben ganz in die Hand zu nehmen, ist eine Lust.


Hier also die Strategie 4 um echte Lebensziele zu finden:

Sei LebensgärtnerIn! – Lerne (wieder) zu wollen, lerne zu entscheiden, zu handeln und Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen


 

P.S.: Du möchtest mehr über Verpflichtungsgefühle, Ängste und Schuldgefühle erfahren und in eine neue Freiheit kommen?
Tipp 1: Lies Susanne Forward’s Buch “Vergiftete Kindheit” . Es ist in meinen Augen eines der Besten zum Thema.
Tipp 2: anfangs Jahr 2020 wird mein Buch zum Thema “Emotionaler Missbrauch” erscheinen. Wenn Du meinen Newsletter abonniert hast, halte ich Dich dazu auf dem Laufenden.

Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Es sind hübsche Kinder,” sagte die Ente.
Alle zusammen sind schön, bis auf das eine, das ist nicht geglückt!“
Das waren die Worte seiner Mutter.

Es ist zu gross und ungewöhnlich” sagte die eine Ente.
Es ist hässlich”, sagten alle Bewohner im Entenhof.
“Wenn du nur weit fort wärest!”, sagte die Mutter.
“Wenn die Katze dich nur fangen möchte!” sagten die Geschwister.

So erzählt Hans-Christian Andersen die Geschichte vom hässliche Entlein, das bald nicht mehr wusste, wo es stehen und gehen sollte, weil es gebissen, gestossen und vom ganzen Entenhof verspottet wurde.

Wir Leser wissen: dieses Entlein war nicht hässlich und nichts an ihm war falsch.
Es war nur keine Ente.
Es war ein Schwan, der meinte eine Ente zu sein.

 

Versuchst Du eine Ente zu sein?

Jeder wird in ein Umfeld hineingeboren,
in eine Familie, ein Land, ein Gesellschaft – einen “Entenhof”.
Und jeder versucht “Ente” zu sein,
denn es ist das, was alle anderen sind.
Es ist das Einzige, das wir kennen.

Wenn es schlecht läuft, erlebst Du wie das Entlein, dass Dein Umfeld Dich ablehnt.
Wenn Du etwas mehr Glück hast, gelingt es Dir recht gut im Entenhof zu leben.
Einziger Nachteil:
Du vergisst, dass Du ein Schwan bist und schiebst alle Hinweise darauf weg.
Diese Gefahr bestand beim hässlichen Entlein nicht.

 

Neue Ansprüche

Eines Tages flog es versehentlich über das Entengehege.
Es erschrak über diese Fähigkeit. Keine andere Ente tat das.

Was bist du für einer” fragten die wilden Enten, denen es im grossen Moor begegnete.
“Was ist das?” fragte die alte Frau, die es fand.
Beide stellten die Frage, die das Entlein zur Lösung führen könnte.
Doch weder sie, noch das Entlein erkannten, was es ist.

Das alte Drama wiederholte sich:
Die Frau steckte den jungen Schwan probehalber in den Hühnerhof.
Sie dachte, er werde Enteneier legen.
Das klappte natürlich nicht.

Das Huhn auf dem Hof verlangte von Entlein, dass es gluckst und Eier legt, wenn es seine Meinung kund tun will. Also musste es seinen Mund halten.

Die Katze weigerte sich jemanden ernst zu nehmen, der keinen krummen Buckel machen und Funken sprühen kann. Auch das war dem Entlein unmöglich.

 

Der Herzenswunsch

Es konnte all diese Ansprüche nicht erfüllen.
Schlimmer noch: in ihm tauchten absonderliche Wünsche auf.
Wünsche, die in seinem Umfeld schlecht ankamen:

“Es ist so schön auf dem Wasser zu schwimmen”, schwärmte das hässliche Entlein
“so herrlich, es über dem Kopfe zusammenschlagen zu lassen und auf den Grund niederzutauchen!”

Wir spüren es diesen Worten an: da steckt eine tiefe Sehnsucht.
Das ist ein Herzenswunsch.

 

Hey Schwan, erwarte von einem Huhn kein Verständnis!

Die Henne reagierte nicht positiv.
“Du bist wohl verrückt geworden!” sagte sie.
“Frage die Katze danach, sie ist die klügste, die ich kenne,
ob sie es liebt, auf dem Wasser zu schwimmen oder unterzutauchen….

Frage die alte Frau, klüger als sie ist niemand auf der Welt!
Glaubst Du, dass sie Lust hat, zu schwimmen?”

Es habe wohl zuwenig zu tun, wenn es solche Grillen entwickle, schimpfte die Henne.
“Lege Eier, dann geht das vorüber!”

 

Welche Träume passen nicht in Deinen Entenhof?

Weisst auch Du noch nicht recht, was Dich ausmacht und wo es in Deinem Leben hingehen soll?
Tauchen in Dir manchmal Wünsche auf, die du gleich wieder wegschiebst, weil sie nicht realistisch sind oder nicht in Dein Weltbild passen?

  • Steckt in dir vielleicht  – wie in mir – eine Weltenbummlerin, die etwas von der Welt sehen möchte, statt an einem Arbeitsplatz au den Bildschirm zu starren?
  • Bist Du eigentlich ein Schriftsteller, der das noch nicht weiss, und deshalb Sitzungsprotokolle und Offerten schreibt?
  • Oder träumt der Familienmensch in Dir davon weniger Zeit dem Beruf zu opfern und Zeit für sein Leben, seine Familie und Freunde zu haben?

 

Mein Entenhof

Die Vorstellung von morgens früh, bis abends eine Dienstleistung zu bringen, um damit mein Leben zu finanzieren war mein Entenhof.
Über Jahre und Jahrzehnte dachte ich, das sei der Weg, um zufrieden zu leben und das zu bekommen, was Sinn und Freude in mein Leben bringt.

Doch immer stärker spürte ich: etwas passt nicht.
Ich hatte Lust frei zu sein, Zeit zum Leben zu haben, meine eigenen Ziele zu verfolgen, das zu tun was für mich Sinn macht, statt für die Ziele anderer zu arbeiten.

 

Der Schuh der drückt

Wie sehr liebe ich es die Schönheit der Welt zu sehen, in Bewegung zu sein, frei über meine Zeit zu verfügen und Menschen zu inspirieren, damit sie ein gutes Leben finden!
Kein Wunder, war das Leben in einem Grossraumbüro, vor dem Bildschirm, von morgens bis abends verplant, ein Schuh der drückt.

Ich hatte es gut hinbekommen.
Beinahe wären mir Entenfedern gewachsen.
Aber immer wieder kam ich an Grenzen, wurde krank, dauererschöpft, frustriert.
Der “Schwan in mir” lies sich nicht einfach verdrängen.

Lange dachte ich, ich sei falsch gepoolt.
Schliessliche verdient jeder so sein Geld (was nicht stimmt, aber entdecke das mal in einem Pool von Dienstleistern – im “Entenhof”.)

Es kam der Moment, wo ich die Sehnsucht nicht mehr beiseite schieben wollte. Genau wie das Entlein – oder vielmehr – der Schwan.

 

Der entscheidende Schritt

Ich glaub, ich geh hinaus in die weite Welt.” sagte das hässliche Entlein, ging zum Wasser und schwamm und tauchte nach Herzenslust.
Endlich tut es das wonach sein Herz sich so sehr sehnt.

Ist das nun sein Glück?
Weit gefehlt.
Zwar geniesst es das Schwimmen und Tauchen.
Aber es ist allein.

Es sieht fasziniert, wie ein Schwarm Schwäne nach Süden fliegt, spürt den Wunsch ihnen anzugehören und erlaubt sich doch nicht, so weit zu denken.
“Es wäre schon froh gewesen,” schreibt Andersen, “wenn die Enten es unter sich geduldet hätten.”

Der Winter war hart. Beinahe wäre es erfroren.
Doch im Frühling schwimmen drei von den königlich-weissen Vögel, die das Entlein so bewundert, zu ihm hin.
Und es erkennt im spiegelnden Wasser, das es selbst ein Schwan ist und zu dieser Art gehört.

Der Wunsch zu Schwimmen hat es nach Hause geführt.

 

 


Strategie 1 um Deine Lebensziele zu finden: Sei Schwan! Versuche nicht Ente zu sein.


  • Achte auf die Dinge, die Du einfach kannst (wie fliegen über das Entengitter). Das was Dich von anderen unterscheidet, kann Dir mehr über Dich selbst verraten.
  • Achte darauf welche Wünsche in Dir stecken. Bewerte sie nicht negativ.
    Sie zeigen etwas von Deinem Naturell, zeigen was in Dir steckt und wo Du hingehörst.
  • Lass die Wünsche in Deinem Herzen zu und folge ihnen. Vielleicht durchlebst Du einen einsamen, harten Winter. Aber es wird dich dahin bringen, wo Du hingehörst.

10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden – Intro und Übersicht

Liebe LeserIn

in dieser 10-teiligen Sommer-Blogserie erfährst Du, welche 10 Strategien helfen echte – also wirklich wichtige – Lebensziele zu finden. Lebensziele, die nicht nur wie Gold glänzen, sondern auch Gold wert sind.

  • Manches Ziel für das wir unsere Lebenszeit und unsere Energie brauchen, lässt uns enttäuscht zurück.
    Was kann Dich davor bewahren?
  • Manchmal tun wir uns schwer Ziele zu finden. So viele Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung.
    Welches sind also die wirklich wichtigen Ziele?

Im Teil 1 dieser Serie lernst du 10 Strategien kennen, die Du ausprobieren und an denen Du Dich orientieren kannst. All das, was mir auf meiner eigenen Suche nach Sinn und Bedeutsamkeit geholfen hat, fliesst in diese Blogserie ein.

Ab Donnerstagnachmittag den 8.8.2019 findest Du auf diesem Blog jede Woche einen neuen Artikel.

Du kannst die Texte separat lesen oder von dieser Übersicht ausgehen:

 

Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst Deine Lebensziele zu finden, wenn Du nicht weisst, wo Du anfangen sollst

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtigen Fragen

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Lesen. Möge das was Du liest Dich inspirieren und Dich in der Entscheidung bestärken, LebensgärtnerIn zu sein, Deinen Lebensgarten zu gestalten.
Lebe lebendiger!

 

 

 

 

 

5 Fragen die verhindern, dass Du Dein Leben verpasst

Im Juni 2017 habe ich meinen gut bezahlten Projektleitungs-Job gekündigt. Ohne genau zu wissen, was ich danach tun werde.

Die Firma in der ich angestellt war hat “Rang und Namen” in der E-Learning-Branche, experimentiert mit modernsten Führungsmethoden (selbstverantwortliche Teams) und hat einen Anspruch, der mich fasziniert: beste digitalen Lehrmittel zu entwickeln.
Dieser Job forderte mich jeden Tag heraus mich auf neue Themen einzulassen und mein Bestes zu geben. Ich liebte es.
Doch mein Inneres liess sich nicht täuschen: ein Teil in mir litt. Etwas fehlte.

Als dann eine Beziehung zerbrach, hatte ich das unbestimmbare Gefühl, das habe auch damit zu tun, dass ich zuviele Kompromisse in meinem Leben mache. Also besuchte ich im Juni 2017 ein 2-tägiges Seminar bei John Strelecky & Friends in Hamburg, um mein Leben genauer unter die Lupe zu nehmen.
Am Tag danach schrieb ich die Kündigung.

 

Die ehrliche Antwort auf die Frage “Was will ich wirklich?”

Bisher hatte ich nur wahrgenommen, dass mir das stundenlange Sitzen vor dem Computer und die Hektik des Projektalltages nicht gut tun. Zudem fragte ich mich ständig “Macht das wirklich Sinn?”.
An diesem Seminar in Hamburg sah ich ein, dass etwas viel Grundsätzlicheres nicht stimmte: für diese Stelle verzichtete ich auf das, was mir am meisten wert war: Bewegung, Achtsamkeit, Freiheit, Abenteuer und Bedeutsamkeit.

Ich sass Tag für Tag am Bürotisch, obwohl ich etwas anderes wollte: draussen sein, in die Natur schauen statt in den Bildschirm, mich bewegen statt zu sitzen, “die Welt” entdecken und etwas tun, das für Menschen und für die Umwelt wirklich wichtig ist.

Das konnte ich in diesem Job weder finden noch integrieren. Es genügte mir auch nicht länger, diesen Dingen in meiner Freizeit nachzugehen, wie ich es bis dahin tat.

 

Der Preis des Kompromisses

Ich sah ein, welchen Preis ich zahle, wenn ich nichts ändere:
Ich würde ein Leben leben, das nicht dem entspricht, was ich wirklich will.
Ein Leben, das mich am Ende auf die Dinge zurückblicken lässt, die ich gerne getan hätte. Dinge, die hätten stattfinden können. Wie zum Beispiel “einmal wäre ich beinahe einen Marathon gelaufen….” (Julia Engelmann).

Die nicht gebannte Gefahr

In der ersten Phase nach der Kündigung nutzte ich die neue Freiheit, um drei Abenteuer anzupacken:

  • über die Weihnachtsfeiertage/Neujahr arbeitete ich in einem Grand Hotel im Frühstücksdienst
  • danach ging ich als Freiwillige ins Flüchtlingslager nach Lesbos
  • und dann ans “Ende der Welt” und arbeitete in der traumhafte Bergwelt als Allrounderin in einem Berggasthaus.

Nebenbei entwickelte ich fleissig meine selbstständige Tätigkeit.
Es gab eine Menge zu entdecken, ich nutze die Freiheit hinzugehen wo ich will und das Bewegungsprogramm war in diesen Jobs inklusive.

Soweit so gut.

Mitte März wollte ich endlich wieder zu Hause sein und mich nur auf meine Selbstständigkeit konzentrieren.

Nach einer Woche fiel es mir auf: ich verbrachte viel zuviel Zeit vor dem Computer und kam kaum aus meinem Büro raus. “Schliesslich musst Du ja Geld verdienen” diktierte der Antreiber in mir und bewirkte damit, dass ich die Dinge vernachlässigte, die nichts mit Geldverdienen zu tun haben.

So sass ich nun als Selbstständige den ganzen Tag am Bürotisch vor dem Bildschirm und vergass darüber was mir wirklich wichtig ist. Zwar machte die Arbeit Sinn. Trotzdem war es nur eine andere Art mein Leben zu verpassen.

 

Die Hilfestellung

Lange setze ich mich in meinem Lieblings-Ohrensessel, liess die Beine über die Armlehne baumeln, spielte unruhig mit meinem Schreibzeug herum und dachte nach.
“Wie kann ich besser dafür sorgen, dass das Wichtigste in meinem Leben das Wichtigste ist?”, fragte ich mich.
Praktisch. Nicht theoretisch.

Dann fiel es mir ein: wenn ich weiss, dass ich über etwas Rechenschaft abgeben muss, achte ich viel besser darauf, was ich im Alltag tue. Du kennst es vielleicht auch? Nie putze ich meine Zähne gründlicher, als die wenigen Wochen vor dem jährlichen Dentalhygienetermin 🙂
Warum sollte ich diesen Effekt nicht nutzen?

Also stellte ich  mir die Aufgabe am Ende der Woche folgende Fragen zu beantworten:

Auswertung:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Massnahmen:

  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen öfters tun, um mehr Bedeutsames in mein Leben zu bringen? Worauf will ich mich konzentrieren? (Blick auf 1. und 2. erlaubt)
  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen seltener tun, damit Unbedeutendes weniger Platz in meinem Leben hat? (Bick auf 3. erlaubt)

 

Die neue Spur

Siehe da – von da an, zog ich mir jeden zweiten Tag die Wanderschuhe an und ging auf Abenteuer-Jagd. Ich rief Menschen an  die mir wichtig sind oder traf mich mit ihnen. Ich nahm mir die Zeit zum Lesen (die ich vorher nicht hatte), übte fleissig das Filmen und Fotografieren, nahm mir Zeit für mich zu kochen und Dinge selbst zu machen, liess mir Zeit zum Nachdenken und entwickelte (endlich) das Konzept und den Inhalt für diesen Blog.

Sicher, mein Tagesplan mutiert zum Kontrastprogramm: Wenn andere ins Büro gehen, bummele ich durch den Wald und mache ein Fotoshooting mit Bäumen, Blätter, Ameisen und Schnecken oder ziehe durch die Berge. Doch genau da habe ich die Idee, wie ich den Blog aufbauen will.
Zu Hause angekommen, setze ich mich vollkommen zufrieden mit meinem Vormittag an den Schreibtisch und tue, was zu tun ist.

 

Einwände

Der Angstmacher in meinem Hirn jammerte erst, dass das so nicht geht. “Du wirst garantiert verhungern” (sein Originalton). Da vermeldeten das Steueramt und die Krankenkasse unerwartet, dass ich eine ahnsehnliche Rückzahlung erhalte. Seither lache ich über die Angstmacherei, wenn auch mit einer Spur Ernst. In den nächsten Monaten werde ich definitiv nicht “verhungern”.

Natürlich: mein Lebensstil ist riskant. Ich riskiere, dass ich mir im in einigen Monaten ein Abenteuer suchen muss, das bezahlt wird – sei es ein Temporärjob oder eine Saisonstelle. Was für eine unglaubliche Gefahr ;-).

Vorher riskierte ich mehr:
Ich riskierte, mein Leben zu verpassen.

 

Und Du?

Welche Antworten findest Du, wenn Du Dich fragst:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Und was wirst Du tun, um dem was Dir viel bedeutet mehr Raum zu verschaffen und dem Unbedeutendem “den Hahn zuzudrehen”?

Lass Dich auf die Fragen ein. Lebe lebendiger.