Erlaube Dir das Sinnlose

Du bist wohl verrückt geworden!”
so antwortet das Huhn als das hässliche Entlein erzählt wie sehr es das Schwimmen und Tauchen liebt
Als Beweis dafür wie unsinnig, dieser Wunsch ist, verweist es auf die Katze und die Bäuerin, die seiner Ansicht äusserst klug sind:
Niemals würden die beiden schwimmen oder tauchen wollen.
In den Augen des Huhnes ist Schwimmen sinnlos.Sinnvoll hingegen erscheint ihm das Eierlegen.

Ähnlich wertete auch einer der grauen Herren, der Coiffeur Fusi besuchte. (Buch “Momo” von Michael Ende)
Er teilte Herr Fusis Alltagsbeschäftigungen in “nützlich” und “nutzlos” ein und kam zu Schluss: “Sie schlagen ihre Zeit mit nutzlosen Dingen tot…”
Drei Stunden täglich hätte Herr Fusi in den letzten Jahren einsparen und auf die Zeitsparkasse übertragen können.
Diese Guthaben hätte sich dank Zinsen innerhalb von 5 Jahren verdoppelt.
Herr Fusi  hätte viel Zeit “für später einmal” ansparen können.
Weil er das Zeitsp
aren versäumte, stand sein Guthaben nun auf null.

Herr Fusi ging den Argumenten des grauen Herrn auf den Leim.Ihm war nicht klar, dass die “nutzlosen” Dinge einen Sinn für sein Leben haben. Also strich er sie aus seinem Leben:

  • Beim ersten Kunden des Tages entdeckte er, dass er den Haarschnitt statt in 30 Minuten in 20 erledigen kann, wenn er mit dem Kunden nicht plaudert und “alles Überflüssige” weglässt.
  • Er verkaufte den Wellensittich, der in den Augen des grauen Herrn nur Zeit frass.
  • Er brachte seine Mutter ins Pflegeheim. Mit ihr hatte Herr Fusi jeden Abend eine Stunde lang gesprochen, obwohl sie fast taub war. “Das ist verlorene Zeit!”, erklärte der graue Herr und Herr Fusi sparte sie nun ein.
  • Auch den wöchentlichen Kinobesuch und den Gesangsverein gab er auf, genau so, wie die Gewohnheit jeden Abend 15 Minuten am Fenster zu stehen, um auf den Tag zurück zu blicken.

Seine Arbeit und sein Leben machten ihm so zwar keinen Spass.
Er wurde geradezu missmutig.
Aber er sparte Zeit.

Nach und nach ging es allen Menschen der Stadt so.Doch keiner wollte wahrhaben, dass sein Leben immer ärmer, gleichförmiger und kälter wurde.

Die Folgen der Nutzenorientierung

“Was ist für die Gesundung Deiner Patienten wichtig?” fragte ich vor einigen Wochen Jeannette Desebrock, meine Netzwerkkollegin, die als Homöopatin Krebskranke und chronisch Kranke begleitet.“
Meine Patienten” antwortete sie, “müssen etwas finden, das nutzlos, aber sinnvoll ist.Es
ist alles so nutzenorientiert. Das macht uns krank.”

Nutzloses ist also nicht sinnlos?
Natürl
ich nicht! Das erkennen wir, sobald wir darüber nachdenken.
Denn wir brauchen Oasen.

 

1. Nutzenorientierung zerstört die Lebensqualität und führt in die Sucht

All die Dinge, die Herr Fusi aus seinem Leben strich, schienen ihm nicht besonders wertvoll zu sein.
Doch als er sie einsparte, verschwand auch die Freude aus seinem Leben.
Zwar erhöhte sich d
er Lebensstandard in der Stadt, so zeigt die Geschichte von Momo:
Die Menschen konnten sich mehr leisten.
Die Kinder hatten mehr Spielzeug.
Die Erwachsenen konnten teurere Autos und Häuser kaufen.
Doch gleichzeitig litten sie unter dem grau-gewordenen Alltag.
“Und in der Stadt…” so stellte Momo eines Tages fest “in der Stadt wird es kalt”.

Die Menschen hatten keine Augenblicke für ein paar nette Worte mehr.
Sie konzentrierten sich vorallem auf ihr Tempo und vergassen dabei die Liebe zu ihrer Arbeit.
Plötzlich ging es nur noch darum die Arbeit so schnell wie möglich zu erledigen.
Durch die eigene Eile trieb nun jeder den andern zur Eile an.
Der Umgang miteinander wurde ruppig und herzlos.

Das kommt Dir liebe Leserin, lieber Leser sicher bekannt vor.
Auch uns hat die “Zeitsparkasse” fest im Griff.
Auch wir spüren, dass es uns nicht gut geht mit der ständigen Eile, dem Mangel an Zeit für das Leben und füreinander.
Es fühlt sich nicht gut an als” menschliches Batteriehuhn” zu leben, das auf seine Produktivität reduziert wird.

Der Weg aus diesem Gefängnis ist einfach.Wir müssten wieder lernen, dass das Glück darin liegt Zeit zu HABEN und sich Zeit zu NEHMEN oder sich Zeit zu LASSEN, statt darin Zeit zu sparen.
Doch wer lehrt uns das schon?

Weil wir diese einfache “Therapie” nicht erkennen, verirren wir uns auf der Suche nach dem was uns gut tut.
Statt Glücksmomente zu schaffen, statt uns das ins Leben zu holen, was sich unser Herz im Tiefsten wünscht,
statt zu geniessen und wieder zu erleben, wie die Zeit vergeht, holen wir uns Dinge ins Leben, die uns anregen und (scheinbar) füllen:

  • Wir erwarten Erfüllung vom Erreichen beruflicher Höchstleistungen und dem damit verbundenen Einkommen.
  • Wir “verschönern” unser Leben mit Alkohol und Essen und oder
  • wir versetzen uns mit Filmen oder Zukunftsträumen in ein Morgen, das niemals kommen wird, weil wir vom guten Leben träumen, statt es zu leben.

2. Wir setzen falsche Lebensziele

Wenn wir den Sinn des scheinbar “Nutzlosen” nicht sehen, schieben wir unsere Wünsche beiseite und ignorieren sie.
Ja, wir bezeichnen sie gar als nicht realistisch, nicht so wichtig, unsinnig, kindisch oder blöd.

Vielleicht taucht in einer ruhigen Minute die Erinnerung daran auf,

  • dass man längst von einem “verrückten Vorhaben” träumt,
  • dass man etwas von der Welt sehen oder
  • mehr Zeit mit seinen Liebsten und Freunden verbringen möchte.

Doch wir schauen uns den Wunsch nur kurz an und schieben ihn beiseite, weil wir mehrer Gründe finden warum dafür jetzt gerade keine Zeit ist.
In Wirklichkeit aber, tun wir das, weil uns nicht klar ist, dass genau diese Wünsche Farbe und Lebendigkeit in unser Leben bringen.

Der Impuls seinen Bedürfnissen zu folgen, ist beim Kind noch stark weil es sich nicht hinterfragt.
Man denke nur an das Geschrei eines Zweijährigen, wenn es seinen Willen nicht bekommen!

Doch viele von uns lernten als Kind, dass die eigenen Wünsche und Bedürfnisse bei den Eltern schlecht ankommen.
Streit, Strafe und Ablehnung war die Folge, weil die Eltern nicht wussten, wie sie friedlich die eigenen Bedürfnisse mit denen des Kindes in Einklang bringen können.
Also lernten wir als Kind “zu funktionieren”, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse beiseite zu schieben und uns dem Tempo und den Bedürfnissen anderer anzupassen.
Mit der Zeit spürten wir die Impulse in uns, also das was in uns lebendig ist, immer weniger. Sie verblassten.
Was wir wirklich wollen, wird zu einem leisen Geräusch im Hintergrund.
Deshalb können wir als Erwachsener unsere inneren Impulse, durch rationale Argumente, mit Leichtigkeit beiseite schieben.

Doch wie sollen wir nun Lebensziele setzen?
Mit dem Verstummen unseres Inneren ist uns auch der innere Kompass abhanden gekommen!

Ersatzweise orientieren wir uns an unseren Gedanken, setzen unsere Ziele mit dem Kopf und glauben damit zu wissen, was wir wollen.
Zu den wahren Wünschen dringen wir nicht mehr durch.
Jahrzehntelang können wir so die Bedürfnisse des Körpers nach Bewegung und der Seele nach Leichtigkeit, Verspieltheit und Sinn ignorieren.

Doch je grösser die KLuft zwischen unserem wahren Selbst und dem was wir leben wird,desto mehr steigt das Risiko, dass es uns nicht mehr gut geht in unserem Leben.
Von mieser Stimmung bis zu Burnout, Essstörungen, Depression und körperlichen Krankheiten ist alles möglich.

Wir können nicht verstehen, warum uns das Erreichen unserer “Kopfziele” nicht erfüllt, sondern Leere mit sich bringt.
Manchmal müssen wir arbeitslos, körperlich oder psychisch krank werden bevor wir merken, dass das Leben auf diesem Kurs ins Nichts führt.

Den Weg zu seinem Herzen wieder finden

Im Buch “Ich und mein Essverhalten” habe ich erzählt, wie ich selbst lange Zeit nicht wahrnahm, welche Bedürfnisse ich wirklich habe.
Sie wieder auszugraben war ein längerer Prozess. Aber im Grunde lässt er sich auf zwei Massnahmen reduzieren.

Sehnst Du Dich nach mehr Lebensqualität?Möchtest Du Deine Herzenswünsche finden, statt Zielen zu folgen, die Dich leer zurücklassen?
Dann tu zwei Dinge:

1. ein bewertungsfreies Umfeld schaffen

Nachdem ich als junge Frau von zu Hause wegging, traten Menschen in mein Leben die es interessierte, was ich wirklich will.
Sie fühlten sich nicht berufen mir zu sagen, was richtig und was falsch ist (auch wenn sie selbst ihre Vorstellungen hatten).
Sie konnten “etwas stehen lassen”.

Ich begann diese Haltung zu üben.
Ich lernte es zu akzeptieren, dass ich ein unerklärliches Interesse an Bibliotheken und Büchern habe.
Ob es Sinn macht oder nicht, ich “liess es stehen”, analysierte es nicht, akzeptierte es einfach als gegeben.
“Es ist wie es ist” wurde einer meiner Lieblingssätze.
Mein Umgang mit mir wurde freundlicher und aufmerksamer.
“Aha, so ist das”, sagte ich sachlich und freundlich zu dem was ich an Gedanken, Wünschen und Bedürfnisse in mir wahrnahm.
Das half mir vor immer ehrlicher zu meinen wirklichen Wünsche zu stehen.

So wie die Wünsche und Bedürfnisse verblassen, wenn sie negativ bewertet oder ignoriert werden,so werden sie wieder deutlicher, wenn wir sie beachten ohne sie zu beurteilen.

2. ausprobieren

Wenn wir auf das was wir wirklich wollen eingehen und unsere Bedürfnisse nach Möglichkeit erfüllen – auch wenn es sinnloses Zeug zu sein scheint – bringen wir Freude ins unser Leben und entdecken das Gefühl der Lebendigkeit wieder.
Die Wünsche nicht mehr negativ zu bewerten (siehe oben) ist der erste Schritt.Handeln ist der zweite.

Doch Achtung, bleibe mit Deinen Wünschen nicht im Kopf!
Analysiere nicht, ob etwas für dich gut sein wird oder nicht.
Analyse ist Theorie.Erleben ist konkret und gibt Dir ein unmittelbares Feedback, ob Dir etwas gut tut oder nicht.Dein Kopf sagt vielleicht, dass Sandburgenbauen sinnlos ist – vor allem wenn es Erwachsene tun.
Aber wenn Du Dir – als Alibi – eines Deiner (Nachbarkinder) schnappst und es zum Sandburgenbauen mit Dir (eigentlich wegen Dir) einlädtst, wirst Du spüren, ob Du unendlich gelangweilt oder müde und glücklich nach Hause zurückkehrst.

Schau’ das Leben als Dein Betätigungsfeld an, das Dir zur Verfügung steht.
Es ist wie ein Spielplatz auf dem Du alles ausprobieren kannst.
Du brauchst nichts zu wiederholen, wenn es Dir nach einem ersten Versuch nicht gefällt.
Aber probiere es aus – alles!
Lass Dich nicht von Ansichten anderer oder Deinen eigenen Gedanken dazu verleiten Dinge, die Dich reizen nicht zu tun.Lerne auf deine “kleinen Verrücktheiten” einzugehen.


Der Schwan in uns hat in den Augen eines Huhnes, wirklich absurde Interessen. In meinem Fall:

  • nichts-tuend auf einer Bank sitzen und die Gegend betrachten
  • im Gras liegend in das Lichtspiel zwischen Sonnenstrahlen und Bäumen schauen
  • dem Rauschen des Windes oder eines Gewässert zuhören
  • Fotos machen
  • ständig neue Bücher lesen
  • Büchern die weggeworfen werden sollen ein zweites Leben zu geben
  • die Welt anschauen und 
  • Rezepte ausprobieren.

Andere sammeln Briefmarken, reisen jedem Oltimer-Rennen nach, zeichnen Stammbäume und recherchieren alles über ihre Vorfahren oder den Ort an dem sie wohnen. Sie schreiben Gedichte oder ihre Biografie, flicken Autos oder Velos, gründen einen Verein, erlernen eine Therapieform, obwohl sie keinen Klienten haben oder studieren Russisch.

Wenn wir diesen Interessen mit Begeisterung nachgehen, wird darüber nicht selten gelächelt.
Wir werden als ein bisschen verrückt wahrgenommen. Tatsache ist: jeder von uns hat Interessen, denen er gerne nachgeht oder nachgehen würde, die auf den ersten Blick keinen Nutzen haben, sondern nur einem unerklärlichen Interesse entspringt.

Lerne wieder die Zeit für solche nutzlosen Dinge zu haben, denn Zeit haben und Wünsche zu verwirklichen macht glücklich, nicht Zeit sparen.

Schaue nach einer gewissen Zeit, was passiert.
Sind nun mehr oder weniger gute Museumstage in Deinem Leben?
Gibt Dir das eine Inspiration dazu, wohin Du mit Deinem Leben in Zukunft willst?

Die Ausprobier-Liste

Wie würde Dir eine Liste gefallen, die Dir 75 Ideen gibt, was Du Ausprobieren könntest, um

  • Farbtupfer in Dein Leben zu bringen und
  • wieder deutlicher zu spüren was Du wirklich willst?

Es gibt sie.
Sie ist kostenlos.
Im e-Book “Glücksmomente schaffen, statt nur vom Glück zu träumen”.

Nach einigen einleitenden Worten, die Du vorerst überspringen kannst, findest Du eine lange Tabelle mit Vorschlägen.
Viele kosten kaum Zeit und Geld und bringen doch Farbe ins Leben und lassen Dich erleben, was Dir gefällt.


Eine wichtige Strategie um seinen Lebenszielen auf die Spur zu kommen ist: “Pflege das Nutzlose “.


 

Bestelle im Feld oben rechts die Ideenliste!

 

Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Panama ist das Land unserer Träume!”
Der Bär war begeistert. Er hatte am Morgen eine Holzkiste aus dem Fluss gezogen, die herrlich nach Bananen durftete.
Darauf stand “Panama”.

Dort ist alles noch viel schöner”, schwärmte er dem Tiger beim Abendessen vor. “Viel grösser – und…
…Panama riecht von oben bis unten nach Bananen!”.

Der Tiger liess sich von dieser Begeisterung anstecken. obwohl sie beide sehr glücklich waren in ihrem kleinen Paradies.
Am nächsten Morgen standen sie besonders früh auf, um nach Panama zu gehen.

“Wenn man den Weg nicht weiss,” sagte der Bär
“braucht man zuerst einen Wegweiser.”

Deshalb holte er sein Werkzeug und bastelte einen aus dem Holz der angeschwemmten Bananenkiste.
“Panama” schrieb er darauf, stellte ihn auf und schon liefen sie los!”

“Wenn das nur gut geht!”, denkt man als Leser.
Denn wohin der Wegweiser zeigte, war natürlich Zufall.
Aber wer die Geschichte aus Janosch’s Traumstunde kennt, weiss: es kam alles gut.

Die beiden hatten keinerlei Ängste.
“Schliesslich sind wir stark wie ein Bär und stark wie ein Tiger,” fanden sie.
Zudem fragten sie jeden den sie trafen nach dem Weg, um am richtigen Ort anzukommen.

Diese Geschichte zeigt:
Steht erst mal etwas auf dem Wegweiser, dann schlägt man sich schon durch.

 

Was passiert, wenn nichts auf Deinem Wegweiser steht

In unserem Leben  gibt es oft aber keinen Wegweiser, dem wir folgen können.

Uns ist klar: dies und das gefällt uns nicht im Leben.
Wir beschweren uns innerlich oder gar laut über manches in unserem Leben, so wie die Teilnehmer in den Bewerbungskursen in denen ich vor Jahren als Jobcoach arbeitete.
Die Teilnehmenden sagten: “Ich will einfach wieder einen Job. Arbeitslos zu sein ist furchtbar. Die Sorgen um die Zukunft und das Gefühl nicht gebraucht und nicht mehr eingebunden zu sein ist zermürbend. Bloss raus aus der Arbeitslosigkeit!”

Fragte ich: “Okay, was für einen Job möchtest du?”, dann definierten sie kein Traumziel. Jetzt wo sie Zukunftssorgen hatten, fiel es ihnen schwer mehr als das Nötigste vom Leben zu verlangen. Sie sagten: “irgendeinen” oder “so einen wie bisher”. Und das obwohl sie im bisherigen Job gar nicht glücklich gewesen waren.
Allerdings erschien ihnen der alte Job, nun da sie sich mit den Konsequenzen der Arbeitslosigkeit herumschlugen, in einem positiven Licht.
Beinahe vergassen sie, wie viel Ärger und Frustration er in ihrem Leben verursacht hatte.

Bei Menschen die einen Job haben, ist es nicht viel anders. In der Tagesschau wird manchmal bekannt gegeben, wieviele Schweizer, gemäss einer Umfrage, über einen Jobwechsel nachdenken.
Es sind immer überraschend viele. Nicht nur ein paar. Im September 2017 soll jeder 4. unzufrieden gewesen sein (gemässUmfrage transfer plus)
Wenn ich am Montag früh in einen Zug oder Bus steige – was ich nach Möglichkeit meiner guten Stimmung zuliebe vermeide – schlägt mir eine bedrückende Stimmung entgegen.
Und doch gehen alle an diesem Montag und am nächsten Montag wieder an ihren Arbeitsplatz.

Logisch, so sichern die meisten von uns unser Einkommen.
Wie ich, so beklagen sich viele über Jahre über Dinge mit denen sie unzufrieden sind, sie quälen sich durch Frust, Demotivation, ertragen dass andere bestimmen was wichtig ist und sie Dinge tun “müssen”, die sinnlos sind…

Und warum das alles?
Vermutlich gibt es unterschiedlichste Gründe. Ich kann Dir von meinen erzählen:

Einerseits hatte ich Angst kein gesichertes Einkommen mehr zu haben.
Andererseits wusste ich eher, was ich nicht will, als was ich will.
Auf meinem Wegweiser stand, wohin es NICHT gehen soll
und so ging ich – nirgendwo hin.

Ich störte mich an Dingen, rieb mich innerlich auf
und doch – die aktuelle Situation war erträglich.
“Es könnte
 viel schlimmer sein,” sagte ich mir.
“Du hast e
inen tollen Job, mit interessanten Aufgaben und guter Bezahlung. Jetzt stell dich nicht so an!
Anderen geht es schlechter. Und dir ging es auch schon viel schlechter!
Man weiss nie, was kommt, wenn man etwas aufgibt.”

Dese Mischung aus Routine, Angst und falscher Genügsamkeit verhinderte, dass ich mir den Wegweiser zum Land meiner Träume bastelte.
Kein Zufall
 vermutlich. Denn die unbeantwortete Frage war ja: Was schreibe ich darauf?

So drehte ich mich über mehrere Jahre im Kreis.
Mal klagte ich, mal war ich eher zufrieden, dann wieder total frustriert.
Und doch kam ich nicht zum Schluss, wohin es gehen soll.
Das sich beklagen, gibt zwar auch eine Art von Befriedigung, aber es führt nicht weiter.

So vergeht die Zeit.
So vergeht ein Leben.

Steht auf Deinem Wegweiser klar, wohin es in Deinem Leben geht?
Wenn nicht, dann schlage ich Dir  vor: Lass uns einen Wegweiser-Workshop machen!

Der Wegweiser wird Dir noch nicht sagen, WIE Du ans Ziel kommst und WIE Du finanziell überlebst.
Aber er wird Dir sagen, WOHIN die Reise gehen soll
.
WIE Du das machen wirst, ist jetzt noch nicht die Frage.
Und es ist auch egal, wenn Der Wegweiser in die falsche Richtung zeigt. Das richtige Ziel muss darauf stehen, dann wirst Du Dich, genau wie der Tiger und der Bär zu Deinem Ziel durchfragen.

 

Vom NICHT-Ziel zur unwiderstehlichen Zukunftsvision

Klagen bringen nicht weiter, habe ich oben geschrieben.
Allerdings: Wenn wir die Klagen übersetzen, weisst Du bald was auf dem Wegweiser stehen soll.

Beginnen wir damit, was Du in Deinem Alltag tun willst, also womit Du am liebsten Geld verdienen möchtest. Denn das ist ein grosser Teil Deines Lebens.
Wenn du vorankommen willst, hole Dir einige Seiten Papier und mache die folgenden 2 Aufgaben.

 

Aufgabe 1: den Job aus der Hölle beschreiben

Beschreibe wie Deine alltägliche Arbeit sein müsste, damit Du mit Fug und Recht behaupten kannst, das sei ein “Job aus der Hölle”?
Was tust Du. Mit wem? Wo? Wann?
Krame in Deinen Erinnerungen: welche schrecklichen Jobs/Chefs/Kollegen/Umstände hattest Du schon?
Übertreibe ruhig etwas, während Du Dir Notizen machst. Geniesse das schwarz malen.

Diese Übung habe ich in Barbara Sher’s Buch “Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will.” entdeckt und als Bewerbungscoach öfters mit meinen Kursteilnehmenden gemacht. Interessanterweise tut sich mit dieser Übung niemand schwer. Jeder kann sich seinen Job aus der Hölle genau vorstellen. Auch wenn die Hölle für jeden anders ist. Was der eine hasst, ist der Traum des anderen.

Schwer ist es hingegen zu sagen, was man wirklich will. Aber wenn wir nun Deine Abneigungen ins Gegenteil drehen, wirst Du Deinen Wünschen auf die Spur kommen. Denn unsere Klagen sind negativ formulierte Wünsche.

 

Aufgabe 2: auf den himmlischen Job schliessen

Notiere auf neuen Blättern was “ein himmlischer Job” sein könnte. Leite es aus dem ab, was Du in Aufgabe 1 notiert hast und suche dessen Gegenteil.

Beispiel: Wenn Dich der Lärm eines Grossraumbüros nervt, dann wäre der Traum vielleicht ein eigenes Büro.

Ja – das wäre eine Variante.
Doch ist das wirklich das Land Deiner Träume?
Vielleicht möchtest Du gar kein Büro haben.
Was wäre wirklich Deine Wunsch-Arbeitsumgebung? (Egal, ob es möglich ist oder nicht – aufschreiben – nicht nachdenken!)
Vielleicht würdest Du – zumindest eine Zeit lang – lieber als Surflehrer arbeiten oder als Kindermädchen in einer reichen Familie, die ständig unterwegs ist.
Oder als Gärtner.
Das würde Dir viel besser gefallen als die Arbeit im Büro.

Nur keine Scheu, nichts ist endgültig.
Spinne einfach mal von Herzen herum.
Wünsche nicht zu brav.
Übertreibe aber auch nicht. Versuche möglichst ehrlich festzulegen, was das gewünschte Gegenteil sein könnte, das zu Dir passt.
Auch wenn Dir der Wunsch absurd scheint und Du keine Ahnung hast, wie Du dahin kommst. Aufschreiben!
Traue Dich über den engen Rahmen des Gewohnten hinaus zu denken und zu träumen! 

Das “wo arbeiten?” hätten wir also aus Deinen Notizen abgeleitet. Gehe nun auch die anderen Fragen Schritt für Schritt durch: Was tust Du? Mit wem? Wann?

Deinen Frust, Deine Klagen in eine Vision von einem guten Leben zu entwickeln, ist gar nicht so schwer, stimmt’s?

 

Einige Beispiele aus meinem Leben

Mein Job aus der Hölle schloss Folgendes ein: “eine Stunde pro Tag zu pendeln, acht Stunden pro Tag bewegungslos auf dem Bürostuhl zu sitzen, ständig den Terminen hinterher jagen und im Stress sein.”

Mein erster scheuer Traum war es öfters im Home office zu arbeiten.
Mir war nicht klar wie wertvoll es ist Verrücktes in Betracht zu ziehen.
Ich träumte viel zu brav.

Doch diesen ersten Wunsch konnte ich mir doch erfüllen und das Pendeln reduzieren.
Also packte ich das Thema “nicht mehr lange sitzen müssen” an.
“Sich bewegen, aber nicht im Fitness-Studio, sondern im Job” war der Wunsch.
“Aber wie?” fragte ich mich.
“Und womit verdienst Du dann Geld” fragte das mein überbesorgtes Zukunfts-Ich.

Fürs erste entschied ich meinen Projektleiterjob zu kündigen (was mir den Mut gab, erzähle ich später.).
Für befristete Zeit – als Zwischenlösung und Test – arbeitete ich in der Gastronomie in den Bergen.
Das war nicht schlecht, was die Bewegung und das Draussen-sein betraf.
Aber es war nicht das, was ich die nächsten 20 Jahre tun wollte.

Im letzten Jahr wurde mir klar: wenn ich auf Entdeckungsreise gehe, bin ich aktiv.
Ob ich mir eine Stadt oder ein Museum anschaue oder im Wald nach Beeren suchen, sofort ist das Sitzen beendet.
Wenn dann noch mein Bü
ro im Rucksack mitkommt, lässt sich parallel dazu auch Geld verdienen.
Das “WIE” fand sich.

Seit einem halben Jahr ist es Realität:
Ich arbeite zu 70 % “draussen”.
Phasen zwischen Sitzen und Laufen wechseln sich ab.
Mein Büro ist mal ein Holztischchen im Wald mit Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, mal ein Café in einer fremden Stadt, dann ein geschliffener Stein auf dem ich sitze, während die Füssen in der Emme (Fluss im Emmental) für Abkühlung sorgen.
Ein klimatisiertes Büro? Ich beneide niemanden darum! Wälder und Flüsse “klimatisieren” schöner.

Wie werde ich das im Winter machen?
Bis vor 5 Tagen hatte ich keine Ahnung. Jetzt zeichnen sich Möglichkeiten ab. Kein Wunder, denn dieses Ziel bleibt auf meinem Wegweiser, nachdem ich erfahren habe wie positiv müde, aber energiegeladen ich nach Hause komme, wenn ich fast den ganzen Tag draussen war und neben der Arbeit 2-3 Stunden gelaufen bin.

 

Aufgabe 3: Freunde um Input bitten

Wenn Du schon ziemlich zufrieden bist mit der schriftlichen Verwandlung Deines Höllenjobs in einen himmlischen Job, dann zeige die beiden Texte einer Freundin die hinter Dir steht und Dich nicht beeinflussen will.
Sie soll Dir nicht sagen, was sie über Deine verrückten Visionen denkt, sondern, was ihr auffällt. Denn manchmal sehen wir das Offensichtlichste nicht.

Bei mir hat es zum Beispiel ewig gedauert, bis ich erkannte, dass in meinem himmlischen Job nirgendwo ein Chef vorkam. Im Höllenjob beklagte ich mich darüber, dass meine Chefs Entscheidungen über mich und über den Verlauf der Projekte trafen und ich manchmal wenig beeinflussen konnte.
Das entfiel im himmlischen Job natürlich.
Aber erst im Gespräch mit anderen fiel es mir auf: nirgendwo hatte ich ein Wort über meinen Chef geschrieben. Es gab keinen.
Das sind unsere “blinden Flecken”. Was uns vor Augen ist, können wir nicht sehen. Deshalb kann für uns aufschlussreich sein, was andere wahrnehmen.

Du hast die 3 Aufgaben gemacht? Dann ist der Wegweiser gezimmert und beschriftet.
Wenn Du Lust hast – und ich nicht gerade im Dutzend Anfragen bekomme – dann schaue ich mir Deine Aufgaben gerne an und schenke Dir dieses Feedback.

 


Strategie 6 um Deine Lebensziele zu finden heisst:

Wisse was Du nicht willst! – und entwickle daraus eine unwiderstehliche Zukunftsvision.


 

P.S.: Die Geschichte ist allerliebst. Wenn Du sie hören magst, hier ist der Link