Wähle gute Ratgeber

“Kritiker sind gute Freunde, die uns auf Fehler hinweisen”, so soll Benjamin Franklin gesagt haben.
Julien, der Lehrer im Buch “Der Mann der glücklich sein wollte”, sagte etwas Ähnliches, als er mit dem Heiler sprach, den er in seinen Ferien auf Bali aufgesucht hatte.
Er hatte zwei Personen aus seinem Umfeld von seinem Herzenswunsch erzählt, mit einem eigenen Fotostudio sein Geld zu verdienen.
“…und ich muss sagen”, so sagte er zum Heiler “dass sie mir ein wenig den Wind aus den Segeln genommen haben”.

Juliens frisch geweckte Hoffnung auf eine neue Zukunft, hatte sich durch die Bemerkungen seiner Bekannten eingetrübt.
Sein Mut sank.
Die Hindernisse schienen wieder unüberwindlich wie vergitterte Fenster.

“Die eine teilte mir mit, dass die Welt der professionellen Fotografie nur schwer zugänglich sei und dass es mir ohne Diplome, ohne Beziehungen nicht gelingen werde, mich dort durchzusetzen”, erzählte Julien. “Die andere hielt mir entgegen, dass man ohne über einen Kundenstamm zu verfügen, nicht von heute auf morgen solch ein Geschäft aufziehen können und dass deshalb meine Erfolgschancen praktisch null seien.”

Der Heiler rät Julien seine Projekte keinesfalls Personen anzuvertrauen, die ihn entmutigen könnten.
Doch Julien ist nicht einverstanden: “…in gewisser Hinsicht kann es auch nützlich sein, dass die Leute einem die Augen öffnen, wenn man auf dem Holzweg ist”, meint er.

 

Wie siehst Du das?

Hat der Heiler Deiner Meinung recht mit seinem Rat?
Mit wem besprichst Du Deine Herzenswünsche und Träume?
Wem erlaubst Du Dich zu beraten und Deine Ideen zu beurteilen?

Ich habe früher sehr viel darauf gegeben was die Menschen aus meinem Umfeld zu meinen Herzensprojekten sagen.
Aus meiner Kindheit bin ich erbarmungslose Kritik gewohnt.
Ich musste erst lernen, meine Herzenswünsche – vor allem anfangs – wie junge verletzliche Pflänzchen zu schützen; insbesondere vor Menschen aus meinem familiären und beruflichen Umfeld.
Mit der Zeit lernte ich, dass Konfuzius richtig lag als er sagte:
“Von denen einen Rat zu holen die nicht den gleichen Weg gehen, ist nutzlos”.

Schlechte Ratgeber

Der Heiler erklärt es Julien so: “Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis ein Projekt erörtern, das Sie verwirklichen möchten, stossen Sie auf drei unterschiedliche Reaktionen: Gleichgültigkeit, Ermutigung und Ablehnung. Die Letztere zielt darauf ab, dass Sie die ganze Sache aufgeben.

Sie dürfen sich nicht Personen anvertrauen, die Ihnen nur Bange machen wollen, um so ihre eigenen psychologischen Bedürfnisse zu befriedigen. 

  • Es gibt zum Beispiel Leute, die sich besser fühlen, wenn es Ihnen schlecht geht, und die folglich alles tun, damit es Ihnen nicht besser geht!
  • Andere wiederum könnten es nicht ertragen zu sehen, dass Sie Ihre Träume verwirklichen, weil sie so an ihren mangelnden Mut erinnert würden, die eigenen Träume zu verwirklichen.
  • Ausserdem sind da Menschen, die sich durch Ihre Probleme aufgewertet fühlen, denn diese geben ihnen die Möglichkeit, Sie zu unterstützen. Aber dann merken sie, dass sie von Ihnen und Ihren Projekten in den Schatten gestellt werden, und tun nach besten Kräften alles, um Sie davon abzubringen. Es hat jedoch keinen Sinn, ihnen das vorzuwerfen, eben weil sie es unbewusst tun.

Deshalb ist es durchaus angebracht, sich von solchen Personen fernzuhalten und mit ihnen nicht über die eigenen Pläne zu sprechen. Sonst gehört man ebenfalls zu den Millionen von Menschen, die nicht jenes Leben führen, das sie ersehnen.”

Soweit der Heiler in Laurent Gounelles Buch.

Gute Ratgeber

Doch wer ist ein guter Ratgeber?
Wem vertraust Du Dich an, wenn Du zum Beispiel planst mit dem Fahrrad, um die Welt zu radeln oder wenn Du Dich wie Julien beruflich verändern möchtest?
Wer macht Dich darauf aufmerksam wenn Du “auf dem Holzweg bist” ohne Dich zu entmutigen?
Wer lässt Dir den Ausblick auf die Verwirklichung Deiner Herzenswünsche und gönnt Dir ein gutes Leben?
Es sind drei Unterstützer-Typen:

 

Der Experte

Der Experte ist ein Fachmann, der einigermassen neutral ist.
Natürlich ist auch nur ein Mensch und hinter seiner Meinung stecken ebenfalls psychologische Bedürfnisse.
Doch er kann sie weniger leicht auf Dich übertragen, wenn Du ihn um seine fachliche Meinung bittest. Denn in den meisten Fällen besteht zwischen Euch keine nähere Beziehung. Das macht es für Dich einfach seine Meinung als seine Meinung anzusehen. Du kannst Dir von seinem Rat und von seinen Ansichten das nehmen, was Du brauchen kannst und den Rest verwirfst Du.
Allenfalls kannst Du Dir einen Sport daraus machen, einen anderen Experten zu finden, der eine andere Meinung vertritt.
So weitet sich Dein Horizont.
Nutze das Fachwissen der Experten , aber schütze Dich vor Entmutigung.
Lass Dir von seinen “Fakten” nichts ausreden.
Wenn seiner Meinung etwas “unmöglich” ist, ist das eine interessante Aussage über die Vergangenheit.
Doch – was sagt das über die Zukunft?
Nicht viel, denn wie heisst es so schön:

Alle sagten
“Das geht nicht”.
Da kam einer, der wusste das nicht
und hat es einfach gemacht.


Quelle unbekannt

 

 

Der “Wer”

“Wer tut das, was ich tun will bereits?” kannst Du Dich fragen.
Wenn Du so eine Person entdeckt hast, ist das Dein “Wer” (siehe 8. Artikel dieser Serie).
Die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Person Dich eher ermutigt als entmutigt ist gross.
Sie ist den Weg, den Du gehen möchtest bereits gegangen und freut sich vielleicht sogar, Dir bei der Verwirklichung Deines Traumes zu unterstützen.

 

Ausgewählte Freunde, Familienmitglieder und Bekannte

Menschen aus Deinem persönlichen Umfeld können unterstützende Ratgeber sein oder auch nicht.
Wie entscheidest Du, wer zu den guten Ratgebern gehört?

Der Heiler aus Juliens Geschichte bringt es auf den Punkt:
Julien brauche ein oder zwei Person, die an ihn glauben, sagt er.
Menschen, die an uns glauben und uns das spüren lassen, schaffen es unsere (Selbst-)Zweifel und Ängste aufzulösen und unser Selbstvertrauen zu stärken, weil sie von unseren Fähigkeiten überzeugt sind. Das hilft uns durch die unvermeidlichen Höhen und Tiefen, die auf uns zukommen, wenn wir unsere Komfortzone verlassen und unser Herzensprojekt umzusetzen beginnen.
Menschen, die an uns glauben verhindern, dass wir aufgeben, weil wir uns alleine fühlen.
Ratschläge können sie uns vielleicht nicht geben. Doch das ist auch gar nicht notwendig, dafür sind die “Wer’s” und die Experten da.
Aber Menschen, die an Dich glauben machen Dir Mut, weil sie Deine Stärken sehen und an Dich glauben.


Strategie 11 um Deine eigenen Lebensziele zu finden und zu verwirklichen heisst:
Suche Dir 1-2  Personen, die an Dich und Dein Projekt glauben und mache Experten und Menschen, die Deinen Weg schon ein Stück gegangen sind zu Deinen Ratgebern.


 

Zeige dem Leben wo Du hin willst!

Die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden” schreibt der russische Schriftsteller Alex Issajewitsch Solschenizyn.

Beim Finden der eigenen Lebensziele ist es genau so. Hat man entdeckt was man im Leben wirklich tun und erleben will, staunt man, dass es nichts Kompliziertes ist.
Aber eben: das sagt sich im Rückblick leicht.
Ein typischer Fall von “Gewusst wie…”

Raum für seine Lebensziele zu schaffen, so dass sie – wie ein junges Pflänzchen – sich entwickeln und konkreter werden können, ist auch leicht.
Selbst wenn man keine Zeit hat.
Wenn man die Lösung kennt…

Wie schaffe ich Raum für das wirklich Wichtige?

Viele Zeitmanagement-Ratgeber lehrten mich Ziele zu bestimmen und dafür Pläne zu machen.
Allerdings merkte ich erst Jahre später, dass ich auf unwichtige Ziele gesetzt hatte.
Es lag nicht auf der Hand welche Dinge wirklich wichtig sind und Zeit dafür zu finden.

Es half auch nur bedingt zwischen dringenden, wichtigen und unwichtigen Aufgaben zu unterscheiden, so wie es in Zeitmanagement-Seminaren gern gelehrt wird (Eisenhower-Matrix).
Ich verschob das was mein Leben wirklich schön macht all zu oft und sass viel zu lange vor dem Bildschirm.
Ich konnte zu wenig auf Entdeckungstour gehen.
Ich hatte viel zu wenig Zeit zum Lesen und Lernen.
Ständig kam etwas dazwischen.
Im Moment schien alles Berufliche wichtiger …

Noch minutiöser zu planen half nicht.
Ersten bin ich in der Lage auch minutiöse Pläne nicht einzuhalten.
Das kann ich sogar besonders gut 🙂 .
Zweitens hilft das Einhalten von Plänen nicht, wenn die Zielsetzung zu einseitig auf berufliche Ziele ausgerichtet ist.

Dieser Einseitigkeit entgegen zu steuern gelang mir erst, als ich mich jeden Tag zu einer Mini-Aufgabe verpflichtete.
Ich verlangte von mir einmal am Tag etwas von dem zu tun, was mir wirklich wichtig ist.
Die Anforderungen hielt ich absichtlich lächerlich klein, so gab es keinen Grund, warum ich die Aufgabe innerhalb eines Tages nicht erledigen konnte.

  • Ein (!) Abschnitt in einem Buch lesen
  • 2 Minuten spazieren gehen
  • 5 Minuten alles tun ausser auf einen Bildschirm zu schauen.

War ich schon mal am Lesen, las ich meist noch etwas länger.
War ich draussen, kehrte ich nicht so schnell zurück – obwohl nach 2 Minuten die Aufgabe erfüllt war und ich “die Erlaubnis” dazu gehabt hätte.

Im Lauf der Zeit bekamen meine persönlichen Interessen immer mehr Platz.
Irgendwie geschah es automatisch.
Ich wurde ungehalten, wenn ich Dinge zu erledigen hatte, die ich nicht wirklich wollte.
Mein Arbeitspensum als Angestellte reduzierte ich von Jahr zu Jahr.

Je mehr die wichtigen Dinge Platz hatten, um so mehr wollte ich davon in mein Leben bringen.
Wieso fanden sie nun Platz in meinem Leben?
Ich hätte es nicht erklären können und schob es darauf, dass die Technik der “minimalen Anforderung” für mich ganz gut funktioniert.

 

Warum die Dinge, die wir tun mehr werden

John Strelecky brachte mich mit einem Abschnitt aus dem Buch “Wiedersehen im Café am Rande der Welt” auf ein anderes Erklärungsmodell. Allerdings, will ich Dir diese Erklärung hier nicht einfach als richtig servieren.
Denn es ist eine ziemlich wilde Theorie!
Ich finde, wir sind es unserer Integrität schuldig, solchen Theorien zwar mit Offenheit zu begegnen und sie zu prüfen, statt sie einfach zu glauben. Deshalb meine Bitte – überprüfe zuerst, ob Du folgende Erfahrung auch kennst:

 

Fazit aus meiner Selbstbeobachtung

Es gab Phasen, da war ich ständig draussen.
Ich hatte trotz Aufträgen Zeit die Natur zu geniessen und zu wandern.
Dann geschah etwas.
In einem Projekt wurde zur Eile gedrängt.
Ein paar Nachtschichten waren angesagt.
Doch als die Eile vorbei war, kam das nächste, was sofort erledigt sein wollte und mich weiter an meinem Bürotisch hielt.
Als wäre ich in eine Spur gerutscht aus der ich nicht mehr herausfand.
Es war als halte mich ein Magnet in der “ich-sitze-ständig-am Bürotisch-Spur”.

War ich ungehalten genug, plante ich “meinen Ausbruch”, legte einen Wandertag ein und verbot mir am Morgen den Computer zu starten und das Handy anzuschalten.
Denn garantiert gab es etwas das sofort erledigt sein sollte.

Diese Art Kraftakt war notwendig, um aus dieser Spur zu kommen.
Gelang mir das Ausbrechen einmal, fand ich bald danach wieder die Gelegenheit dafür.
Liess ich mich ein paar mal aber wieder von meinen Plänen abhalten,
geriet ich wieder ins alte “Fahrwasser” und fand mich ständig vor dem Bildschirm wieder.

Machst Du ähnliche Erfahrungen?

 

Die Navi-Theorie

John Strelecky, dem Du in diesem Teil der Blogserie zum letzten mal begegnest, erklärt das mit einer Theorie, die ziemlich esoterisch wirken kann. Aber sie ist für die Praxis sehr spannend. Er sagt:

Das Universum beobachtet uns.
Es sieht was wir tun, denken und fühlen.
Und es schlussfolgert, dass das was wir tun, denken und fühlen genau das ist, was wir tun, denken und fühlen wollen.
Deshalb schickt es uns mehr davon.

Wenn wir uns jeden Tag über den Job beklagen, denkt es wir mögen das.
Es hört nicht, dass wir am liebsten kündigen möchten und einen anderen Job haben wollen.
Es sieht, dass wir jeden Morgen am Arbeitsplatz erscheinen und unser ganze Leben nach diesem Job ausrichten.
Es beobachtet, dass wir uns jeden Tag ärgern und uns aufreiben.
Offenbar ist es das was wir haben wollen, sonst würden wir etwas anderes wählen.
Also werden wir mit noch mehr Möglichkeiten uns zu ärgern beliefert.

Es reagiert also wie ein Navigationsgerät, schreibt Strelecky.
Wenn ich nach einem italienischen Restaurant suche, schlägt es mir das nächste Mal ungefragt italienische Restaurants vor.
Wenn ich jeden Tag stundenlang vor dem Bildschirm hänge, schliesst es daraus, dass ich genau das mag.
Also liefert es mir Situationen und Aufgaben, die mich weiter am Bildschirm halten.

Automatisch.

Wenn ich das so schreibe, wirkt es vielleicht, als sei das Universum dumm oder gemein.
Aber das scheint nur so, weil wir den Mechanismus nicht verstehen.
Verstehen wir ihn, ist er genial und dient uns in jeder Hinsicht.

Wenn wir etwas anderes als das Bisherige wollen, müssen wir etwas anderes wählen.
Also: Tun.
Nicht Reden.

 

Wie Du dem Leben deutlich machst, was Du wirklich willst

Das heisst:

  • Wir stellen das Navigationsgerät auf “chinesische Restaurants” ein 
  • Wir beschäftigen uns mehr mit den Aufgaben, die wir mögen und kümmern uns darum mehr davon zu bekommen.
  • Du redest nicht mehr über den Jobwechsel, sondern Du schaust Dir Stellenangebote an.
  • Falls Du das auch schon seit 6 Monaten tust ohne konkret zu werden, dann tust Du etwas Neues: schreibe eine erste Bewerbung oder melde Deine Selbständigkeit an – obwohl Du noch sehr unsicher bist und nicht recht weisst, wie das gehen wird
  • ich schaue, dass ich regelmässig Aufgaben habe, die mich nicht am Bildschirm festhalten, sondern in der freien Natur erledigt werden können.
  • in Wanderbüchern zu schnuppern, Wanderkarten organisieren und Routen im Kalender einplanen zeigen, ebenfalls in welche Richtung es gehen soll und
  • ich schalte mein Handy am Morgen nicht ein und schaue nicht in meine Mailbox bevor ich 500 Wörter geschrieben habe. Denn ich will in Zukunft fast nur noch schreiben. Das gilt es zu demonstrieren.

Vielleicht wissen wir noch gar nicht genau was wir wollen.
Egal – wenn es stimmt, dass das Leben uns zusieht, dann ist es vollkommen unwichtig den genauen Weg zu kennen.
Dann gilt es einfach ein klares, unübersehbares Zeichen in die neue Richtung zu setzen.
Das klares Signal, DASS sich etwas ändern soll ist wichtig.

Ist das Zeichen gesetzt, ist eines noch wichtig:
Sichere Dich vor “Rückfällen” ab! Sorge dafür, dass Du Deinen Plan wirklich durchziehst.

  • Blockiere in Deinem Terminplan die Zeit, die Du für die Dinge haben willst, die Dir wichtig sind. Diese Zeit ist genau so definitiv reserviert, wie ein Sitzungstermin mit Deinem Kunden, Deinem Team oder Deinem Arbeitgeber.
  • Falls Du leicht zu überreden bist, Deine eigenen Wünsche zugunsten einer “dringenden Sache” auzugeben, dann buchst Du Dir sofort das Hotel, wo sich Deine Pläne umsetzen lassen oder Du lädst jemanden ein mitzumachen. Dann wird das Verschieben schwieriger.
    Wenn Du den Termin verschiebst, wir Dir das Leben noch viele weitere Möglichkeiten geben, das wirklich Wichtige auf später zu verschieben. Denn Du scheinst das ja zu mögen.

 

Warum Du es anderen oft nicht recht machen kannst

Natürlich – ich mache mich nicht immer beliebt.
Es irritiert Menschen, wenn ich nicht mache was sie wollen.
Menschen, die durch ihr Leben hetzen, hassen es, wenn ich nicht wie sie funktionieren.
Sie wollen, dass ihre Prioritäten die Meinen sind.
Dass ihr Tempo mein Tempo ist.
Doch wenn ich versuche nach ihren Wünschen zu leben und Kompromisse zu finden, passiert immer dasselbe:
meine Ziele kommen zu kurz und mein Alltag gefällt mir nicht.
Dann muss ich mich daran erinnern: es ist MEIN Leben.
Es ist MEINE Zeit, die andere für sich beanspruchen wollen.
Es ist an MIR zu entscheiden, was in meinem Leben Priorität hat.
Es ist an DIR zu entscheiden, wer Dein Leben lebt. 

Was willst DU in Deinem Leben haben?

 


Strategie 9 um zu erleben, dass Deine Lebensziele wachsen und sich entwickeln können lautet:
Setze klar Zeichen in welche Richtung es gehen soll!


 

Wie Du mutiger wirst Deinen Weg zu gehen

Ach, würde nur ein Brief vom Himmel fallen!
Einer in dem steht, was ich tun soll.”
So hörte ich meine Klientinnen seufzen, die zu mir in die Beratung kamen.
So dachte ich selbst oft.

Auf der Suche nach dem Richtigen

Manche Menschen gehen unbeschwert an die Aufgabe heran ihr Leben zu gestalten.
Sie machen sich nicht zu viele Gedanken.
Aber viele Gewissenhafte, Idealisten oder spirituell-philosophisch veranlagte Menschen wollen wissen:
Was ist richtig und was ist falsch?”
Was ist mein Weg? Wie soll ich leben?

Selbst wenn sie wissen, was sie wollen,
wenn sie Lust verspüren einen bestimmten Weg einzuschlagen –
sie bleiben kritisch.
Schliesslich hätten sie manchmal auch gute Lust, dem Verträger der Gratiszeitung ans Bein zu treten, wenn er wieder alle übrig gebliebenen Zeitungen einer Tour in ihren Briefkasten gesteckt hat.

Hinderliches Gestrüpp

Doch hinter dem sehnsuchtsvollen Wunsch nach einem Briefchen von Himmel
steckt manchmal noch mehr:
Ein Gewirr aus Angst, Verpflichtungs- und Schuldgefühlen, das die eigenen Wünsche erstickt.
Wie bei der Aline, die es seit Jahren erträgt von ihrem Mann ins Gesicht geschlagen und mit Worte und Blicken abgewertet zu werden.
Der Schmerz ist gross – vor allem der emotionale . Aber sie bleibt.
Sie hält aus.
Sie handelt nicht.
Warum?
Weil sie verstrickt ist in Schuld, Verpflichtung und Angst.

“In guten, wie in schlechten Zeiten – das hast Du ihm versprochen”, sagt das Verpflichtungsgefühl.
“Wärst du eine bessere Partnerin, würde er nicht so ausrasten” flüstert ihr die Schuld zu.
“Sicher wird alles noch Schlimmer, wenn Du etwas unternimmst!” prophezeit die Angst.

Das ist eine verzweifelte Situation.
Jemand der einem sagt, was man tun soll …. kann … darf…- das wäre hilfreich, beruhigend und tröstlich.

Vielleicht findest Du dieses Beispiel extrem.
Doch genau darin liegt seine Kraft:
Der Konflikt von Aline ist so offensichtlich.

Jede gute Freundin würde zu Aline sagten “Du musst etwas tun”.
Doch wer eine Aline zur Freundin hat weiss, sie kann (noch) nicht.
Wir verstehen nicht warum, denn wir können die Einflüsterungen der Pflicht, Angst und Schuld nicht hören, die sie gefangen halten.
Selbst Alline nimmt sie kaum wahr.

Deine Situation ist vielleicht nicht so dramatisch.
Aber ich behaupte: Jedem von uns rauben Ängste, Verpflichtungs- und Schuldgefühle den Mut zu handeln.

Wir alle schlagen uns mit diesem Gestrüpp herum, wenn es darum geht den eigenen Lebenszielen zu folgen:
Das Leben das wir führen, tut uns nicht gut.
Doch wir verweisen auf unser Verpflichtungen.
Wir finden Gründe, warum wir unserem Herzen nicht folgen können.
In Wirklichkeit kämpfen wir mit der Angst zu scheitern, mit der Angst unsere Existenzgrundlage zu verlieren oder die Wertschätzung unseres sozialen Netzes.
Schon beim Gedanken einige Verpflichtungen nicht länger zu erfüllen, damit wir unsere Ziele verfolgen können, tauchen leise Ängste und Schuldgefühle auf.

 

Der Kompromiss

Was passiert also, wenn der Dschungel an Angst, Pflicht und Schuldgefühlen uns keinen Raum zum Wünschen und Handeln lässt und kein Briefchen vom Himmel kommt?
Im schlimmsten Fall: nicht viel.

Aus Angst bleiben wir bescheiden:
Wir geben uns mit einem kleinen Lebens-Radius zufrieden.
Da fühlen wir uns sicher. Da glauben wir Fehler vermeiden zu können.
Wir bleiben im sicheren Hafen.
Wir schleichen durchs Leben.
Wir geben uns mit einer Nebenrolle im Theater des Lebens zufrieden.

Sich voll ins Leben zu stürzen und dem Leben das abzuverlangen, was möglich ist?
Was für eine verrückte Idee!

Vielleicht liebäugeln wir mit Herzenswünschen, aber wir preschen nicht vor, um sie zu verwirklichen.
So kann uns niemand vorwerfen können, wir hätten Dummheiten gemacht.
Wir haben uns nie zu weit hinaus gewagt.
Wir haben nie ein zerfetztes Segel kassiert.
Wir haben nie Schiffbruch erlitten.

Wie Du das wohl am Ende deines Lebens beurteilen wirst – das Leben im sicheren Hafen?

wolke

Schritte in die Freiheit

Doch was kannst Du tun, wenn Dich Ängste, Schuld- und Verpflichtungsgefühle davon abhalten, Deine Lebensziele zu finden und zu verwirklichen?
Lass Dich zu den ersten Schritten inspirieren, während Du liest, wodurch sich mein Leben geändert hat.

1. Erkenne das wahre Problem!

Je mehr ich begriff, dass mich die Abwertung, Dominanz und Manipulation aus meiner Kindheit in das Gewirr von Schuldgefühlen, Unfreiheit und Angst geführt hatten, um so mehr verstand ich:

  • das sind Altlasten aus meiner Familie
  • das ist emotionaler Missbrauch
  • das sind NICHT die Regeln des Lebens.

So verloren das Geflüster der Angst, Verpflichtungs- und Schuldgefühle an Autorität.
Ich begann mich für Besseres zu öffnen.

 

2. Schmeiss’ Deine Brille weg!

Meine Ängste, Verplfichtungs- und Schuldgefühle legten sich, wie die Farbe einer getönten Brille, auf meine Einstellung zum Leben:
“Handle erst, wenn Du sicher bist, welches der richtigen Weg ist!” das war eine meiner Regeln.
Das bedeutet – ich wartete.
Denn oft sah ich den richtigen Weg nicht.

Doch eines Tages stiess ich auf eine Passage des neuen Testamentes und erlebte eine heilige, beziehungweise eine heilsame Irritation. Frei übersetzt stand da:
Wenn ihr Pläne macht und sagt “Morgen werde ich in die und die Stadt gehen und das und das tun, so wäre es angemessen, dem einen Satz beizufügen. Den Satz ”Wenn Gott will und ich das Leben habe”.

Ich stutzte.
Das entsprach überhaupt nicht den Lehren meines damals sehr christlich geprägten Umfeldes, in dem es galt das Richtige zu machen.
In diesem Text kritisierte Gott nicht, DASS diese Menschen Pläne machten.
Er bemängelte nur, dass sie ihre Pläne für absolut hielten.

Diese Einsicht war ein Wendepunkt.
Meine “warte-ab-Regel” war Mist.
Sie war das Resultat meiner Angst-Schuld-Pflichtgefühl-Brille.

Ich warf sie weg – die Regel und die Brille.
Ich lernte darauf zu hören was ich will und genoss die Erlaubnis Pläne zu machen.

Ich liess mir nicht mehr einreden, dass ich zuerst wissen muss, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dann erst handeln darf.
Heute sagen mir Menschen, ich sei mutig.
Das mag so wirken, wenn man mir zusieht, wie ich kleine und grosse Abenteuer wage.
Ich finde mich nicht sehr mutig.
Ich habe nur viel Freiheit.

 

3. Grabe Deine Wünsche aus!

Kinder wissen genau was sie wollen.
Erst wenn sie für ihr Wünschen oft genug beschimpft oder bestraft wurden, schütten sie den Zugang zu dem was sie wirklich wollen zu.
Doch verschüttete Zugänge können wieder entdeckt werden.
Jedes Pflänzchen, dem man genügend Schutz und Nahrung bietet, kann wieder wachsen.
Auch das Wünschen und Wollen.

Ich lernte das Wünschen zuerst beim Essen wieder.
“Was will ich wirklich?”, fragte ich mich, wenn ich zum Einkaufen ging. Und kaufte in der ersten Zeit all das, was ich mir seit Jahren verboten hatte.
Im Restaurant:
“Gefällt mir was in der Speisekarte steht oder wünsche ich mir vom Kellner eine “Eigenkreation”?

Essen ist ein Lebensbereich, in dem Du das Hören auf Deine Wünsche gefahrlos trainieren kannst.
Du kannst aber auch vor einem Schaufenster all die Dinge, die Dir gefallen in eine Wunschtüte stecken oder aus einem Ferienkatalog die Destinationen auswählen, die Dich reizen.
Du kannst auf den Einkaufzettel oder die Wochenendplanung gucken und Dich fragen:

  • Was will ich wirklich?

Wenn Du darauf die Antwort kennst, dann gehe einen Schritt weiter.
Erlaube Dir über Deine Herzenswünsche nachzudenken.

 

4. Umarme die Verantwortung!

Als Schwester sehr viel jüngerer Geschwister habe ich schon früh Verantwortung für andere übernommen und sie beschützt.
Für mich selbst aber, übernahm ich lange keine V
erantwortung.
Mich selbst schützte ich viel zu wenig.
Ich liess geschehen.
Bis mir klar wurde, dass auch Nicht-Handeln ein Handeln ist.
Auch mit der Entscheidung nichts zu entscheiden, hatte ich meine Entscheidung getroffen.

Wir werden die Verantwortung für uns nie los.

Frage Deine Freunde und Bekannten, was Du tun sollst.
Die einen sagen A. Die anderen sagen B.
Was zeigt Dir das?
Entscheidungen trägst Du immer allein.
Selbst wenn Du einem Rat Deiner Freunde oder dem Tageshoroskop folgst: Es ist Deine Entscheidung diesem Rat zu folgen.
Niemand anderes als Du selbst, hast dafür die Verantwortung.

Am Besten, Du und die Verantwortung werdet Freunde.
Beginne mit kleinen Schritten:

Streiche alles aus Deinen Worten und Gedanken, das Dich als hilfloses, “unschuldiges” Opfer seiner Umstände dastehen lässt. Sätze wie

  “… ich kann nichts tun…”
“Ich musste …”
“Es ging nicht anders…”

Hinterfrage alles, was Dir Ansprüche auferlegt

“Du solltest…”
“Du musst…”
“Hättest Du nur…”

Wähle Worte, die Dich zum Akteur Deines Lebens machen:

“Ich will… Ich habe entschieden… Ich werde…”

Anfangs meinst Du es sei eine Last, für alles was Du tust, denkst und lässt, die volle Verantwortung zu übernehmen.
Du wirst aber merken: Dein Leben ganz in die Hand zu nehmen, ist eine Lust.


Hier also die Strategie 4 um echte Lebensziele zu finden:

Sei LebensgärtnerIn! – Lerne (wieder) zu wollen, lerne zu entscheiden, zu handeln und Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen


 

P.S.: Du möchtest mehr über Verpflichtungsgefühle, Ängste und Schuldgefühle erfahren und in eine neue Freiheit kommen?
Tipp 1: Lies Susanne Forward’s Buch “Vergiftete Kindheit” . Es ist in meinen Augen eines der Besten zum Thema.
Tipp 2: anfangs Jahr 2020 wird mein Buch zum Thema “Emotionaler Missbrauch” erscheinen. Wenn Du meinen Newsletter abonniert hast, halte ich Dich dazu auf dem Laufenden.

Sind Deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Manche Dinge unterschätzt man.
Im Brockenhaus in dem ich ehrenamtlich arbeite, halte ich manchmal einen Gegenstand über den Abfalleimer. Zum Beispiel eine Bluse von der ich denke, sie sei zu u
nmodern und somit unverkäuflich. Oder einen Haushaltsgegenstand, der seine beste Zeit nicht vor sich, sondern hinter sich hat.

Ich warte ab bis eine der anderen Helferinnen meine Geste bemerkt.
Wir schauen uns an, ich fragend, abwartend. Interessiert, was die andere Helferin sagt, wenn ich das Ding gleich in den Abfalleimer fallen lasse.
Nickt sie oder protestiert sie?

Manchmal sind wir uns einig.
Manchmal sind wir Welten auseinander.

 

Weiss ich was im Leben Wert hat?

Am Schwersten finde ich es Bilder, die uns ins Brocki gebracht werden, einzuschätzen.
Ist dieses Gekritzel im Bilderrahmen wirklich nur ein Gekritzel oder ist es ein erster Entwurf von Picasso?
– Okay, das war jetzt auch ein bisschen Schleichwerbung, damit ihr mal vorbeikommt und euer Schnäppchen-Glück versucht 🙂 .
Im Ernst. Was ist das Kunstwerk wert, das in diesem Rahmen steckt?
15 oder 150 oder gar 15’000 Franken?
Mir fehlt jede Grundlage, um das beurteilen zu können.

Im Leben ist es manchmal genau so.
Es fehlt die Grundlage, um beurteilen zu können, ob die Energie und Lebenszeit, die man
in eine Ausbildung, ein Auto oder in einen Hausbau steckt, gut investiert ist.
Sicher, beides zeigt: es passiert etwas in Deinem Leben.
Mancher würde gar sagen: “Es geht voran!”.

Doch wie wirst Du diese Entscheidung in 10 Jahren beurteilen?
Ich fand lange: solche Fragen lassen sich kaum beantworten.

Wertvorstellungen können sich schnell ändern. Diese Erfahrung machte ich schon mit 15, als ich nach einer Wirbelsäulenoperation einige Stunden mein rechtes Bein nicht mehr spüren konnte. Schlagartig war mir klar: manche Möglichkeiten haben eine Verfallsdatum. 

Sorgt das Wichtige von heute, für das Bedauern von morgen?

  • Vielleicht hindert Dich in 3 Jahren ein Knieproblem daran Dir einen Herzenswunsch zu erfüllen, den Du auf “irgendwann später…” verschoben hast – nach der Ausbildung, nach dem Autokauf, nach dem Hausbau…

oder

  • durch den beruflichen Wechsel wirst Du zu einem Vielflieger im schwarzen Business-Anzug. Du jettest von Ort zu Ort. Das ist anfangs spannend. Doch für Freundschaften, Partnerschaft,  Familie und Hobby findet sich nur noch am Wochenende Zeit – wenn überhaupt. Musestunden? Ruhe? Zeit zum Leben? Fehlanzeige.
    Nach wenigen Jahren bedauerst Du, was in Deinem Leben alles nicht stattfindet.

Vielleicht ist diese Ausbildung aber auch das Sprungbrett in eine Tätigkeit, die Du liebst, weil du genau das tun kannst, was dir wichtig ist.
Wer weiss das schon?

 

Kriterien für die Beurteilung

Meine Suche nach dem was wirklich wichtig ist im Leben, ist nicht zu Ende.
Aber mi
t den Jahren ist sie einfacher geworden, weil ich Beurteilungskriterien fand: 

 

1. Prüfstein: gefallen mir meinen Lebens-Museumsbilder?

Schliesse die Augen,” so lernte ich es im Kurs des Hamburger Teams von John Strelecky. “Stelle Dir vor, in einem Museum werden Szenen aus Deinem Leben gezeigt: 

Hast du viel gearbeitet, hängen natürlich viele Szenen aus deinem beruflichen Alltag auf.

Warst Du oft mit Freunden unterwegs, hast Du viel gelesen, gebastelt, Sport getrieben, Zeit in der Natur verbracht? Es wird in Deinem persönlichen Museum dokumentiert.

Wann gab es Höhepunkte, Flauten, Tiefschläge?
Dein Lebens-Museum zeigt es.”

Ab und zu in Gedanken durch dieses Lebens-Museum zu gehen, stärkt das Urteilsvermögen.
Wir sehen unser Leben “von aussen”, in einer Art Überblick.
Wir müssen dem w
as war in die Augen sehen. Wir werden “gute Museumstage” finden, wie John Strelecky es nennt.
Und wir werden manches entdecken, das uns nicht gefällt.

Der Besuch im eigenen Lebens-Museum hilft auf gute Art kritischer zu sein.

 

2. Prüfstein: was in schweren Zeiten wichtig bleibt. 

Ein Vorteil des Älter-Werdens ist, dass man Erfahrungen macht.
Schwierige Erfahrungen, besonders Krisen und Schicksalsschläge lassen uns erkennen, das Vieles nicht wichtig ist.

Kennst du Menschen, die kein einfaches Leben hatten, aber nicht bitter geworden sind. Menschen die gelernt haben aus Mist das Beste zu machen?
Sie wirken gelassen, sind manchmal etwas ironisch und abgeklärt. Denn sie reiben sich nicht (mehr) daran auf, dass Dinge sind, wie sie sind.
Sie schätzen, was sie haben.
Es könnte alles viel schwerer sein. Das ist ihnen bewusst.

Fragst Du solche Menschen, wie sich ihre Werte durch schwere Zeiten verändert haben, merkst du: Viele gaben plötzlich Dinge auf, die ihnen zuvor sehr wichtig schienen.
Sie setzen neue berufliche Ziele oder kündigten ihren Job, um für anderes mehr Zeit zu haben.
Sie beenden Beziehungen.
Sie begannen Beziehungen.
Sie fragten öfters danach, was sie selbst wollen.
Die Meinung anderer wurde weniger wichtig.
Verluste hatten ihnen klar gemacht: auf Vieles kann man verzichten.
Zum Beispiel auf vermeintliche Freunde.
Auf anderes könnte man verzichten, aber man sollte es nicht. Man holt es sich besser entschlossen ins Leben.

 

3. Prüfstein: Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. 

Bonnie Ware hat in ihrer Arbeit als Sterbebegleiterin erlebt, wie Menschen Versäumtes von Herzen bedauerten.
Worüber sich ihr Patienten beklagten, erzählt sie uns in ihrem Buch. Das
gibt uns die Chance, die Fehler von Bronnie Ware’s Patienten nicht zu machen. Oder zumindest – andere  🙂 .

Versäumnis 1: sich selbst nicht treu gewesen sein
“Warum haben ich nicht einfach getan was ich wollte?” fragten die Menschen, die Bonnie in ihrer letzten Lebensphase begleitete. Sie hatten nicht den Mut gehabt, so zu leben, wie sie es wirklich wollten. Sie hatten die Erwartungen anderer erfüllt, doch zurück blieb das Gefühl sich selbst nicht treu geblieben zu sein.

Versäumnis 2: zuviel Lebenszeit der Arbeit geopfert
“Wir tun so, als hätten wir alle Zeit der Welt – dabei haben wir nichts anderes als das Leben heute,” sagten ihre Patienten. Sie waren Erfolg, Besitz und Anerkennung nachgejagt und hatten es vor sich hingeschoben, Zeit mit Menschen zu verbringen, die sie liebten und Dinge zu tun, die sie liebten. Für manches kam die “richtige Zeit” nie.
“Richte dein Leben nicht so ein, dass du am Ende bereuen musst, soviel gearbeitet zu haben”, riet ein Mann der Sterbebegleiterin.

Versäumnis 3: Gefühle verschwiegen
Menschen die man liebt zu sagen, wieviel sie einem bedeuten – das  schien mir früher nicht sehr bedeutsam fürs Leben. Doch die Sterbenden klagten darüber, dass sie hatten es versäumt hatten ihre Gefühlen auszudrücken. In ihren Beziehungen war Vieles ungesagt geblieben. Manches liess sich nachholen. Für manches war es zu spät.

Versäumnis 4: den Kontakt zu alten Freunden verloren
“Sorgen Sie dafür, dass Sie immer wissen wo Ihre Freunde gerade sind, und teilen Sie ihnen mit, dass Sie sie zu schätzen wissen, “ raten die Patienten von Bronnie.
Geschäftigkeit, Konflikte oder die Unfähigkeit den Kontakt zu halten, wenn es schlecht lief, hatte bei ihnen dazu geführt, dass Kontakte zu alten Freunden abrissen. Selbst wenn sie von anderen umgeben waren, litten Bronnies Patienten unter Einsamkeit. Es fehlten ihnen die Menschen, die ihre Geschichte kannten – das liess sich durch neue Kontakte nicht beheben.

Versäumnis 5: sich zuwenig Glück gegönnt haben
“Wenn ich die Chance hätte, noch einmal irgendetwas anders zu machen, dann würde ich mir mehr Glück und Freude gönnen”, so klagten ergebnis- und leistungsorientierte Menschen. Sie hatten vergessen, den gegenwärtigen Moment zu geniessen und der Freude einen wichtigen Platz im Leben zu geben. Glück stand für sie nicht im Vordergrund. Sie wollten dies und das erreichen und verschoben Freude und Glück von Jahr zu Jahr.

 


Die zweite Strategie, um echte Lebensziele zu finden heisst also:

Prüfe, was wirklich wertvoll ist!


 

Folgende Fragen fassen diesen Artikel zusammen. Sie helfen zu beurteilen, ob Deine Ziele nur glänzen oder ob sie Gold wert sind:

  1. Kriterium: Gefällt es mir, wenn von dem was ich jetzt tue, in meinem Lebens-Museums ein Bild hängen wird? Sind diese Bilder das, was ich wirklich in meinem Leben haben will?
  2. Kriterium: Bin ich mir selbst treu und tue ich das, was für mich wirklich wichtig ist oder lebe ich das, was andere gut finden?
  3. Kriterium: Werden meine Beziehungen zu (alten) Freunden durch mein Tun am Leben erhalten; und wissen die Menschen, die ich liebe, was sie mir bedeuten und welche Gefühle ich für sie habe?
  4. Kriterium: Gönne ich mir Glück und Freude? Ist das in den Bildern meines Lebens-Museums sichtbar?
  5. Kriterium: Wäre heute der letzte Tag meines Lebens, wie würde ich meine Museumsbilder beurteilen?