Drei Geschenke, die ein Leben lang Freude bereiten

Die grösste Lüge der Eltern gegenüber ihren Kindern
betrifft nicht die Existenz des Weihnachtsmanns,
sondern das stillschweigende Versprechen,
die Geschenke würden sie glücklich machen.“

aus „Der Mann der glücklich sein wollte“, Laurent Gounelle

Enttäuschendes Glück…

Aufgeregt und glücklich stellte der kleine Julien seine Weihnachtswunschliste zusammen.
Er konnte Weihnachten kaum erwarten.
Voll überschwänglicher Freude packte er am Weihnachtsabend alles aus und spielte den ganzen nächsten Tag mit dem neuen Spielzeug.
Aber schon da spürte er, dass die Begeisterung abnahm.
„Bald sehnte ich mich nach der Aufregung des Vorabends zurück und wollte sie noch einmal erleben.
Die Erwartung war genussvoller als das Ergebnis“.
So erzählt Julien*, den wir in der letzten Blogserie bereits kennengelernt haben.

Die Dinge geben uns oft nicht das, was wir von ihnen erwarten.
Das musste nicht nur Julien nach dem Weihnachtsfest feststellen. Das spüren auch wir Erwachsene immer wieder, wenn wir in einem Anflug von Aufregung etwas einkaufen, das uns wenige Wochen später mit einer inneren Leere
 zurück lässt.

…und Kollateralschäden

Doch der Schaden ist grösser, als wir im ersten Moment vielleicht annehmen. Wir sind nicht nur enttäuscht, 

  • wir haben Geld und damit unsere wertvolle Zeit in etwas investiert, das nur kurzzeitig als “Stimmungsaufheller” wirkte
  • diese Zeit hätten wir in etwas investieren können, das uns wirklich gut tut 
  • die gekauften aber nutzlosen Dinge stehen bei uns herum, brauchen Raum, Aufmerksamkeit und Pflege.

Bild von moritz320 pixabay

Der Irrtum, dass uns Dinge glücklich machen, schadet zudem anderen und der Umwelt:

  • für die Produktion von Unnötigem werden Ressourcen benötigt, die andere nötiger haben als wir.
  • Spätestens wenn die Kinder flügge werden oder wir auf unsere letzten Lebensjahre zusteuern, muss all der Überfluss kostenpflichtig entsorgt werden.
  • Wir würden im Müll versinken, hätten wir nicht so ein schweizerisch-geniales Abfallsystem und die Möglichkeit anderen (!) unsere Altlasten aufzubürden. Energie, Kosten und Altlasten fallen trotzdem an und belasten entweder unser Budget oder die Zukunft der nachfolgenden Generation.

Besser-als-zuvor schenken

Wenn Geschenke nur kurzfristig ein Glücksgefühl vermitteln das rasch wieder abflaut…
Wenn wir damit uns und andere unglücklich machen…
… was ist dann die Konsequenz?
Nichts mehr schenken?
Nein.
Anders schenken!
Besser als zuvor schenken.

Willst Du Geschenke finden, die bedeutsam sind, lange Freude machen und keinen Staub ansetzen?
Dann setze nicht mehr auf Dinge, die man nicht wirklich braucht, sondern auf drei dauerhafte und abfallfreie Geschenke: Erlebnisse, Zeit und Kompetenzen.

Erlebnisse

  • Erlebnisse sind jahrelang haltbar und hinterlassen erfreuliche Rückstände in Hirn und Herz: Erinnerungen an Glücksmomente!
  • Wie viele Dinge würden wir gerne mal ausprobieren oder wiederholen! Die einen träumen vom Fliegen lernen, die anderen vom Bogenschiessen und manche verschieben den Konzertbesuch ihres Lieblingssängers jedes Jahr neu.
  • Wenn Du Erlebnisse verschenkst, kann das viel Geld kosten und Umweltschäden verursachen. Muss es aber nicht. Mikroabenteuer können vor der Tür beginnen (kein Auto, kein Flugzeug, keine Spezialausrüstung ).
  • Angenommen die Person, die Du beschenken möchtest wünscht sich irgendwann nach Island zu reisen. Dann ist es für sie interessant einen Bericht von Menschen zu hören, die schon in diesem Land waren. Schau zum Beispiel was explora und anderen Veranstaltern bieten. Ein gemeinsamer Filmabend über Island hilft Deiner Zielperson ihren Wunsch zu konkretisieren (was will ich unbedingt sehen? wann und wie will ich reisen?)
  • Kratze den Mut zusammen und plane für das Kind, das schon lange mal das Kanufahren ausprobieren wollte, einen Schnupperkurs oder ein Kanu-Familien-Wochenende.
  • Planst Du ein gemeinsames Erlebnis verbindet das Dich und die Menschen mit denen Du das Erlebnis geniesst. Das tut uns allen gut und erfreut besonders die Menschen mit der Liebessprache Zweisamkeit
  • Plane und verschenke etwas, was Euch beiden Spass macht, wozu ihr aber nie Zeit findet. Zum Beispiel einen Mondscheinspaziergang oder ein Wochenendausflug an einen Ort, an den ihr gemeinsame schöne Erinnerungen habt.

Zeit

  • ist die wichtigste Währung in unserem Leben. Wir haben keine Ahnung wie viel davon wir besitzen.

  • Oft sind wir so im Alltagstrubel, dass wir uns nicht die Zeit  nehmen um für Glücksmomente in unserem Leben zu sorgen.
    Verschenke zeitliche Entlastung mit einem Zeit-Gutschein, damit die Zielperson sich für einen bestimmten Wunsch Zeit nimmt.
    Sei für die gestressten Eltern, die von 2 Stunden absoluter Ruhe ohne Telefon und Kindergeschrei träumen, Kinderfrau und Sekretärin: Du sammelst das Kind und das Handy ein, sorgst für ein tolles Kinderprogramm, nimmst Anrufe entgegen und versprichst, dass in 2 1/4 Stunden zurückgerufen wird.
    Alle Leute, die sich selbst wichtig sind, haben entweder einen Ausschaltknopf am Handy oder eine Sekretärin, die als Hausdrache fungiert 😉 .

  • Verschenke nicht nur schöne Momente, sondern geh auch mit.
    Nimm das (riesige 🙂 ) Opfer auf Dich und begleite Deinen Lieblingsmenschen zu seinem Line-Dance-Einführungsabend oder einem allerersten Besuch in einem Casino oder zum Malkurs. Wenn Du Dich als DilettantIn erweist, dann lacht darüber.
    Dein Lieblingsmensch hat endlich ausprobiert, was er längst schon wollte und ihr habt Bilder für Euer Lebensmuseum gesammelt, die vielleicht einen Ehrenplatz bekommen.

Kompetenzen

  • Fähigkeiten zu haben stärkt uns.
    Neues zu entdecken bringt Farbe in unser Leben, weitet den Horizont und schafft neue Möglichkeiten. Deshalb ist es eine gute Idee einem Menschen zu neuen Fähigkeiten zu verhelfen.

  • Vielleicht entsteht aus der Teilnahme am Hobbykurs ein lebenslanges Hobby, das viele Glücksmomente schafft. Neue Freunde mit ähnlichen Interessen kommen ins Leben oder neue berufliche Entwicklungen werden möglich.

  • Berücksichtige die aktuelle Lebenssituation und die Vorlieben Deines Lieblingsmenschen: Kläre, ob er gern einen Kurs besucht oder lieber einem Praktiker über die Schultern schaut.

  • Viele Träume bleiben unerfüllt, weil es Energie und Zeit braucht, das was man sich wünscht zu organisieren. Es kann ein sehr wertvolles Geschenk sein, wenn Du Deine eigenen Kontakte aktivierst, so dass Deine Zielperson einen Tag lang beim Segelflug zuschauen – und falls gewünscht auch mitfliegen – kann.

  • Ein besonderes Geschenk ist es, einem Menschen zu helfen seine Lebensziele zu schärfen oder bei der beruflichen (Neu-)Orientierung zu helfen.
    Die Hörbücher und Bücher von John Strelecky oder der Kurs bei den John Strelecky-Teams kann das nachhaltigste Geschenk sein, das Du Deinem Lieblingsmenschen je gemacht hast.

  • Verschaffe Deiner Zielperson die Zeit und Ruhe, die notwendig sind, damit sie sich mit der neuen Fähigkeit beschäftigen kann.
    Halte ihr alle Aufgaben oder Anforderungen vom Leib oder übernimm den Fahrdienst.
    Eise sie von den Kindern oder ihrem Computer los.
    Versenke ihr Handy in Deiner(!) Handtasche.
    Stell Dich bei ihr auf die Fussmatte und sage “Ich entführe Dich jetzt!”. Manchen Menschen fällt es schwer, sich etwas Gutes zu tun, aber sie lassen sich nicht ungern dazu “zwingen”, wenn man entschlossen genug auftritt 😉 . 

Einfach ausprobieren: Links zu Erlebnissen und Kompetenzen

Erlebnisse findest Du bei jochen-schweizer.ch und mydays.ch. Nutze die Seite zur Inspiration. Du musst da nichts kaufen. Noch besser ist es, wenn Du ein ähnliches Angebot in Deiner Region findest. 

Verschenke als Gotte/Götti im nächsten Jahr den 3-teiligen Rittertrail, einen Ausflug ins Puppentheater oder ein Wald-Abenteuer.

Lass Dich von den Volkshochschulen und Migros-Klubschulen inspirieren.

 

 

 

 

*aus „Der Mann der glücklich sein wollte“, Laurent Gounelle

Programm gegen Staubfänger: nicht-materielle Geschenke, die das Herz berühren

Socken schenken?
Taschentücher?
Pullover?
Vor einigen Jahrzehnten hätte man damit punkten können.
Heute können wir mit den Prinzen mitsingen:

‘n Meerschwein? – hat’se schon!
‘n Heiligenschein? – hat’se schon!
‘n Ring am Finger? – hat’se schon!
So süße Dinger? – hat’se schon!
Scheuklappen? – hat’se schon!
‘n Waschlappen? – hat’se, hat’se!

Dennoch möchtest Du Deine Lieblingsmenschen an Weihnachten nicht leer ausgehen lassen und ihnen zeigen wie viel sie Dir bedeuten?
Es soll aber kein Staubfänger sein, kein Tingeltangel der irgendwann im Müll landet?
Das ist gar nicht so schwer.

5 Wege die Liebe des anderen zu verstehen – die 5 Liebessprachen

Menschen fühlen sich durch unterschiedliche Handlungen wertgeschätzt, gesehen und geliebt, so erklärt es Gary Chapman in seinem Buch „Die 5 Sprachen der Liebe“ – eigentlich ein Beziehungsbuch für Paare.

Nur einer von fünf Typen fühlt sich durch ein Geschenk wertgeschätzt und geliebt. Die Menschen mit der Liebessprache “Geschenke” erfreust Du durch Mitbringsel, Souvenirs und Geschenke in jeder Form.
Sie verbinden mit den Dingen, die sie überreicht bekommen, dass ihr Gegenüber an sie gedacht hat und das lässt sie Deine Wertschätzung spüren. Der finanzielle Wert des Geschenkes ist nebensächlich.

Die anderen vier Typen sprechen eine andere „Liebessprache“. 
Sie fühlen sich durch wertschätzenden Worte, Zweisamkeit, Berührungen oder praktische Hilfe geliebt und wertgeschätzt und spüren dadurch, was sie anderen bedeuten.
Welch ein Glück für unsere Umwelt: Für diese vier Typen muss nichts Neues produziert werden!
Welch ein Glück für Dich: Du kannst Dir den Weg in das Einkaufscenter sparen!

Finde heraus welche Liebessprache Dein Gegenüber spricht. Dann versteht es unmittelbar Deine Liebe und Wertschätzung und Du triffst mit Deinem Geschenk “den richtigen Ton” bzw. den richtigen Sprachkanal.

 

Geschenke für jede Liebessprache finden

Du bleibst dem Shoppingcenter also fern, machst es Dir in Deiner Lieblingsecke zu Hause bequem, holst Dir eine Tasse Tee und denkst Dir für Deine Liebsten ein Geschenk aus, das ihrer Liebessprache entspricht:

  • Für den Typ mit der Liebessprache „Zweisamkeit“  planst Du eine schöne gemeinsame Wanderung, einen Ausflug oder eine Reise zu zweit. Hier verschenkst Du vor allem Zeit, die diese Person mit Dir oder anderen Lieblingsmenschen verbringen kann
  • Einen Gutschein für eine Massage oder eine gemeinsame Beschäftigung bei der man sich nahe ist, schätzen die Personen mit der Liebessprache Zärtlichkeit/Berührung.
  • Ein Gedicht oder gar ein selbst komponierter Song darüber, was Du an Deiner Zielperson schätzt, erfreut die Menschen mit der Liebessprache Lob und Anerkennung. Hier verschenkst Du Worte, Bilder und Dinge, die den anderen daran erinnern, was Du an ihm magst.
  • Bei Menschen mit der Liebessprache “Hilfsbereitschaft” gilt es zu überlegen, welche Herausforderungen es in ihrem Leben gibt und womit Du ihnen helfen kannst. “Ich schneide Deine Fotos für die neue Website zu” oder “Ich übernehme dieses Jahr das Backen für die Geburtstage Deiner Kinder”. Der Möglichkeiten sind viele.
  • Geschenke sind für die Menschen mit der Liebessprache “Geschenke” richtig. Die meisten Menschen verstehen zwei Liebessprachen gut. Wenn Du herausfindest welche zweite Liebesprache diese Person versteht, lässt sich die Suche nach dem richtigen Geschenk eingrenzen.

Checkliste Liebessprache, Auszug aus dem eBook “Geschenke finden ohne Stress”

Hast Du die Liebessprache richtig erkannt?

Du erkennst die Liebesprache eines Menschen indem Du ihn beobachtest.

  1. Achte darauf, wie diese Person andere beschenkt. Wir alle neigen dazu andere in der Sprache zu beschenken, die wir selbst am Besten verstehen.

  2. Achte darauf worüber diese Person sich beklagt:
    Wer sagt „schon wieder bist Du am Abend weg“ meldet eigentlich sein Wunsch nach Gemeinsamkeit an: Liebessprache “Zweisamkeit”
    Wer fragt „Gefalle ich Dir noch?“ sehnt sich nach Worten der Anerkennung oder Berührungen.
    „Warum muss ich eigentlich alles selbst machen“ ist der nicht ganz so zarte Hinweis, dass diese Person sich geliebt fühlt, wenn man ihr praktisch hilft.

Dein Vorteil

  • Was gibt es Schöneres, als zu spüren, dass Du mit Deinem Geschenk mitten ins Herz getroffen hast?!

  • Du kannst Deine Zeit und Dein Geld besser einsetzen und erst noch grosse Freude bereiten.

  • Du ersparst Dir das Bad in der Menge der Einkaufscenter und die verzweifelte Suche nach dem Richtigen.
  • Vielleicht geht ihr die Checkliste gemeinsam durch und tauscht Euch darüber aus, welcher Typ ihr seid. Alle mit der Liebessprache „Gemeinsamkeit“ wird dies sehr freuen. Das kann zu einem schönen beschaulichem Moment in der hektischen Weihnachtszeit werden.
  • Was Du nicht kaufst, muss nicht produziert werden. Das schont die Umwelt.

  • Wenn nichts Unnützes geschenkt wird, muss auch nichts entsorgt werden. Die beschenkte Person muss sich nicht mit unnützen Dingen und ihrem schlechten Gewissen herumschlagen, wenn sie “es” im Müll verschwinden lässt oder weiter verschenkt.

Einfach ausprobieren

Erzähle anderen vom Konzept „Liebessprache“ und frage Deine Lieblingsmenschen direkt, wodurch sie sich geliebt und wertgeschätzt fühlen.
Die Chancen stehen gut, dass sie sich über Dein Interesse freuen und Du bekommst eine wertvolle Information mit lebenslänglicher Praxisrelevanz.

Fünf einfache Strategien, um Müll zu vermeiden und Ressourcen zu schonen

Ich war schockiert.
Der Müll von einem ganzen Jahr passt in ein Vorrat-Glas?
Nur EIN Glas? Nicht mehr?!

Die Kursleiterin von Zero Waste in Zürich stellte mein Weltbild auf den Kopf, als sie erzählte, dass Menschen wie Bea Johnson und Shia Su es schaffen den nicht kompostierbaren, nicht recycelbaren Müll so drastisch zu reduzieren.

Nicht ganz so extrem, aber doch beeindruckend, fand ich die Geschichte von der Familie im Jura, die ihren Abfall um 2/3 reduzierte.
Das traute ich mir eher zu.

Der Schock war für mich damals wichtig.
Müll vermeiden – ja klar. Das versuchte ich schon länger:
Gläser in die Glassammlung
Papier in die Papiersammlung
Blech und Alu in die Extra-Box.

Macht man ja schliesslich so – oder?

Aber an diesem Abend begriff ich: ich verhielt mich wie jemand der erfolgreich das Gleichgewicht auf dem Einrad zu halten gelernt hat und auf diesem Niveau (selbst-)zufrieden stehen bleibt.
Ich sah an diesem Abend, dass ich bezüglich Umweltschutz erst die Anfängerstufe beherrschte.

Bea Johnson und Shia Su hingegen schlängelten virtuos, in eleganten Kurven um Umweltschädliches herum. Auf schnurgeradem Kurs erreichten sie das Ziel, der Umwelt keine Gifte und keinen Müll mehr zuzumuten: mit der Zero-Waste-Strategie.

Das unergiebige Umwelt-Programm von “Daniela-Räber-Normalverbraucherin”

An diesem Abend verstand ich: mein Bezugspunkt war ganz verkehrt.
Ich hielt Müll für normal.
Ich kaufte die Dinge, die ich haben wollte und achtete eher beiläufig darauf, wie die Dinge die ich nach Hause trug verpackt sind und welche Gifte man mir zumutet.
Ich akzeptierte vorhandenen Produkte und recycelte was möglich war.

Die Geschichten der Zero-Waste-Leute und die 5 Zero-Waste-Strategien forderten mich heraus mich NICHT nur

  • auf das korrekte Entsorgen und Recyceln
  • und das Kompostieren (rot)

zu konzentrieren. Statt dessen

  • den (zukünftigen) Müll gar nicht mehr in meine Leben zu lassen (refuse)
  • auf Verzichtbares zu verzichten (reduse) um Ressourcen zu schonen, 
  • Gebrauchtes dem Neu-Produziertem vorzuziehen und
  • Dingen ein zweites Leben zu schenken (reuse)

Recycling in Ehren, aber Müll und Schadstoffe gar nicht erst entstehen zu lassen, ist die noch bessere Lösung.
Das leuchtete ein.

 

Die Zero-Waste-Strategie

Refuse meint: weise zurück
was Du nicht wirklich brauchst
(Einwegartikel, Werbung),
was giftig ist (Chemie)
und zu schwer abbaubaren Abfällen führt
(Plastik)

 

Reduse meint: reduziere, die Menge an Dingen,
die sich in Deinem Leben ansammeln,
(Überflüssiges, Luxus- und Modeartikel;
also alles “zuviel”, das irgendwann in der Tonne endet)

 

Reuse meint: nutze, die Dinge, die es bereits gibt
(leihen, gebraucht kaufen, tauschen).
Gib den Dingen ein zweites Leben
indem Du sie reparierst oder umfunktionierst
(ein T-Shirt wird zum Putzlappen).

Drastische Müllvermeidungs-Massnahmen – das Experiment

Von da an sah ich Müll nicht mehr als das Normale an, sondern als die Ausnahme und als “Notprogramm“.

Am Tag nach dem Zero-Waste-Abend brachte ich meine (Mehrzahl!) Abfalleimer ins Brocki.
Auf den Deckel des fest angeschraubten Abfalleimers in der Küche legte ich ein Paket Blumenerde und das Abwaschmittel
So blockierte ich den Zugang.
Wo keine Abfalleimer sind,” sagte ich mir “darf einfach kein Abfall mehr anfallen.“

Nur ein (!) Abfalleimer durfte in meinem Haushalt bleiben.
In einer Ecke in der Küche.
So hatte ich die Möglichkeit Müll wegzuwerfen,
aber ich konnte den Müll nicht mehr im Müllfach der Küche unsichtbar verschliessen
 –  vor mir selbst verstecken.
Jetzt war der Müll sichtbar und je nach Sorte auch riechbar.

Ja, manchmal neige ich zu radikalen Massnahmen 🙂
Aber ab und zu liebe ich solche Herausforderungen.
Du kannst sicher sein, dass ich mir beim Einkaufen gut überlegte, ob ich das Pouletgeschnetzelte in der Plastikverpackung kaufe.
Ich sah schon vor mir, wie rasch sich der Müllsack füllt – und der Geruch…
Ich konnte mir se
lbst lieb sein.

Meine spielerische Ader machte sich einen Spass aus dem Experiment und ich taufte meinen neuen Einkaufs-Stil “umgekehrt einkaufen”:

1. Durch den Supermarkt schlendern, ausgerüstet mit Stoffsäckchen für Gemüse und Früchte und Blechdosen / Tupperware-Dose

2. nicht nach einem Plan einkaufen, sondern schauen, was es ohne Verpackung oder in recycelbarer Verpackung gibt und

3. auf alles andere verzichten.

Statt geräucherte Forelle (im Plastikverpackung) gab es plötzlich Rollmops aus dem Glas (mag ich), Senf im Glas, Ahornsirup für meine allerliebsten Omeletten und statt meiner geschätzten Mokkajoghurts kaufte ich ein Glas lösliches Kaffeepulver und rührte mir das Mokkajoghurt  (Joghurt aus dem Glas) selbst an. Wie in meiner Kinderzeit, als der Joghurtbereiter ein beliebtes Gerät war.

 

Einfach ausprobieren – “umgekehrt einkaufen” für die Weihnachtsgeschenke

Keine Sorge, ich rate Dir nicht dieselben radikalen Massnahmen umzusetzen wie ich.
Es sei denn, Dich reizt der Wettbewerb gegen Dich selbst und Du machst Dir einen spielerischen Spass mit Deinen Freunden oder Kindern.

Aber ich lade Dich ein, bei den Weihnachtseinkäufen das “umgekehrt einkaufen” auszuprobieren:
Wenn Du zum Beispiel neuen Weihnachtsdekoration haben möchtest
– Mache Dir klar, was Du wirklich brauchst, was das Ziel für Dich ist (z. B. eine weihnachtliche Atmosphäre)
– Schau im Kaufhaus / Brockenhaus was Du gebraucht kaufen kannst und was aus Material hergestellt ist, das ganz natürlich verrottet .
Zum Beispiel Nahrungsmittel oder
Dinge aus

 

Nutze Dinge, die Du gebraucht findest zum Beispiel um Geschenke zu verpacken

  • Gläser, Ton- und Keramitgefässe (gibt es im Brocki in Massen. Du findest garantiert etwas originelles)

  • Tücher (mehr dazu im 8. Blogbeitrag)

  • Körbe

Überlege auch, ob es die Billigkerzen (Parafin = Erdöl) sein müssen, oder ob Du Dir einige
Bio-Kerzen leistest.

Dein Vorteil

  • Diese 5 Strategien machen es einfach zu beurteilen, wie Du zu besseren Produkten kommen kannst bzw. ob sie überhaupt noch einen Platz in Deinem Leben haben sollen.

  • Mit den ersten 3 Strategien sparst Du richtig viel Geld und Zeit: Die Abfallmarken, die Du einsparst sind der kleinste Kostenfaktor der bald nicht mehr anfällt – Du wirst sehen!

 

 

Die Skala, die den weihnachtlichen Umweltschutz kinderleicht macht

Beppo tat seine Arbeit gern und gründlich.
Er wusste, es war eine notwendige Arbeit.
Wenn er so die Strassen kehrte, tat er es langsam, aber stetig:
bei jedem Schritt einen Atemzug und bei jedem Atemzug einen Besenstrich.
Schritt – Atemzug – Besenstrich – Atemzug – Besenstrich.

“Siehst du, Momo”, sagte er “es ist so. Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich.
Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.
Und dann fängt man an sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr.
Jedes mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.
Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz aus der Puste und kann nicht mehr.
So darf man es nicht machen.

Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken, verstehst du?
Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.
Und immer wieder nur an den nächsten. …
Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut.
Und so soll es sein.
Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Strasse gemacht hat.
Man hat gar nicht gemerkt, wie, und man ist nicht aus der Puste. …”
Er nickte vor sich hin und sagte abschliessend: “Das ist wichtig.” 


Auszug aus Michael Endes Buch “Momo”


Auf unserem Planeten gibt es eine Menge Umwelt-Probleme. Es sind so viele und die Zusammenhänge sind so komplex, dass es uns erschlägt, wenn wir mit dem ganze Ausmass konfrontiert sind.

aktuelle Umweltprobleme

Wir denken bei diesen Herausforderungen, dass wir es niemals schaffen. Wie Beppo, wenn er auf die lange Strasse blickt.
Was bringt es wenn wir regional einkaufen, Plastik meiden und auf Chemie in der Kosmetik verzichten?
Unsere Schritte scheinen zu klein, zu wenig effektiv.
Selbst die Fachleute sind sich nicht einig, wie wir die Probleme in den Griff bekommen. Manche behaupten gar es sei zu spät.

Aufgaben mit unklaren Anforderungen und geringen Erfolgsaussichten entmutigen uns und verhindern, dass wir das tun was wir können.

Das Leben gibt keine Garantie

Andererseits ist die Entmutigung doch seltsam.
Auch bei grossen sportlichen und beruflichen Zielen wissen wir nicht, ob wir je da ankommen, wo wir wollen. 

  • Kann ich den aktuellen Rekord brechen
    – ja,schaffe ich es meinen persönlichen Rekord zu brechen?
  • Gelingt es mir meine Vorgesetzten von meinen Qualitäten zu überzeugen?
  • Werde ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, damit das mit der Beförderung klappt?

Wir wissen es nicht sicher. Und doch verfolgen viele von uns solche Ziele ohne sich entmutigen zu lassen.
Wir machen in diesen Bereichen drei Dinge richtig:

  1. wir haben einen Herzenswunsch – etwas das wir unbedingt erreichen wollen
  2. wir geben unser Bestes, strengen uns an, tüfteln herum, holen uns Rat, probieren aus
  3. wir  lassen uns nicht entmutigen, sondern sehen die Chancen und hoffen auf unser Glück.

Dieselbe Haltung müssen wir auch im Umgang mit den aktuellen Umweltprobleme entwickeln.

Du wünschst Dir von Herzen, dass wir all diese Problem lösen?
Dann stellt sich die Frage

  • was Du tun kannst und
  • wie Du es schaffst Dich nicht entmutigen zu lassen.

Tu’ die kleinen Schritte und das Leben schafft ein Wunder

Schaue also, wie Beppo Strassenkehrer, nicht auf das Ende der Strasse, sondern nur auf das “verdreckte Stück Strasse” auf dem Du gerade stehst.

Gleich drücke ich Dir das Werkzeug, Deinen “Besen” in die Hand und zeige Dir, wie Du die ersten Schwünge hinbekommst.
Mehr Ausrüstung braucht es nicht um der Umwelt Sorge zu tragen.
Keine langwieriges Studium, keine Expertenmeinung.
Du fegst da, wo Du bist.
Tust das was Du kannst.

Es ist zwar nur ein kleiner Besenstrich. Ein ungelenker vielleicht.
Aber immerhin: es ist ein Besenstrich.
Dieser Besenstrich ist nicht besser und nicht schlechter, als der Besenstrich mit dem es anderen Menschen gelungen ist erstaunliche Lösungen in die Welt zu bringen.
Schau Dir ein paar Beispiele in diesem Trailer an – noch besser: schau Dir den Film an und lass Dich beeindrucken:


Halte Dir solche “Erfolgs-Geschichten” immer wieder vor Augen.
Suche danach.
Wir alle brauchen sie dringend, wenn wir Menschen sein wollen die “langen Strassen” anpacken. 

Dein “Besen”: die besser-als-zuvor-Skala

Ich war nicht davon zu überzeugen, dass es genügend bringt, wenn ich “ein bisschen darauf achte Strom zu sparen” und Müll trenne.
Mein Bauchgefühl sagte mir “Das ist Quatsch, genau so gut könnte Beppo versuchen mit einer Zahnbürste die lange Strasse zu fegen”.
Ein richtiger Besen der kraftvolle Schwünge zulässt, muss her!

Dank der Transition-Town-Bewegung habe ich meinen Besen 2014 gefunden. Ich habe “das Fegen” geübt, ausprobiert und eine Art Checkliste entwickelt, die mir bei Kaufentscheidungen hilft:

besser-als-zuvor-Skala

Mit diese Kriterien kannst Du einordnen welche Vor- und Nachteile ein Produkt hat.

Angenommen Du möchtest Deiner Tochter, die gerade ihre erste Wohnung bezieht, eine Kaffeemaschine schenken. Dann

  • prüfe zuerst, welche Probleme dieses Produkt verursacht (orange Kriterien) und
  • dann welche positiven Kriterien es erfüllt (grüne Kriterien).

Klar: diese Kaffeemaschine ist ein echter Ressourcenfresser. Die positioniere ich mindestens im mittleren orangen Feld.
Wenn es eine Kapselmaschine ist, sogar ganz links.

Da lohnt sich die Frage,

  • ob Deine Tochter dieses Gerät wirklich will und braucht oder ob sie mit einer Mokkakanne vollkommen zufrieden wäre.
  • aus welchem Material die Maschine hergestellt wurde
  • wie diese Materialien entsorgt werden können
  • wie viel Strom das Gerät braucht
  • ob es für diese Maschine Ersatzteile gibt und.. und… und

Ja, stimmt, diese Entscheidung ist nicht leicht.
Sie wird sogar noch komplizierter, wenn Du nicht nur auf die Marke und den Geldbeutel, sondern auf die Umwelt schaust.
Eine Kaffeemaschine zu kaufen ist, was die Umwelt betrifft, einer rechte Herausforderung.

Doch in vielen Fällen ist es nicht schwer:
Du willst ein Dreirad kaufen für Dein jüngstes Enkelkind.
Anhand der Kriterien der Skala, zu denen Du hier noch mehr Fragen findest die weiterhelfen, wird Dir rasch klar, dass ein Plastik-Ding aus dem Supermarkt, das in China hergestellt wird, von Menschen, die davon vielleicht nicht leben können und ihre Gesundheit durch Gifte ruinieren, eine schlechte Variante ist.
Was wäre besser als zuvor?

  • Ein gebrauchtes Dreirad im Secondhand-Laden zu suchen oder
  • Deinen Computer zu fragen nach “Dreirad Schweiz” oder “Dreirad ökologisch”. Du findest auf Anhieb eines von Wisa Gloria (Schweiz) oder von Naturkindchen.de

Ca. 2 Kilo Plastikmüll gespart, die Umwelt nicht mit dem Transport belastet und ein Material gewählt, das sich auch wieder entsorgen lässt bzw. nachwächst: Du hast eine Menge besser gemacht als mit der Entscheidung nach dem Naheliegendem und dem Geldbeutel.
Nicht schlecht der Besen – oder?

Konflikte

Manchmal müssen wir uns entscheiden zwischen zwei Kriterien, die sich gegenseitig ausschliessen.
Die Bambuszahnbürste von Hydrophil zum Beispiel wird in China produziert. Dafür aber umweltschonend und fair.
Es gibt im Moment keine Schweizer Firma, die Holzzahnbürste herstellt. Ich könnte nur Plastikzahnbürsten bekommen.

Für mich zählt:
die Hydrophil-Zahnbürsten

  • verursachen kein Plastikmüll der während Jahrzehnten schadet

  • geben kein Gift (durch Farbstoffe) in die Umwelt ab, abgesehen davon was durch den Transport entsteht

  • sind kompostierbar

  • brauchen kein Erdöl für die Produktion sondern entstehen aus einem nachwachsenden Rohstoff

Also ziehe ich die Hydrophil-Zahnbürste vor. Auch in der Hoffnung, dass eine Schweizer Firma merkt, dass es Menschen gibt die Holzzahnbürsten wollen.
Wie gesagt, es geht nicht um Perfektion, sondern um einzelne „Besenstriche“ die darauf abzielen, es besser zu machen als zuvor.

Dein Vorteil

  • Mit der besser-als-zuvor-Skala kannst Du leichter abchecken welche Vor- und Nachteile ein Produkt hat

  • Du kannst klare Kriterien verfolgen. Es wird Dir bewusster was der Umwelt schadet. All das kannst Du nach und nach “aus Deinem Leben fegen”.

  • Du lernst Neues kennen, das hilft gegen den grauen Alltag, bringt Farbtupfer ins Leben und kann eine Menge Positives in Dein Leben bringen.

 

Einfach ausprobieren – für die Weihnachtsgeschenke

  • Wähle die Weihnachtsgeschenke nicht nur dem Portemonnaie entsprechend aus, sondern berücksichtige auch die Kriterien der besser-als-zuvor-Skala

  • Meinen Gästen habe ich geschrieben, dass ich Plastik und Müll vermeiden möchte, daher ziehe ich alles was essbar und recyclebar ist vor.
    Es gab nur positive Kommentare dazu. Mal sehen, wie es in der Praxis funktioniert 🙂

  • Finde heraus, wo sich das Repair-Cafe in Deiner Nähe befindet und geh mal hin. Vielleicht ist die Standuhr Deiner Mutter schon einige Monate kaputt oder das Lieblingsbuch Deiner Tochter fällt auseinander. Dann schenke den beiden zu Weihnachten einen gemeinsamen Ausflug ins Repair-Café. Gemeinsam könnt ihr erleben wie viel Herzblut die ReparateurInnen investieren, um die Uhr zum laufen zu bringen und das Buch so zu kleben, dass Deine Tochter auch ihren Kindern die Geschichte erzählen kann. Unentgeltlich.

 

 

Zeit und Umweltschutz – oder – wie die Weihnachtszeit stressfreier und umweltfreundlicher wird

Die Vorweihnachtszeit.
Zeit der Überforderung. Druck. Hetzerei.

Die Schaufenster sind weihnachtlich dekoriert.
Die Werbung verkauft uns diese Zeit in romantischer Hülle, doch im Alltag ist sie alles andere als lustig.
So viele zusätzliche Aufgaben fallen an:
Feier organisieren, Geschenke kaufen, Menu planen…
So Vieles will noch vor Ende Jahr erledigt sein.

Riesige Weihnachtskugeln im begehbaren Park am Weihnachtsmarkt in Troyes

Wer sich von der  Tradition der Weihnachtsgeschenke noch nicht verabschiedet hat, steht wieder einmal vor der Entscheidung für wen welches Geschenk genau das Richtige ist.
Für diese Frage könnte man tagelang überlegen.
Aber Zeit haben wir oft nicht.
Das ist für die Umwelt fatal.

Zeit, Lebensqualität und Umweltschutz – überraschende Zusammenhänge

Achte mal darauf: wann sammeln sich besonders rasch Plastik, Überflüssiges, Giftiges und Ressourcenfresser in Deinem Leben an?
Dann, wenn Du in Eile bist:

  • Wenn wir sehr schnell von A nach B kommen müssen, fliegen wir oder fahren Auto. Hätten wir Zeit würden wir Zug oder Velo fahren oder gar laufen.
  • Wenn Du für einen Einkauf „schnell“ eine Tasche brauchst, kommst Du mit einem Einwegplastiktüte oder einer Papiertüte nach Hause.
  • Wenn Du “schnell” etwas zu Mittagessen oder einen Kaffee trinken willst, sind Kaffeebecher, Salat, Pizza und anderes aus dem Take away hilfreich.
  • Hast Du zu wenig Zeit für jemanden ein Geschenk zu finden, das für ihn wirklich nützlich ist, häufen sich die Staubfänger in seinem Leben und Du förderst die Müllberge.
  • Wenn Du eine Stunde vor Beginn der Weihnachtsfeier etwas organisieren musst, kommst Du mit einer Schachtel Pralinen, Kosmetik oder irgendwelchem Schnickschnack aus dem Geschäft. Dank Verpackung und Dekomaterial wirkt das Geschenk trotzdem gut.

Nehmen wir uns hingegen Zeit

  • können wir den Kaffee im Restaurant aus einer Tasse zu trinken, gehen im Restaurant essen oder bringen das Essen von zu Hause mit
  • finden wir ein Geschenk, das dem/der Beschenkten lange dient. Vielleicht fällt uns sogar ein nicht-materielles Geschenk ein.

 

Je schneller, um so schädlicher

Meine Beobachtung ist:
Je schneller etwas gehen muss, je gehetzter wir sind und je weniger Zeit wir in etwas investieren können, um so wahrscheinlicher ist es, dass wir der Umwelt schaden.
Ganz zu schweigen davon, was mit unserer Lebensqualität geschieht.

Karussell in Troyes

Denn wenn es schnell gehen muss, greifen wir zu Naheliegenden.
Zu dem was wir mit einem Griff verfügbar haben.
Verfügbar ist, in der Welt wie sie im Moment ist, meist nicht das Umweltschonende.
Im Gegenteil.

Wie Langsamkeit die Hektik kurriert

Gestern habe ich mir Stephan Meurichs Reisebericht “Long trail to Tibet” angehört.
In Georgien, so erzählte er, stand die Zeit still.
Vor allem in den Dörfern.
In den Städten beeilten sich die Leute und sie waren dauernd mit ihren Handys beschäftigt.
Etwa so wie wir alle.

In den Dörfern war alles langsam.
Es passierte fast nichts.
Wenn viel los war, fuhren drei Autos pro Tag im Dorf vorbei.
Die Autos fuhren langsam, weil die Strassen so schlecht sind.
Auch die Leute gingen langsam.
Das Leben passiert in Zeitlupe.
Schon beim Stephans Erzählung spürte ich: diese Tage in Georgien waren lang.

Entdecke den Zeitverzögerungs-Effekt

Mit dieser Beobachtung sind wir der Lösung ganz nah.
Sie zeigt uns wie wir aus dem viel zu schnell drehenden Karussell, zu dem unser Leben über Weihnachten wird, aussteigen können.
Bei mir hat es allerdings gedauert, bis ich es wirklich verstand und den Dreh fand.

Frage: was ist länger ein Arbeitstag oder ein ruhiger Ferientag zum Abhängen?
Arbeitstage voller Eile sind härter, aber nicht wahr, sie vergehe wie im Flug?
Eben noch war Montag jetzt ist schon Donnerstagabend.
Die Tage sind vorbei bevor Du es recht wahrgenommen hast.
Ein ruhiger Ferientag hingegen, besonders einer voller Langsamkeit, dauert und dauert.

Zweite Frage: Was dauert länger 3 Minuten am Bahnhof auf die Ankunft eines Zuges warten oder in 3 Minuten eine dringende Mail schreiben?
Natürlich dauert beides 3 Minuten.
Aber die Wartezeit am Bahnhof empfindest Du als länger.
Du spürst sie, weil Du sie wahr nimmst.
Ungeduldig zappelst Du (innerlich) herum und stöhnst über die endlosen, leeren Minuten in denen Du nichts tun kannst.
Die Zeit für die dringende Mail hingegen rast. Du bist noch nicht fertig und schon sind die 3 Minuten verflogen

Was lehrt uns das?
Die Zeit rast an uns vorbei, wenn wir uns beeilen.
Die Zeit dehnt sich aus, wenn wir langsam sind und uns Zeit nehmen.
Siehe da, das Leben fühlt sich ganz anders an.
Das Lebens-Karussell flitzt nicht mehr an uns vorbei.

Wenn es langsam dreht, sieht man wieder die Herzen

Die paradoxe Lösung

Jahrzehntelang hat man mir (Dir auch?) erzählt, wenn ich schnell mache, sei ich schnell fertig.
Tatsache ist: ich bin nie mit allem fertig und schon gar nicht schnell.

Als ich das endlich begriff, gelang es mir zu Ruhe und zu mehr Zufriedenheit zu kommen.
Ich begann die Langsamkeit zu pflegen, g
ewöhnte mir zum Beispiel an auf Brücken stehen zu bleiben:

Ich beuge mich über das Geländer um ins Wasser zu sehen, folge mit den Augen dessen Bewegungen,
schaue, wohin es fliesst und s
chaue zurück woher es kommt.
Ich tue das oft, weil ich spüre, dass es mir gut tut.
Gerade wenn ich gehetzt bin, schaffe ich mir in diesen wenigen Sekunden einen wohltuenden Moment.

In den hektischen Zeiten blieben mir von einem Tag kaum Erinnerungen.
Ich hatte gearbeitet wie verrückt, so schnell es ging. Aber ich konnte mich nur knapp an die Details des Tages erinnern: hatte ich etwas gegessen? Wann hatte ich etwas getrunken? Waren alle meine KollegInnen im Büro?

An das was ich auf der Brücke gesehen hatte hingegen erinnerte ich mich.
Diese Augenblicke konnte ich mitnehmen.
Da war ich da.
Ganz der Aussage entsprechend

Gelebt hat er nur die Zeit, die er sich genommen hat.“

Zeit-Verlangsam-Übungen

Du denkst, dass Du Ruhe haben wirst, wenn diese Weihnachtszeit mit den verrückten Anforderungen vorbei ist und Du alles, alles erledigt hast?
Vergiss es!

Nimm Dir lieber JETZT die Zeit um ein paar Sekunden (!) einen Gang runter zu schalten.
Kein Handy, kein Telefon, kein gar nichts.
Nur 10 Sekunden. Zweimal am Tag.

  • Bleib (zum Beispiel) auf der Brücke stehen.
  • Spüre wie Dein Körper sich anfühlt, welche Stimmung Du hast.
  • Schaue den Fischen im Aquarium zu oder den Wolken am Himmel.
  • Betrachte die Deko im Weihnachtsfenster oder das Flackern der Kerze

Renne für einmal dem Tram nicht hinterher, sondern laufe im normalem Schrittempo und dann: warte auf das nächste Tram und nimm Dir Zeit um die Zeit wahrzunehmen:

  • Schau mal um Dich und auch noch oben. Was siehst Du?

  • Schaue dem Leben zu.

  • Schau Dir die Menschen an, die Dinge

  • Hör Dir die Geräusche und Klänge an

  • Spüre, wie Du im Moment in der Landschaft stehst.

  • Oder kritzle für ein paar Sekunden mit langsamen Bewegungen auf einem Papier herum und spüre die Bewegung.

  • Berühre und spüre die Dinge.

  • Lass Gerüche und Düfte auf Dich wirken. Schnuppere zum Beispiel am Tee bevor Du ihn trinkst. Spüre die heisse Tasse in Deinen Händen, sieh dem Teebeutel beim Schwimmen im Teewasser zu. 

Diese Augenblicke gehören ganz Dir.
Beschenke Dich in dieser Weihnachtszeit regelmässig damit. So wird aus dem Weihnachtsrausch eine sinnlichere Zeit mit schönen Momenten.
Und wahrscheinlich tust Du damit auch der Umwelt etwas Gutes.
Zum Beispiel weil Du Dir Zeit nimmst für einen wirklich guten Kaffee und den gibt’s nun mal nicht im Pappbecher.

Sinn, Glück und Umweltschutz – die Zusammenhänge

An Rheumatismen und an wahre Liebe glaubt man erst, wenn man davon befallen wird.
Marie von Ebner-Eschenbach


Glauben und Wissen sind zwei verschiedene Dinge.
Solange Du gesund bist, kannst Du Dir kaum vorstellen wie negativ sich eine Krankheit auf Dein Wohlbefinden auswirkt.
Du weisst zwar, dass die Gesundheit wichtig ist. Aber irgendwie glaubst Du trotzdem nicht daran, dass es Dir eines Tages richtig schlecht gehen könnte.
Deshalb fällt es oft schwer auf Ungesundes zu verzichten und Sport zu treiben.

Bist Du aber so ausgepowert, dass Du nicht Aufstehen, nicht Gehen und nichts Denken magst oder hast Du dauernd Schmerzen, dann erlebst Du, wie wichtig die Gesundheit für Dich ist.
Jetzt weisst Du es nicht nur irgendwie. Jetzt glaubst Du es auch.

Jetzt wärst Du sogar bereit auf Zucker zu verzichten, Rohkost zu essen und für Bewegung zu sorgen.
Wenn nur diese Symptome verschwinden!

Auch die Wichtigkeit von sauberem Wasser, sauberer Luft und schadstofffreien Lebensmittel entgeht uns im Alltag oft. Für uns sind sie einfach vorhanden.

Plastikverschmutzung

Die aktuellen Vorhersagen zur Klimaerwärmung hören wir zwar, aber sie scheinen eher Inhalt eines spannenden (?) Katastrophen-Films zu sein.
Sie sprengen unser Vorstellungsvermögen.
Wir wissen, dass etwas im Gange ist, aber so richtig glauben können wir es trotzdem nicht.

 

Warum mich Horrorszenarien NICHT motivieren…

Für mich als Nicht-Fachfrau im Thema Klima- und Umweltschutz ist die Gefahr zu abstrakt UND ich fragte mich lange auch, ob ich überhaupt Einfluss auf das Geschehen habe.
Spielt es wirklich eine Rolle, ob ich das Licht lösche, wenn ich mich einige Zeit nicht in einem Zimmer aufhalte oder ob ich den Deckel auf den Topf lege beim Kochen? Das bisschen Strom das ich so spare, wird doch von Ländern, die der Umwelt kaum Sorge tragen mehrfach verbraucht.”
Wenn ich Bilder von abgeholztem Urwald und schmelzenden Gletschern sah, fühlte ich mich als kleines machtloses Rädchen in dieser Welt. Etwas zu tun erschien mir sinnlos und frustrierend.

…und was mich doch motivierte

Eines Tages stiess ich auf das Buch „Plastik-Planet“ und las, dass sich ein Plastikmüll-Strudel von immenser Grösse im Meer angesammelt haben. Das zu glauben fiel mir schwer, selbst wenn ich es in Dokumentarfilmen sehen konnte. Doch dann wurde das Problem plötzlich greifbar und praktisch:
Ich erfuhr, dass wir
via PET-Flaschen, Plastikzahnbürsten, Zahnpasta und Kosmetik Mikroplastik im Blutkreislauf aufnehmen.
Das war konkret.

Zudem war der Zusammenhang einfach: wenn es in meinem Leben nur noch wenig Plastik gibt, kann er auch nirgends herumschwimmen.
Weder in den Gewässern, noch in meinem Körper.
DAS hat mich motiviert.

Nach und nach suchte ich also Ersatz für die alltäglichen Dinge aus Plastik und entdeckte, dass mein ent-plastifiziertes Leben nicht nur für meine Gesundheit (und die Umwelt) besser ist, sondern auch für mein Innenleben.

Welche Vorteile ein plastikfreies Leben bringt…

…weniger Chemie im Körper

Holzzahnbürste und Zahnöl waren die ersten Produkte, die in meinen plastikfreien Haushalt einzogen. Weder wollte ich eine aus Erdöl hergestellte Zahnbürste in meinem Mund haben, noch die Mikroplastikpartikel und andere eigenartigen chemischen Zutaten der normalen Zahnpasta.

Es war ein gutes Gefühl das Zahnöl zu nutzen und zu wissen, dass ich meinen Körper vor Schädlichem verschone.

Dass die Zahnbürsten in kurzer Zeit verrotten, ganz anders als ihre plastifizierten Kolleginnen, war einfach zu verstehen. Zudem fiel mir der Wechsel zur Holzzahnbürste nicht schwer, weil er keinerlei Nachteile hatte.

…das Gefühl Einfluss zu haben

Das damals ganz junge Unternehmen Hydrophil, das die Holzzahnbürsten herstellen lässt, zeigt sich sehr engagiert: es sorgt nicht nur für eine Alternative zu Plastikzahnbürsten, sondern auch dafür, dass bei der Produktion keine Gewässer verschmutzt und alle Beteiligten fair bezahlt werden.
Dieses Sorgsame tat mir wohl.

Als Hydrophil bekannt gab, dass sie 1 Million Zahnbürsten verkauft haben, malte ich mir aus wie gross ein Berg von einer Million Zahnbürsten sein muss.
Diese Menge Plastikzahnbürsten musste – Hydrophil sei dank – nie produziert werde!
Diesen Plastik werden wir nie im Meer oder auf dem Meeresgrund finden.
Wie cool ist das denn?!

Zuvor waren mir diese Zusammenhänge zwar irgendwie bewusst, jetzt aber bekam ich sie zu spüren und zu sehen:
Ich hatte ein Produkt gewählt und damit einer Firma ermöglicht etwas besser zu machen, damit Erfolg zu haben und zu wachsen.

Vor 2 Jahren war es schwer Holzzahnbürsten zu bekommen. Heute findet man sie in fast jedem Bioladen und sogar im Supermarkt (allerdings nicht immer ohne Plastikverpackung und nicht zwingend fair und umweltschonend hergestellt). Holzzahnbürsten ist für bestimmte Bevölkerungsgruppen heute Normalität.

Dieser Effekt gefiel mir.
Also suchte ich mir weitere Kleinunternehmen, Inititativen und Projekte.
Statt in die Supermärkte trug ich mein Geld in die Unverpacktläden, Äss-Bar und zum Gemüseabo mit Vertragslandwirtschaft. Klar mein finanzieller Beitrag ist klein, dennoch hilft er den Projekten sich zu etablieren.
Ich begriff: i
ch kann mitbestimmen welche Unternehmen auf dem Markt bleiben. Ich bin kein machtloses Rädchen!

Das brachte meine Selbstwirksamkeitsüberzeugung wieder auf Trab. Die latent vorhandenen Gefühle von Frustration, Resignation und Machtlosigkeit lösten sich auf.

Ich kann zwar nichts dagegen tun, dass ich aus dem Supermarkt einen Berg an Verpackungen nach Hause bringe, aber ich kann da einkaufen, wo mir etwas anderes angeboten wird und so dafür sorgen, dass diese Projekt Erfolg haben.

Gewusst habe ich das natürlich schon.
Doch als ich sah wie diese Initiativen wachsen, konnte ich auch glauben, dass es Einfluss hat was ich kaufe.

 

…Geld und Zeit sparen

Überraschend schnell reduzierte sich mein wöchentlich anfallender Haushaltsmülls um 2/3.
Zu sehen wie viel länger der Bogen mit den teuren Abfallmarken reicht, freute mich.
Ausserdem  brauchte ich viel weniger Zeit zum Einkaufen.
Ich entwickelte eine wöchentliche Einkaufstour in Biel bzw. Solothurn:

  • vom Markt bzw. von Gemüseabo von Terre Vision
  • zur Ässbar
  • zum Unverpackladen
  • zum Bioladen.
    Was dann noch fehlte – und nicht immer plastikfrei zu bekommen ist – holte ich im Spar an meinem Wohnort.

Eine knappe Stunde und ich war für mindestens eine Woche versorgt.

Um den Firlefanz, der in den riesigen Supermärkten angeboten wird, musste ich mich nicht mehr kümmern.
War das Leben plötzlich einfach!

Nur wenn ich vor diesem ganzen “Zeug“ in den Regalen der Supermärkte stehe, habe ich das Gefühl

  • unbedingt die neusten Erfindungen, wie zum Beispiel Quinoa-Chips, ausprobieren zu müssen oder
  • dieses neue Gerät zum mixen von Smoothies zu brauchen.
  • Nur vor dem Regal empfinde ich es als Privileg zwischen 154 verschiedenen Sorten Konfitüren (Migros) wählen zu können.

Im Endeffekt komme ich erschlagen aus dem Geschäft und habe viel Zeit verbraucht und mehr als nötig eingekauft, sprich: Geld ausgegeben.

Weitere Zeitfresser

Mein geschärfter Blick fiel plötzlich auf das Überflüssige und die Staubfänger in meinem Leben.
Vieles nutzte ich kaum, es ging irgendwann kaputt und landete im Müll!
Aber halt: Für all das
hatte ich Geld bezahlt. Dafür hatte ich gearbeitet. Das heisst ich hatte Lebenszeit eingesetzt. Dafür hatte ich im Büro gesessen, mich herumhetzen lassen. Dafür hatte ich stundenlang auf den Bildschirm geguckt!
Wie viel weniger könnte ich arbeiten, wenn ich mir abgewöhnte solche Dinge zu kaufen und auch keine Zeit mehr brauche um sie zu pflegen und zu reparieren?

Ich konnte es nicht einschätzen, hielt mich aber an meine einfache Einkaufstour.
Ich brachte Überflüssiges ins Brocki und gehöre seit einigen Monaten zu den Glücklichen, die mit wenig auskommen und weniger bzw. sinnvoller arbeiten.
Ich fühle mich reich. Ich bin Zeit-Millionärin.
Es gibt nichts was mir fehlt.
Es gibt Vieles was ich nicht brauche.
Mit vielen Dingen muss ich mich nicht auseinander setzen, deshalb habe ich Zeit für die Dinge, die für mich wirklich wichtig sind.
Das ist mehr als genug.

Deine Erfahrung

Waren Dir diese Zusammenhänge zwischen Umweltschutz, Sinn und Glück schon bewusst?
Habe ich Dich inspiriert?

Probier’ den einen oder andere Tipp aus dieser Blogserie aus und achte darauf, was es mit Deinem Leben macht. Und wenn Du magst, erzähl mir von Deinen Erfahrungen!

Eine Geschenkidee?

Zahnbürsten sind kein interessantes Weihnachtsgeschenk! Aber vielleicht kannst Du mit den Zahnbürsten doch eine Freude bereiten?
Zum Beispiel können sie sich eignen…

  • für die jungen Leute, die sich in den letzten Monaten sehr für den Klimaschutz eingesetzt haben, aber eigentlich Neu-Einstieger ins Thema sind und noch an ihrer “Ausrüstung für das umweltschonende Leben” basteln.
  • als “Garnitur” für ein Geld-Geschenk oder ein Nicht-materielles Geschenk (im späteren Blogbeitrag)
  • wenn jemand in die erste eigene Wohnung zieht, kann das Geschenkset von Hydrophil ein schönes Geschenk sein.
  • wenn jemand gerade sein Leben ent-plastifiziert.

In diesen Fällen können die Zahnbürsten sogar ein Volltreffer sein!

Falls Du nur eine kleine Menge kaufen willst und Du die hohen Versandkosten aus Deutschland scheust, bekommst Du die Zahnbürsten von Hydrophil mindestens bis Weihnachten 2019 auch bei mir.

Schreibe mir in einer Mail an daniela@besser-als-zuvor.ch

  1. wie viel Zahnbürsten Du haben möchtest.
  2. Ob es die weiche oder die mittelharte Sorte sein soll
  3. Deine Adresse brauche ich und Deine Telefonnummer

Und die Post bringt sie mit Rechnung bald zu Dir.

Mehr Infos zum Produkt und zum Bestellen