Sind Deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Manche Dinge unterschätzt man.
Im Brockenhaus in dem ich ehrenamtlich arbeite, halte ich manchmal einen Gegenstand über den Abfalleimer. Zum Beispiel eine Bluse von der ich denke, sie sei zu u
nmodern und somit unverkäuflich. Oder einen Haushaltsgegenstand, der seine beste Zeit nicht vor sich, sondern hinter sich hat.

Ich warte ab bis eine der anderen Helferinnen meine Geste bemerkt.
Wir schauen uns an, ich fragend, abwartend. Interessiert, was die andere Helferin sagt, wenn ich das Ding gleich in den Abfalleimer fallen lasse.
Nickt sie oder protestiert sie?

Manchmal sind wir uns einig.
Manchmal sind wir Welten auseinander.

 

Weiss ich was im Leben Wert hat?

Am Schwersten finde ich es Bilder, die uns ins Brocki gebracht werden, einzuschätzen.
Ist dieses Gekritzel im Bilderrahmen wirklich nur ein Gekritzel oder ist es ein erster Entwurf von Picasso?
– Okay, das war jetzt auch ein bisschen Schleichwerbung, damit ihr mal vorbeikommt und euer Schnäppchen-Glück versucht 🙂 .
Im Ernst. Was ist das Kunstwerk wert, das in diesem Rahmen steckt?
15 oder 150 oder gar 15’000 Franken?
Mir fehlt jede Grundlage, um das beurteilen zu können.

Im Leben ist es manchmal genau so.
Es fehlt die Grundlage, um beurteilen zu können, ob die Energie und Lebenszeit, die man
in eine Ausbildung, ein Auto oder in einen Hausbau steckt, gut investiert ist.
Sicher, beides zeigt: es passiert etwas in Deinem Leben.
Mancher würde gar sagen: “Es geht voran!”.

Doch wie wirst Du diese Entscheidung in 10 Jahren beurteilen?
Ich fand lange: solche Fragen lassen sich kaum beantworten.

Wertvorstellungen können sich schnell ändern. Diese Erfahrung machte ich schon mit 15, als ich nach einer Wirbelsäulenoperation einige Stunden mein rechtes Bein nicht mehr spüren konnte. Schlagartig war mir klar: manche Möglichkeiten haben eine Verfallsdatum. 

Sorgt das Wichtige von heute, für das Bedauern von morgen?

  • Vielleicht hindert Dich in 3 Jahren ein Knieproblem daran Dir einen Herzenswunsch zu erfüllen, den Du auf “irgendwann später…” verschoben hast – nach der Ausbildung, nach dem Autokauf, nach dem Hausbau…

oder

  • durch den beruflichen Wechsel wirst Du zu einem Vielflieger im schwarzen Business-Anzug. Du jettest von Ort zu Ort. Das ist anfangs spannend. Doch für Freundschaften, Partnerschaft,  Familie und Hobby findet sich nur noch am Wochenende Zeit – wenn überhaupt. Musestunden? Ruhe? Zeit zum Leben? Fehlanzeige.
    Nach wenigen Jahren bedauerst Du, was in Deinem Leben alles nicht stattfindet.

Vielleicht ist diese Ausbildung aber auch das Sprungbrett in eine Tätigkeit, die Du liebst, weil du genau das tun kannst, was dir wichtig ist.
Wer weiss das schon?

 

Kriterien für die Beurteilung

Meine Suche nach dem was wirklich wichtig ist im Leben, ist nicht zu Ende.
Aber mi
t den Jahren ist sie einfacher geworden, weil ich Beurteilungskriterien fand: 

 

1. Prüfstein: gefallen mir meinen Lebens-Museumsbilder?

Schliesse die Augen,” so lernte ich es im Kurs des Hamburger Teams von John Strelecky. “Stelle Dir vor, in einem Museum werden Szenen aus Deinem Leben gezeigt: 

Hast du viel gearbeitet, hängen natürlich viele Szenen aus deinem beruflichen Alltag auf.

Warst Du oft mit Freunden unterwegs, hast Du viel gelesen, gebastelt, Sport getrieben, Zeit in der Natur verbracht? Es wird in Deinem persönlichen Museum dokumentiert.

Wann gab es Höhepunkte, Flauten, Tiefschläge?
Dein Lebens-Museum zeigt es.”

Ab und zu in Gedanken durch dieses Lebens-Museum zu gehen, stärkt das Urteilsvermögen.
Wir sehen unser Leben “von aussen”, in einer Art Überblick.
Wir müssen dem w
as war in die Augen sehen. Wir werden “gute Museumstage” finden, wie John Strelecky es nennt.
Und wir werden manches entdecken, das uns nicht gefällt.

Der Besuch im eigenen Lebens-Museum hilft auf gute Art kritischer zu sein.

 

2. Prüfstein: was in schweren Zeiten wichtig bleibt. 

Ein Vorteil des Älter-Werdens ist, dass man Erfahrungen macht.
Schwierige Erfahrungen, besonders Krisen und Schicksalsschläge lassen uns erkennen, das Vieles nicht wichtig ist.

Kennst du Menschen, die kein einfaches Leben hatten, aber nicht bitter geworden sind. Menschen die gelernt haben aus Mist das Beste zu machen?
Sie wirken gelassen, sind manchmal etwas ironisch und abgeklärt. Denn sie reiben sich nicht (mehr) daran auf, dass Dinge sind, wie sie sind.
Sie schätzen, was sie haben.
Es könnte alles viel schwerer sein. Das ist ihnen bewusst.

Fragst Du solche Menschen, wie sich ihre Werte durch schwere Zeiten verändert haben, merkst du: Viele gaben plötzlich Dinge auf, die ihnen zuvor sehr wichtig schienen.
Sie setzen neue berufliche Ziele oder kündigten ihren Job, um für anderes mehr Zeit zu haben.
Sie beenden Beziehungen.
Sie begannen Beziehungen.
Sie fragten öfters danach, was sie selbst wollen.
Die Meinung anderer wurde weniger wichtig.
Verluste hatten ihnen klar gemacht: auf Vieles kann man verzichten.
Zum Beispiel auf vermeintliche Freunde.
Auf anderes könnte man verzichten, aber man sollte es nicht. Man holt es sich besser entschlossen ins Leben.

 

3. Prüfstein: Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen. 

Bonnie Ware hat in ihrer Arbeit als Sterbebegleiterin erlebt, wie Menschen Versäumtes von Herzen bedauerten.
Worüber sich ihr Patienten beklagten, erzählt sie uns in ihrem Buch. Das
gibt uns die Chance, die Fehler von Bronnie Ware’s Patienten nicht zu machen. Oder zumindest – andere  🙂 .

Versäumnis 1: sich selbst nicht treu gewesen sein
“Warum haben ich nicht einfach getan was ich wollte?” fragten die Menschen, die Bonnie in ihrer letzten Lebensphase begleitete. Sie hatten nicht den Mut gehabt, so zu leben, wie sie es wirklich wollten. Sie hatten die Erwartungen anderer erfüllt, doch zurück blieb das Gefühl sich selbst nicht treu geblieben zu sein.

Versäumnis 2: zuviel Lebenszeit der Arbeit geopfert
“Wir tun so, als hätten wir alle Zeit der Welt – dabei haben wir nichts anderes als das Leben heute,” sagten ihre Patienten. Sie waren Erfolg, Besitz und Anerkennung nachgejagt und hatten es vor sich hingeschoben, Zeit mit Menschen zu verbringen, die sie liebten und Dinge zu tun, die sie liebten. Für manches kam die “richtige Zeit” nie.
“Richte dein Leben nicht so ein, dass du am Ende bereuen musst, soviel gearbeitet zu haben”, riet ein Mann der Sterbebegleiterin.

Versäumnis 3: Gefühle verschwiegen
Menschen die man liebt zu sagen, wieviel sie einem bedeuten – das  schien mir früher nicht sehr bedeutsam fürs Leben. Doch die Sterbenden klagten darüber, dass sie hatten es versäumt hatten ihre Gefühlen auszudrücken. In ihren Beziehungen war Vieles ungesagt geblieben. Manches liess sich nachholen. Für manches war es zu spät.

Versäumnis 4: den Kontakt zu alten Freunden verloren
“Sorgen Sie dafür, dass Sie immer wissen wo Ihre Freunde gerade sind, und teilen Sie ihnen mit, dass Sie sie zu schätzen wissen, “ raten die Patienten von Bronnie.
Geschäftigkeit, Konflikte oder die Unfähigkeit den Kontakt zu halten, wenn es schlecht lief, hatte bei ihnen dazu geführt, dass Kontakte zu alten Freunden abrissen. Selbst wenn sie von anderen umgeben waren, litten Bronnies Patienten unter Einsamkeit. Es fehlten ihnen die Menschen, die ihre Geschichte kannten – das liess sich durch neue Kontakte nicht beheben.

Versäumnis 5: sich zuwenig Glück gegönnt haben
“Wenn ich die Chance hätte, noch einmal irgendetwas anders zu machen, dann würde ich mir mehr Glück und Freude gönnen”, so klagten ergebnis- und leistungsorientierte Menschen. Sie hatten vergessen, den gegenwärtigen Moment zu geniessen und der Freude einen wichtigen Platz im Leben zu geben. Glück stand für sie nicht im Vordergrund. Sie wollten dies und das erreichen und verschoben Freude und Glück von Jahr zu Jahr.

 


Die zweite Strategie, um echte Lebensziele zu finden heisst also:

Prüfe, was wirklich wertvoll ist!


 

Folgende Fragen fassen diesen Artikel zusammen. Sie helfen zu beurteilen, ob Deine Ziele nur glänzen oder ob sie Gold wert sind:

  1. Kriterium: Gefällt es mir, wenn von dem was ich jetzt tue, in meinem Lebens-Museums ein Bild hängen wird? Sind diese Bilder das, was ich wirklich in meinem Leben haben will?
  2. Kriterium: Bin ich mir selbst treu und tue ich das, was für mich wirklich wichtig ist oder lebe ich das, was andere gut finden?
  3. Kriterium: Werden meine Beziehungen zu (alten) Freunden durch mein Tun am Leben erhalten; und wissen die Menschen, die ich liebe, was sie mir bedeuten und welche Gefühle ich für sie habe?
  4. Kriterium: Gönne ich mir Glück und Freude? Ist das in den Bildern meines Lebens-Museums sichtbar?
  5. Kriterium: Wäre heute der letzte Tag meines Lebens, wie würde ich meine Museumsbilder beurteilen?

 

Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Es sind hübsche Kinder,” sagte die Ente.
Alle zusammen sind schön, bis auf das eine, das ist nicht geglückt!“
Das waren die Worte seiner Mutter.

Es ist zu gross und ungewöhnlich” sagte die eine Ente.
Es ist hässlich”, sagten alle Bewohner im Entenhof.
“Wenn du nur weit fort wärest!”, sagte die Mutter.
“Wenn die Katze dich nur fangen möchte!” sagten die Geschwister.

So erzählt Hans-Christian Andersen die Geschichte vom hässliche Entlein, das bald nicht mehr wusste, wo es stehen und gehen sollte, weil es gebissen, gestossen und vom ganzen Entenhof verspottet wurde.

Wir Leser wissen: dieses Entlein war nicht hässlich und nichts an ihm war falsch.
Es war nur keine Ente.
Es war ein Schwan, der meinte eine Ente zu sein.

 

Versuchst Du eine Ente zu sein?

Jeder wird in ein Umfeld hineingeboren,
in eine Familie, ein Land, ein Gesellschaft – einen “Entenhof”.
Und jeder versucht “Ente” zu sein,
denn es ist das, was alle anderen sind.
Es ist das Einzige, das wir kennen.

Wenn es schlecht läuft, erlebst Du wie das Entlein, dass Dein Umfeld Dich ablehnt.
Wenn Du etwas mehr Glück hast, gelingt es Dir recht gut im Entenhof zu leben.
Einziger Nachteil:
Du vergisst, dass Du ein Schwan bist und schiebst alle Hinweise darauf weg.
Diese Gefahr bestand beim hässlichen Entlein nicht.

 

Neue Ansprüche

Eines Tages flog es versehentlich über das Entengehege.
Es erschrak über diese Fähigkeit. Keine andere Ente tat das.

Was bist du für einer” fragten die wilden Enten, denen es im grossen Moor begegnete.
“Was ist das?” fragte die alte Frau, die es fand.
Beide stellten die Frage, die das Entlein zur Lösung führen könnte.
Doch weder sie, noch das Entlein erkannten, was es ist.

Das alte Drama wiederholte sich:
Die Frau steckte den jungen Schwan probehalber in den Hühnerhof.
Sie dachte, er werde Enteneier legen.
Das klappte natürlich nicht.

Das Huhn auf dem Hof verlangte von Entlein, dass es gluckst und Eier legt, wenn es seine Meinung kund tun will. Also musste es seinen Mund halten.

Die Katze weigerte sich jemanden ernst zu nehmen, der keinen krummen Buckel machen und Funken sprühen kann. Auch das war dem Entlein unmöglich.

 

Der Herzenswunsch

Es konnte all diese Ansprüche nicht erfüllen.
Schlimmer noch: in ihm tauchten absonderliche Wünsche auf.
Wünsche, die in seinem Umfeld schlecht ankamen:

“Es ist so schön auf dem Wasser zu schwimmen”, schwärmte das hässliche Entlein
“so herrlich, es über dem Kopfe zusammenschlagen zu lassen und auf den Grund niederzutauchen!”

Wir spüren es diesen Worten an: da steckt eine tiefe Sehnsucht.
Das ist ein Herzenswunsch.

 

Hey Schwan, erwarte von einem Huhn kein Verständnis!

Die Henne reagierte nicht positiv.
“Du bist wohl verrückt geworden!” sagte sie.
“Frage die Katze danach, sie ist die klügste, die ich kenne,
ob sie es liebt, auf dem Wasser zu schwimmen oder unterzutauchen….

Frage die alte Frau, klüger als sie ist niemand auf der Welt!
Glaubst Du, dass sie Lust hat, zu schwimmen?”

Es habe wohl zuwenig zu tun, wenn es solche Grillen entwickle, schimpfte die Henne.
“Lege Eier, dann geht das vorüber!”

 

Welche Träume passen nicht in Deinen Entenhof?

Weisst auch Du noch nicht recht, was Dich ausmacht und wo es in Deinem Leben hingehen soll?
Tauchen in Dir manchmal Wünsche auf, die du gleich wieder wegschiebst, weil sie nicht realistisch sind oder nicht in Dein Weltbild passen?

  • Steckt in dir vielleicht  – wie in mir – eine Weltenbummlerin, die etwas von der Welt sehen möchte, statt an einem Arbeitsplatz au den Bildschirm zu starren?
  • Bist Du eigentlich ein Schriftsteller, der das noch nicht weiss, und deshalb Sitzungsprotokolle und Offerten schreibt?
  • Oder träumt der Familienmensch in Dir davon weniger Zeit dem Beruf zu opfern und Zeit für sein Leben, seine Familie und Freunde zu haben?

 

Mein Entenhof

Die Vorstellung von morgens früh, bis abends eine Dienstleistung zu bringen, um damit mein Leben zu finanzieren war mein Entenhof.
Über Jahre und Jahrzehnte dachte ich, das sei der Weg, um zufrieden zu leben und das zu bekommen, was Sinn und Freude in mein Leben bringt.

Doch immer stärker spürte ich: etwas passt nicht.
Ich hatte Lust frei zu sein, Zeit zum Leben zu haben, meine eigenen Ziele zu verfolgen, das zu tun was für mich Sinn macht, statt für die Ziele anderer zu arbeiten.

 

Der Schuh der drückt

Wie sehr liebe ich es die Schönheit der Welt zu sehen, in Bewegung zu sein, frei über meine Zeit zu verfügen und Menschen zu inspirieren, damit sie ein gutes Leben finden!
Kein Wunder, war das Leben in einem Grossraumbüro, vor dem Bildschirm, von morgens bis abends verplant, ein Schuh der drückt.

Ich hatte es gut hinbekommen.
Beinahe wären mir Entenfedern gewachsen.
Aber immer wieder kam ich an Grenzen, wurde krank, dauererschöpft, frustriert.
Der “Schwan in mir” lies sich nicht einfach verdrängen.

Lange dachte ich, ich sei falsch gepoolt.
Schliessliche verdient jeder so sein Geld (was nicht stimmt, aber entdecke das mal in einem Pool von Dienstleistern – im “Entenhof”.)

Es kam der Moment, wo ich die Sehnsucht nicht mehr beiseite schieben wollte. Genau wie das Entlein – oder vielmehr – der Schwan.

 

Der entscheidende Schritt

Ich glaub, ich geh hinaus in die weite Welt.” sagte das hässliche Entlein, ging zum Wasser und schwamm und tauchte nach Herzenslust.
Endlich tut es das wonach sein Herz sich so sehr sehnt.

Ist das nun sein Glück?
Weit gefehlt.
Zwar geniesst es das Schwimmen und Tauchen.
Aber es ist allein.

Es sieht fasziniert, wie ein Schwarm Schwäne nach Süden fliegt, spürt den Wunsch ihnen anzugehören und erlaubt sich doch nicht, so weit zu denken.
“Es wäre schon froh gewesen,” schreibt Andersen, “wenn die Enten es unter sich geduldet hätten.”

Der Winter war hart. Beinahe wäre es erfroren.
Doch im Frühling schwimmen drei von den königlich-weissen Vögel, die das Entlein so bewundert, zu ihm hin.
Und es erkennt im spiegelnden Wasser, das es selbst ein Schwan ist und zu dieser Art gehört.

Der Wunsch zu Schwimmen hat es nach Hause geführt.

 

 


Strategie 1 um Deine Lebensziele zu finden: Sei Schwan! Versuche nicht Ente zu sein.


  • Achte auf die Dinge, die Du einfach kannst (wie fliegen über das Entengitter). Das was Dich von anderen unterscheidet, kann Dir mehr über Dich selbst verraten.
  • Achte darauf welche Wünsche in Dir stecken. Bewerte sie nicht negativ.
    Sie zeigen etwas von Deinem Naturell, zeigen was in Dir steckt und wo Du hingehörst.
  • Lass die Wünsche in Deinem Herzen zu und folge ihnen. Vielleicht durchlebst Du einen einsamen, harten Winter. Aber es wird dich dahin bringen, wo Du hingehörst.

10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden – Intro und Übersicht

Liebe LeserIn

in dieser 10-teiligen Sommer-Blogserie erfährst Du, welche 10 Strategien helfen echte – also wirklich wichtige – Lebensziele zu finden. Lebensziele, die nicht nur wie Gold glänzen, sondern auch Gold wert sind.

  • Manches Ziel für das wir unsere Lebenszeit und unsere Energie brauchen, lässt uns enttäuscht zurück.
    Was kann Dich davor bewahren?
  • Manchmal tun wir uns schwer Ziele zu finden. So viele Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung.
    Welches sind also die wirklich wichtigen Ziele?

Im Teil 1 dieser Serie lernst du 10 Strategien kennen, die Du ausprobieren und an denen Du Dich orientieren kannst. All das, was mir auf meiner eigenen Suche nach Sinn und Bedeutsamkeit geholfen hat, fliesst in diese Blogserie ein.

Ab Donnerstagnachmittag den 8.8.2019 findest Du auf diesem Blog jede Woche einen neuen Artikel.

Du kannst die Texte separat lesen oder von dieser Übersicht ausgehen:

 

Blogserie: 10 Strategien, um Deine echten Lebensziele zu finden, Teil 1

Artikel 1: Wie Deine Herzenwünsche Dich auf Kurs bringen

Artikel 2: Sind deine Lebensziele der Mühe wert? 5 Beurteilungskriterien

Artikel 3: Wie du mutiger wirst deinen Weg zu gehen

Artikel 4: Wie du es schaffst, etwas zu schaffen  – wenn Du nicht weisst, wo Du anfangen sollst

Artikel 5: Deine Abneigung ist ein Wegweiser

Artikel 6: Erlaube Dir das Sinnlose

Artikel 7: Entlarve falsche Ziele

Artikel 8: Stell die richtige Frage

Artikel 9: Zeige dem Leben wo Du hin willst

Artikel 10: Umgehe die Angst

Artikel 11: Wähle gute Ratgeber

Ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Lesen. Möge das was Du liest Dich inspirieren und Dich in der Entscheidung bestärken, LebensgärtnerIn zu sein, Deinen Lebensgarten zu gestalten.
Lebe lebendiger!

 

 

 

 

 

5 Fragen die verhindern, dass Du Dein Leben verpasst

Im Juni 2017 habe ich meinen gut bezahlten Projektleitungs-Job gekündigt. Ohne genau zu wissen, was ich danach tun werde.

Die Firma in der ich angestellt war hat “Rang und Namen” in der E-Learning-Branche, experimentiert mit modernsten Führungsmethoden (selbstverantwortliche Teams) und hat einen Anspruch, der mich fasziniert: beste digitalen Lehrmittel zu entwickeln.
Dieser Job forderte mich jeden Tag heraus mich auf neue Themen einzulassen und mein Bestes zu geben. Ich liebte es.
Doch mein Inneres liess sich nicht täuschen: ein Teil in mir litt. Etwas fehlte.

Als dann eine Beziehung zerbrach, hatte ich das unbestimmbare Gefühl, das habe auch damit zu tun, dass ich zuviele Kompromisse in meinem Leben mache. Also besuchte ich im Juni 2017 ein 2-tägiges Seminar bei John Strelecky & Friends in Hamburg, um mein Leben genauer unter die Lupe zu nehmen.
Am Tag danach schrieb ich die Kündigung.

 

Die ehrliche Antwort auf die Frage “Was will ich wirklich?”

Bisher hatte ich nur wahrgenommen, dass mir das stundenlange Sitzen vor dem Computer und die Hektik des Projektalltages nicht gut tun. Zudem fragte ich mich ständig “Macht das wirklich Sinn?”.
An diesem Seminar in Hamburg sah ich ein, dass etwas viel Grundsätzlicheres nicht stimmte: für diese Stelle verzichtete ich auf das, was mir am meisten wert war: Bewegung, Achtsamkeit, Freiheit, Abenteuer und Bedeutsamkeit.

Ich sass Tag für Tag am Bürotisch, obwohl ich etwas anderes wollte: draussen sein, in die Natur schauen statt in den Bildschirm, mich bewegen statt zu sitzen, “die Welt” entdecken und etwas tun, das für Menschen und für die Umwelt wirklich wichtig ist.

Das konnte ich in diesem Job weder finden noch integrieren. Es genügte mir auch nicht länger, diesen Dingen in meiner Freizeit nachzugehen, wie ich es bis dahin tat.

 

Der Preis des Kompromisses

Ich sah ein, welchen Preis ich zahle, wenn ich nichts ändere:
Ich würde ein Leben leben, das nicht dem entspricht, was ich wirklich will.
Ein Leben, das mich am Ende auf die Dinge zurückblicken lässt, die ich gerne getan hätte. Dinge, die hätten stattfinden können. Wie zum Beispiel “einmal wäre ich beinahe einen Marathon gelaufen….” (Julia Engelmann).

Die nicht gebannte Gefahr

In der ersten Phase nach der Kündigung nutzte ich die neue Freiheit, um drei Abenteuer anzupacken:

  • über die Weihnachtsfeiertage/Neujahr arbeitete ich in einem Grand Hotel im Frühstücksdienst
  • danach ging ich als Freiwillige ins Flüchtlingslager nach Lesbos
  • und dann ans “Ende der Welt” und arbeitete in der traumhafte Bergwelt als Allrounderin in einem Berggasthaus.

Nebenbei entwickelte ich fleissig meine selbstständige Tätigkeit.
Es gab eine Menge zu entdecken, ich nutze die Freiheit hinzugehen wo ich will und das Bewegungsprogramm war in diesen Jobs inklusive.

Soweit so gut.

Mitte März wollte ich endlich wieder zu Hause sein und mich nur auf meine Selbstständigkeit konzentrieren.

Nach einer Woche fiel es mir auf: ich verbrachte viel zuviel Zeit vor dem Computer und kam kaum aus meinem Büro raus. “Schliesslich musst Du ja Geld verdienen” diktierte der Antreiber in mir und bewirkte damit, dass ich die Dinge vernachlässigte, die nichts mit Geldverdienen zu tun haben.

So sass ich nun als Selbstständige den ganzen Tag am Bürotisch vor dem Bildschirm und vergass darüber was mir wirklich wichtig ist. Zwar machte die Arbeit Sinn. Trotzdem war es nur eine andere Art mein Leben zu verpassen.

 

Die Hilfestellung

Lange setze ich mich in meinem Lieblings-Ohrensessel, liess die Beine über die Armlehne baumeln, spielte unruhig mit meinem Schreibzeug herum und dachte nach.
“Wie kann ich besser dafür sorgen, dass das Wichtigste in meinem Leben das Wichtigste ist?”, fragte ich mich.
Praktisch. Nicht theoretisch.

Dann fiel es mir ein: wenn ich weiss, dass ich über etwas Rechenschaft abgeben muss, achte ich viel besser darauf, was ich im Alltag tue. Du kennst es vielleicht auch? Nie putze ich meine Zähne gründlicher, als die wenigen Wochen vor dem jährlichen Dentalhygienetermin 🙂
Warum sollte ich diesen Effekt nicht nutzen?

Also stellte ich  mir die Aufgabe am Ende der Woche folgende Fragen zu beantworten:

Auswertung:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Massnahmen:

  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen öfters tun, um mehr Bedeutsames in mein Leben zu bringen? Worauf will ich mich konzentrieren? (Blick auf 1. und 2. erlaubt)
  • Was will ich in den nächsten 10 Tagen seltener tun, damit Unbedeutendes weniger Platz in meinem Leben hat? (Bick auf 3. erlaubt)

 

Die neue Spur

Siehe da – von da an, zog ich mir jeden zweiten Tag die Wanderschuhe an und ging auf Abenteuer-Jagd. Ich rief Menschen an  die mir wichtig sind oder traf mich mit ihnen. Ich nahm mir die Zeit zum Lesen (die ich vorher nicht hatte), übte fleissig das Filmen und Fotografieren, nahm mir Zeit für mich zu kochen und Dinge selbst zu machen, liess mir Zeit zum Nachdenken und entwickelte (endlich) das Konzept und den Inhalt für diesen Blog.

Sicher, mein Tagesplan mutiert zum Kontrastprogramm: Wenn andere ins Büro gehen, bummele ich durch den Wald und mache ein Fotoshooting mit Bäumen, Blätter, Ameisen und Schnecken oder ziehe durch die Berge. Doch genau da habe ich die Idee, wie ich den Blog aufbauen will.
Zu Hause angekommen, setze ich mich vollkommen zufrieden mit meinem Vormittag an den Schreibtisch und tue, was zu tun ist.

 

Einwände

Der Angstmacher in meinem Hirn jammerte erst, dass das so nicht geht. “Du wirst garantiert verhungern” (sein Originalton). Da vermeldeten das Steueramt und die Krankenkasse unerwartet, dass ich eine ahnsehnliche Rückzahlung erhalte. Seither lache ich über die Angstmacherei, wenn auch mit einer Spur Ernst. In den nächsten Monaten werde ich definitiv nicht “verhungern”.

Natürlich: mein Lebensstil ist riskant. Ich riskiere, dass ich mir im in einigen Monaten ein Abenteuer suchen muss, das bezahlt wird – sei es ein Temporärjob oder eine Saisonstelle. Was für eine unglaubliche Gefahr ;-).

Vorher riskierte ich mehr:
Ich riskierte, mein Leben zu verpassen.

 

Und Du?

Welche Antworten findest Du, wenn Du Dich fragst:

  1. Was war in der letzten Woche im beruflichen Alltag bedeutsam?
  2. Was war in der letzten Woche in der Freizeit bedeutsam?
  3. Was war weniger bedeutsam als erwartet?

Und was wirst Du tun, um dem was Dir viel bedeutet mehr Raum zu verschaffen und dem Unbedeutendem “den Hahn zuzudrehen”?

Lass Dich auf die Fragen ein. Lebe lebendiger.